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Ein Kind ist unterwegs: Wenn 1 + 1 plötzlich 3 ergibt

Die Freude, die Kinder ins eigene Leben bringen, ist unbezahlbar. Doch nach der Geburt kommen auch Ausgaben auf die frischgebackenen Eltern zu. Wie hoch sind die Kosten im Schnitt und was gibt es zu beachten, wenn eins und eins plötzlich drei ergibt?
Es ist so weit - ein Baby ist unterwegs: Die Planung und Vorbereitung ist in vollem Gange. Die werdenden Eltern sind voller Vorfreude und Familienmitglieder geben aufgeregt Tipps zu Geburt, Ernährung, Erziehung & Co. Doch wie finanziert man ein Kind und wie viel kostet es überhaupt, wenn man plötzlich zu dritt ist? Wenn Sie sich diese Frage stellen, dann versuchen wir Ihnen einen kleinen Überblick zu geben.

Schweizer Familien in Zahlen

Laut Bericht des Bundesamtes für Statistik «Familien in der Schweiz» sind sieben von zehn Frauen und zwei Drittel aller Männer zwischen 25-80 Jahre bereits Eltern eines oder mehrerer leiblicher oder adoptierter Kinder. Eine Frau in der Schweiz bekommt in ihrem Leben im Durchschnitt 1.5 Kinder - das erste davon im Schnitt mit 30,6 Jahren (Bundesamt für Statistik (im Folgenden: BFS) 2017). Das durchschnittliche Erwerbseinkommen von Paaren mit Kindern liegt statistisch gesehen nach Haushaltserhebung des BFS derzeit bei 12 334 Franken, wobei das selbstverständlich nicht heisst, dass alle Paare über ein solches Einkommen verfügen. Die durchschnittlichen Konsumausgaben eines Paares ohne Kinder liegen aktuell bei 6063 Franken, bei Paaren mit Kindern im Schnitt bei 7070 Franken. Diese Beträge beinhalten Ausgaben für Miete, Ernährung, Bekleidung, Krankenkassenprämien, Energiekosten, etc. Sozialversicherungs-, Steuer- und Sparbeträge sind hierin nicht enthalten. Wie hoch ist nun also der Batzen, den Paare im Schnitt für ihr Kind ausgeben? Schauen wir uns die Zahlen dazu etwas genauer an. 

Direkte Kinderkosten

Zuallererst sollten Sie wissen, dass bei der Geburt eines Kindes sowohl direkte, als auch indirekte Kosten auf Sie zukommen. Die zweiten sind hierbei meistens viel höher. Zu den direkten Kosten für den geplanten oder bereits vorhandenen Nachwuchs zählen die Kosten für Ernährung, Kleidung, Wohnen, Gesundheit, Freizeit (exkl. Betreuungskosten). Hierzu gibt es eine Hochrechnung des Bundesamtes für Statistik. Laut dieser betragen die direkten Kinderkosten bei einem Paar mit einem Kind schweizweit im Durchschnitt 857 Franken, wobei die Kosten bei geringem Alter des Kindes tiefer liegen, mit zunehmendem Alter jedoch höher ausfallen. Je mehr Kinder ein Paar hat, umso tiefer fallen die direkten Kinderkosten aus, da etliches bereits erworbene Baby-Equipment sowie Kleidung, Möbel, etc. vom ersten Kind wiederverwendet werden können. So betragen die direkten Kinderkosten laut Hochrechnung bei zwei Kindern 1406 Franken (703 Franken pro Kind), drei Kinder kosten Sie laut Bundesamt für Statistik im Schnitt 1783 Franken (594 Franken pro Kind). 

Konsumausgaben und direkte Kinderkosten bei wachsender Familie (Durchschnitt Schweiz)

