Gutes Anlagejahr 2021 – trotz Pandemie

Die neue Virusvariante wird den Druck auf die Politik erhöhen, die langfristige Strategie zur Eindämmung der Pandemie klarer zu formulieren. Die positive Grundstimmung an den Aktienmärkten konnte sich für das ganze Jahr 2021 jedoch trotz vieler Risikofaktoren halten. Aktuelles zu Börsen und Märkten erfahren Sie jetzt von Anlagechef Dr. Sandro Merino.

Am 03.12.2021 in Fokusthemen von Dr. Sandro Merino

Vor fast genau einem Jahr hatten die Aktienmärkte die Durchbrüche bei der Entwicklung von Impfstoffen mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. Man soll den Tag zwar nicht vor dem Abend loben, aber die positive Grundstimmung an den Aktienmärkten konnte sich für das ganze Jahr 2021 trotz vieler Risikofaktoren halten. Seit Anfang 2021 und bis zum heutigen Redaktionsschluss am 3. Dezember hat der Schweizer Aktienmarkt etwa 17 % rentiert, der US-Markt (S&P 500) etwa 27 %, der DAX 7 % und der chinesische CSI 300 Index etwa 3 %. All diese Angaben sind inklusive Dividenden und in CHF ermittelt. Es hat sich also erneut gelohnt, den dynamischen US-Aktienmarkt in der Portfoliokonstruktion zu berücksichtigen. Chinesische Aktien haben trotz des starken Wachstums in China erneut wenig geglänzt. Die gigantische Wertschöpfung der US-Tech-Giganten sucht in der Weltwirtschaft heute ihresgleichen. Titel wie Google, Tesla und Microsoft haben deutlich über 50 % zugelegt in diesem Jahr. Wir halten weiterhin an der strategischen Empfehlung fest, einen Teil des Portfolios diversifiziert in den US-Technologiesektor zu investieren.

Omikron sorgt für Volatilität an den Börsen

Ein Jahr nach den wissenschaftlichen Durchbrüchen bei den Covid-Impfstoffen stellt man ernüchtert fest, dass besonders im deutschsprachigen Raum die Akzeptanz der Impfung bisher zu gering war, um erneute pandemische Wellen zu verhindern oder um sie wenigstens signifikant zu dämpfen. In Europa sind in vielen Ländern teils sehr strikte, zusätzliche Gegenmassnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Kraft getreten. Die Vermeidung der Überlastung der Gesundheitssysteme und die Durchimpfung der Bevölkerung sind dabei die zentralen Ziele des Krisenmanagements. In einigen Ländern wird in der Politik auch über die Einführung einer spezifischen oder allgemeinen Impfpflicht diskutiert. Dass Massnahmen durch politisch Verantwortliche im Voraus kategorisch ausgeschlossen wurden, hat sich häufig als inkompatibel mit der realen Eskalationsstufe der Situation herausgestellt. Die sich nun weltweit ausbreitende neue Virus-Mutation, die von der Weltgesundheitsorganisation mit «Omikron» bezeichnet wurde, hat das Potenzial, die Lage erneut eskalieren zu lassen. Zwar gehen die Hersteller der bisherigen Impfstoffe Moderna, Pfizer-Biontech und Astra Zeneca davon aus, dass die bisher eingesetzten Impfstoffe auch gegen Omikron eine hohe Schutzwirkung bewahren sollten. Fundierte quantitative Aussagen dazu werden aber erst in einigen Wochen möglich sein. Die neue Virus-Variante wird auch den Druck auf die Politik erhöhen, die langfristige Strategie gegen das Virus klarer zu formulieren und weltweit noch entschlossener zu implementieren.

Diese wiederholte Eskalation der Unsicherheit hat auch an den Börsen für mehr Volatilität gesorgt. Eine eigentliche Korrektur blieb dennoch bisher aus. Unsere seit dem Sommer bereits etwas weniger in Aktien gewichtete Anlagestrategie haben wir nicht angepasst. Weltweit betrachtet, bleibt die Konjunktur trotz der Pandemie robust. Der US-Arbeitsmarkt hat sich im November weiter erholt. Die Arbeitslosigkeit ist trotz mässigem Stellenaufbau auf ein Jahrestief von 4,2 % gesunken. Die graduelle Straffung der geldpolitischen Zügel durch die US-Notenbank Fed dürfte nun fortgesetzt werden. Die US-Inflation der Konsumentenpreise von 6,2 % für Oktober im Vergleich zum Oktober des Vorjahres wird von der Fed nach wie vor als vorübergehendes Phänomen eingeschätzt. Es wird erwartet, dass sich die Inflation im Laufe des ersten Halbjahres 2022 normalisiert.

EUR/CHF fällt unter 1.04

Nachdem der EUR/CHF-Wechselkurs im Laufe dieses Jahres um unseren Prognosewert von 1.08 oszilliert hatte, hat der Euro seit Oktober deutlich an Wert gegenüber dem CHF verloren. Die Kaufkraftparität gemäss Konsumentenpreisen liegt nach wie vor bei 1.20, d. h. der Franken ist aktuell deutlich überbewertet. Die Gründe für diese Bewegung sind nicht evident. Die gestiegene Volatilität, die vergleichsweise tiefere Inflation in der Schweiz und wenig absehbare Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank tragen aber wohl zum stärkeren Franken bei. Wir erwarten gegenwärtig aber eher eine Gegenbewegung in Richtung unseres, gegenwärtig etwas im Abseits stehenden, Prognosewertes von 1.08. Erneute dezidierte Interventionen der Schweizerischen Nationalbank zur Schwächung des Frankens scheinen bisher noch ausgeblieben zu sein.

Dr. Sandro Merino

Chief Investment Officer

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Rechtliche Informationen

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