Technologieaktien – weshalb sie heute in jedes Portfolio gehören

Für Anlegerinnen und Anleger, die das Platzen der Dotcom-Blase erlebt haben, sind Technologieaktien oft negativ behaftet. Meist zu Unrecht. Denn die heutigen Technologiekonzerne im Nasdaq-100-Index unterscheiden sich deutlich von den New-Economy-Unternehmen, die im März 2000 weltweit die Börsen in die Krise stürzten. Ein Plädoyer für die heutigen Tech-Konzerne.
Am 25.12.2021 in N° 3/2021 von Brigitta Lehr, Finanzanalystin

In den 1990er-Jahren, als die Ausbreitung von PC und Internet Treiber für eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle war, entwickelten Finanzanalysten kreative Bewertungsansätze für die zahlreichen, an die Börse strömenden Start-up- Unternehmen. Die Anzahl Klicks auf Internetseiten oder gar die Cash-Burn-Rate lösten vielerorts herkömmliche Bewertungskennzahlen ab. Die 1971 gegründete, erste elektronische US-Börse Nasdaq stand im Zentrum des Geschehens und war besonders für junge Technologieunternehmen aufgrund laxerer Anforderungen attraktiv.

Der Nasdaq-100-Index, der die Preisentwicklung der 100 Nasdaq-Unternehmen mit der grössten Marktkapitalisierung ausserhalb des Finanzsektors abbildet, hatte sich nach seiner Lancierung Anfang 1983 bis Oktober 1990 zunächst schlechter als der S&P-500-Index der Standardunternehmen entwickelt. Im Anschluss daran stieg er bis März 2000 um das 25-Fache, während der S&P-500-Index «nur» um das 5-Fache zulegte. Gut zwei Jahre danach hatte der Nasdaq 100 über 80 % seines vorangegangenen Höchstwertes verloren, der Einbruch beim S&P 500 war mit 46 % etwas milder. Dennoch hatte sich am Tiefpunkt im September 2002 der Nasdaq 100 gegenüber Oktober 1990 um den Faktor 4,8 vervielfacht, der S&P 500 dagegen nur um den Faktor 2,7. In den vergangenen Jahren, besonders nach der Finanzkrise 2008/2009, setzte der Nasdaq 100 erneut zu einem Höhenflug an und stellte seine alten Höchstmarken sowie die Standardwerte des S&P 500 in den Schatten (Abb. 4). Die rasante Kursentwicklung verfolgen manche mit Sorge und fragen, ob die Situation mit jener der Dotcom-Blase vergleichbar ist.

Hohe Profitabilität von Nasdaq-100- Unternehmen
Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) besteht generell ein deutlicher Bewertungsaufschlag des Nasdaq 100. Dies ist auch derzeit der Fall. Er ist aber erheblich niedriger als zu Zeiten der Dotcom-Blase und liegt unterhalb des historischen Durchschnitts (Abb. 5). Zudem ist ein höheres KGV bei Wachstumswerten grundsätzlich gerechtfertigt, da deren Gewinne überdurchschnittlich steigen sollten. Bei den aktuell niedrigen Zinsen dürfen die Bewertungen zudem höher sein, da künftige Gewinne mit einem niedrigeren Diskontfaktor abgezinst werden, ihr Gegenwartswert also höher ist. Auch wird überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial in Konjunkturphasen mit niedrigem Trendwachstum eine Prämie eingeräumt, wobei diese Phasen häufig mit niedrigen Zinsen einhergehen. Ungeachtet dessen sind Aktienpreise bei hohen Bewertungen anfälliger für Korrekturen.
Wollen Sie Technologieaktien als strategische Beimischung nutzen? Der Wachstumssektor der Technologietitel ist im Schweizer Aktienmarkt fast nicht repräsentiert und bietet trotz stärkerer Schwankungen langfristiges Potenzial. Der iShares NASDAQ 100 UCITS ETF (IE00B53SZB19) entspricht dem Index und umfasst neben dem Schwerpunkt Informationstechnologie (z.B. Apple, Microsoft) auch Wachstumsunternehmen aus anderen Bereichen wie Kommunikationsdienstleistungen (z.B. Google, Facebook) und diskretionäre Konsumgüter (z.B. Amazon, Tesla). Er bietet eine ideale strategische Beimischung für ein Aktienportfolio mit einem Übergewicht an heimischen Schweizer Aktien (Abb. 6). Eine Alternative ist der Fidelity Global Technology Fund (LU1560650563), ein aktiv verwalteter Technologiefonds, der geringere Konzentrationsrisiken bezüglich der Indexschwergewichte aufweist.
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