Indirekte Kinderkosten

Die indirekten Kosten sind nicht zu unterschätzen. Ein Grund: Die Geburt eines Kindes kann grossen Einfluss auf den Beschäftigungsgrad der Eltern haben. Viele Paare reduzieren ihr Arbeitspensum und verzichten dadurch auf mögliches Einkommen und Karrierechancen. Diese finanziellen Einbussen zählen - neben den dadurch entgangenen Sozialversicherungsbeträgen - zu den indirekten Kinderkosten. Um einige Beispiele zu bringen: 53 Prozent aller Paare ohne Kinder sind vollzeitbeschäftigt (BFS 2017). Sobald ein Kind (bis zu drei Jahren) dazukommt, sind es nur noch 12 Prozent Vollzeitbeschäftigte, da ein Elternteil – meistens noch immer die Mutter – ihr Pensum reduziert. Ein weiteres Detail: In der Schweiz arbeiten Mütter im Alter zwischen 25 und 54 Jahren in insgesamt 82,5% aller Fälle Teilzeit (im Vergleich: nur 11,4% der Väter!). Dies bleibt zum Teil sogar in den Jahren nach der Geburt so. Denn aktuelle Zahlen zeigen, dass knapp 40 Prozent aller Teenagermütter heute gar nicht oder maximal in einem 50-Prozent-Pensum beschäftigt sind.

Damit das Familieneinkommen nun also trotz der sehr verbreiteten Teilzeitbeschäftigung der Eltern ausreicht, ist eine vorausschauende Planung besonders wichtig. Denn die Zeitkosten – das geringere Einkommen sowie die kinderbedingt nötige unbezahlte Hausarbeit - können enorm sein und das Budget der Familie viel stärker beeinflussen, als die direkten Kosten. Diese sind sehr individuell und es ist schwierig, allgemeine Schätzungen vorzunehmen. Doch auch sollten werdende Eltern daran denken, dass die berufliche Wiedereingliederung sich durch die Pause womöglich schwieriger gestalten kann und es dadurch womöglich zu weiteren Einbussen bei den Einkünften kommt. Auch sind tiefere Versicherungsleistungen und eine geringere Altersvorsorge nicht zu unterschätzen.

Was die indirekten Kosten weiter in die Höhe treiben kann, ist auch der allenfalls nötige Umzug in eine grössere Wohnung oder in ein Haus. Auch neue Einrichtung, die aus diesem Grund gekauft wird, kann zu den indirekten Kinderkosten gezählt werden.

Vor der Geburt Finanzen planen

Für eine genaue Auflistung aller möglichen Konsequenzen durch die Geburt Ihres Kindes empfehlen wir – gerade aufgrund der indirekten Kosten – eine professionelle Beratung und Finanzplanung. Mit einem konkreten Massnahmenplan kann hier alles Wichtige einmal in Ruhe durchdacht und mit einem Profi besprochen werden – und das bereits bevor Ihr Baby das Licht der Welt erblickt. Doch jetzt wollen wir uns erstmal die ungefähren Baby-Kosten in den ersten Lebensjahren genauer anschauen.

Das Baby ist da! 

Wie viel werden Sie wohl mit einem Neugeborenen geschätzt mehr ausgeben - und vor allem wofür? Einen groben Überblick über die einzelnen Kostenpositionen können wir Ihnen geben. Das Beispiel unten zeigt die Ausgaben für ein Kleinkind bis zum vierten Lebensjahr im Kanton Zürich. Achtung: Die Beträge sind bloss annähernd und können individuell extrem nach oben und auch nach unten abweichen. Statistische Daten des Amtes für Jugend- und Berufsberatung Zürich ("Kinderkostentabelle 2020") besagen jedoch, dass das erste Kind die Haushaltskasse monatlich im Schnitt mit etwa 1295 Franken belastet.  Drittbetreuungskosten und der Betreuungsunterhalt sind exklusive.

Wichtig ist: Die Kosten können in der Schweiz je nach Kanton recht unterschiedlich ausfallen. Ein Beispiel: Die Kategorie "Wohnen" in der Grafik unten bezeichnet den Anteil an den Mietkosten ohne Nebenkosten - wenn z.B. ein Umzug in eine grössere Wohnung nötig wird. Die Kosten für die  Wohnungsmieten können in Basel allerdings tiefer sein.

Monatliche Ausgaben für Kleinkinder bis 4 Jahre 

Kantonsspezifische Durchschnittswerte für Familien in urbaner Umgebung

Kinderbetreuung: Wichtiger Punkt bei der Familienplanung

Wenn beide Partner arbeitstätig sind, so sollten Sie unbedingt noch allfällige Betreuungskosten hinzurechnen. Diese sind - falls die Betreuung familienextern stattfindet - meist ein zusätzlicher wichtiger Kostenfaktor.

