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Zinsen und Energiepreise erholen sich

Warum der Anstieg der US-Zinsen für lange Laufzeiten kein Anzeichen für ein neues Inflationsregime ist. Mehr dazu von Chief Investment Officer Dr. Sandro Merino.
Am 05.03.2021 in Fokusthemen von Dr. Sandro Merino

Zinsen und Energiepreise erholen sich

Viel zu reden gab in den letzten Wochen der Anstieg der US-Zinsen für lange Laufzeiten. Nachdem im Zuge der Covid-19-Pandemie die Zinsen für US-Dollar-Anlagen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf etwa 0,50 % eingebrochen waren, ist das Zinsniveau allein im Februar um etwa 0,50 % angestiegen und liegt derzeit bei etwa 1,50 %. Somit liegt das US-Zinsniveau wieder etwa dort, wo es sich vor Ausbruch der Pandemie befand. Ähnliches hat sich bei den Preisen für Rohöl abgespielt, die im April 2020 auf Rekordtiefstände eingebrochen waren. Der gute Fortschritt bei den Impfungen in den USA und die Aussicht auf eine langsame aber fortschreitende Reduktion der pandemiebedingten Einschränkungen in Europa lässt eine Belebung der Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte erhoffen. Dass dabei die Indizes für Konsumentenpreise stärker ansteigen, weil der Einbruch im Sommer des letzten Jahres als Basis der Messung dient, ist zu erwarten gewesen.

Auch für den Schweizer Hypothekarnehmer waren diese Turbulenzen durch leicht angestiegene Zinsniveaus spürbar. Das Zinsniveau für 10-jährige Festhypotheken reagierte aber nur geringfügig um maximal etwa +0,15 %.

Ist die Erwartung höherer Inflation begründet?

Mit Inflation als geldpolitischem Phänomen haben die jüngsten Zinsbewegungen in den USA aber nicht viel zu tun. Obwohl der US-Notenbank-Chef Jerome Powell dies schon fast händeringend zu erklären versucht, liegt der Fokus der Aufmerksamkeit bei Medien und Marktteilnehmern auf dem voraussichtlich 1,9 Billionen USD schweren und somit massiven Hilfspaket, das Joe Biden schon Mitte März verabschieden könnte. Befürchtungen werden geschürt, dass diese Stützungsmassnahmen unweigerlich zu einem Inflationsausbruch führen werden. In Anbetracht der nach wie vor schwachen Beschäftigungssituation und der Einmaligkeit dieser Hilfen rechnen wir nicht mit dem Beginn eines neuen Inflationsregimes. Zwar ist es durchaus möglich, dass über die nächsten zwölf Monate die Warenkörbe, die zur Inflationsmessung herbeigezogen werden, im Vergleich zum Sommer 2020 Preisbewegungen von gut +3 % vollziehen werden. Dieser Sprung wird sich 2022 aber nicht wiederholen, wenn der Stimulus-Impuls abklingt. Entsprechend erwarten wir, dass die Teuerung gemäss US-Konsumentenpreise sich nach dieser «Störung» ab 2022 wieder bei etwa 2 % einpendelt. Dies war das Niveau der US-Teuerung vor der Pandemie. Die Erholung der US-Beschäftigungssituation dürfte dabei bis in das Jahr 2023 andauern und wirkt Inflationstendenzen entgegen.

Das Kreuzen einer «Bugwelle» in der Preisentwicklung, welche durch die Pandemie ausgelöst wurde, sollte also nicht mit dem Anschwellen einer «Inflations-Sintflut» verwechselt werden. Am wahrscheinlichsten erscheint uns, dass das vertraute Tiefzinsumfeld uns noch sehr lange erhalten bleiben wird.

Aktienanlagen international diversifizieren!

Der breite Schweizer SPI-Index lag Ende Januar erstmals wieder über dem Allzeit-Höchststand vom Februar 2020. Im Februar hat der SPI wieder einen Teil der Kursgewinne abgegeben. Deutlich besser als Schweizer Aktien haben in diesem Jahr bisher asiatische und europäische rentiert. In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass wir zu einer internationalen Diversifikation der Aktienanlagen raten. In unseren Anlagelösungen und Vermögensverwaltungsmandaten ist dementsprechend auch in den «Fokus Schweiz»-Strategien rund ein Viertel der Aktienbestände international investiert. Diese Diversifikation hat im Februar zu einer günstigen Entwicklung geführt. Unsere ausgewogene Anlagelösung hat dank breiterer internationaler Diversifikation den Schweizer Aktienmarkt (SPI-Index) in der Renditeentwicklung geschlagen.

Anlagestrategie: Festhalten am Aktienübergewicht

Trotz der Seitwärtsbewegung von Aktien im Februar und den Turbulenzen an den US-Zinsmärkten halten wir an unserer deutlichen taktischen Übergewichtung der Aktienquote weiterhin fest. Trotz der zugegebenermassen teuer gewordenen Bewertungen von Aktien erwarten wir Kursgewinne im Zuge einer sich langsam normalisierenden Weltwirtschaft. Der Einbruch beim Gold- und Silberpreis eröffnet aktuell für langfristig orientierte Anleger interessante Einstiegsmöglichkeiten, um eine strategische Position in Edelmetallen aufzubauen.

Dr. Sandro Merino

Dr. Sandro Merino

Chief Investment Officer

Erfahren Sie aus erster Hand die Einschätzungen unseres Chief Investment Officers, Dr. Sandro Merino, und überprüfen Sie Ihre Anlagestrategie mit Ihrer Kundenberaterin oder Ihrem Kundenberater.

Rechtliche Informationen

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