Betreuungs-Situation in Basel-Stadt

Kinder ab drei Monaten können in Basel in über 100 Tagesheimen sowie in Tagesfamilien, die der Aufsicht des Erziehungsdepartements unterstehen, betreut werden. Ab drei Jahren dürfen sie Spielgruppen aufsuchen und ab Kindergartenalter gibt es an allen Volksschulen Tagesstrukturen (z.B. Mittagstische, Nachmittagsbetreuung und Tagesferien). Die Kosten können hier stark variieren: Bei hundertprozentiger Betreuung (von Montag bis Freitag) beträgt der minimale Elternbetrag pro Kind im Kanton Basel-Stadt monatlich 300 Franken und maximal 2200 Franken – je nach Einkommen der Eltern ist die Spanne hier also sehr gross. Im Schnitt werden Kinder jedoch nur an zwei bis drei Tagen der Woche fremdbetreut, was die Kosten entsprechend reduziert.Die meisten Betreuungs-Plätze werden einkommensabhängig vom Kanton und den Gemeinden mitfinanziert. Eine Übersicht der geschätzten Elternbeiträge in Basel-Stadt sowie die Elternbeitragsergänzungen in Tagesheimen finden Sie auf der Webseite des Erziehungsdepartements Basel-Stadt. Auch können Sie die Beiträge für Basel hier selbst berechnen. Wenn Sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Tagesheim begeben wollen, können Sie hierzu folgende Checkliste zur Hilfe nehmen.

Wie sieht das Familieneinkommen aus?

Nicht jeder in der Schweiz kann sich Kinder völlig problemlos leisten. So besagen statistische Daten, dass zehn Prozent der Familien, in denen beide Partner trotz Kind weiterarbeiten, finanzielle Sorgen haben. In Haushalten, in denen nur eine Person arbeitstätig ist, haben sogar rund 17 Prozent Probleme, gut über die Runden zu kommen. Deshalb ist es wichtig, das Familieneinkommen unter die Lupe zu nehmen. Es lohnt sich, folgende Punkte anzuschauen:

  • Werden Sie, sobald das Baby da ist, ihr Jobpensum reduzieren? Falls ja, um wie viel? Wie weiter oben beschrieben, ist es sehr wahrscheinlich, dass es durch Reduktion auf Teilzeit und allenfalls unbezahlte Mutter- oder Vaterschaftsferien zu gröberen finanziellen Einbussen kommt.
  • Auch die Steuersituation verändert sich mit der Geburt eines Kindes. Kalkulieren Sie, wie hoch Ihre Steuerrechnung später ausfallen könnte – auch wenn Sie beispielsweise Ihr Pensum reduzieren. Wir stehen Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung, falls Sie Hilfe bei der Berechnung benötigen.

Willkommene Hilfe: Familienzulagen im Kanton Basel-Stadt

Wenn Sie ein Kind bekommen, haben Sie im Normalfall Anspruch auf Familienzulagen: In Basel-Stadt beträgt die Zulage für Kinder aktuell vom Geburtsmonat bis 16 Jahren 275 Franken und ab dem 16. Lebensjahr bis zum Ausbildungsabschluss (max. bis zum 25. Altersjahr) 325 Franken. Auch wenn Sie Teilzeit arbeiten, haben Sie den Anspruch auf die vollen Zulagen, sofern Ihr Lohn mindestens 592 Franken pro Monat, bzw. 7 110 Franken pro Jahr beträgt.

Jede Situation ist einzigartig: Lassen Sie sich von uns unterstützen

Bei der Familienplanung gibt es sehr viele Details und Nuancen. Jedes Paar ist einzigartig und hat ganz individuelle Wünsche und Ziele für die Zeit zu dritt. Kontaktieren Sie uns jetzt für einen massgeschneiderten Plan – damit Sie Ihre finanziellen Ziele sicher erreichen und an alles Wichtige denken. So steht Ihrem Glück zu dritt nichts mehr im Weg.

Tipp: Sie können sich an folgenden Budgetbeispielen für Familien mit unterschiedlicher Anzahl von Kindern orientieren. Die Beispiele können dabei helfen, eine Übersicht über die gesamten monatlichen Kosten zu gewinnen. Bringen Sie eine persönliche Budgetaufstellung am besten zu Ihrem Beratungsgespräch bei uns mit. So ist das Potenzial zur erfolgreichen Optimierung am grössten. 

Planen Sie eine Familie? Möchten Sie Ihr künftiges Budget mit professioneller Unterstützung langfristig clever gestalten oder zusätzlich optimieren? Sprechen Sie mit uns über Familienplanung. Wir hören uns jeden Wunsch an.

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