Das Geld im Griff: 10 finanzielle Vorsätze für 2023

Mit dem Rauchen aufhören? Mehr Sport? Gesundes Essen? Gute Vorsätze sind hilfreich, wenn es darum geht, sein Leben zu ordnen. Auch in punkto Geld kann man sich gute Vorsätze fürs neue Jahr überlegen. Mit unseren Tipps ist der erste Schritt getan.
Am 20.12.2022 in Rund ums Geld von Ekaterina Cámara
Das neue Jahr steht vor der Tür und wir blicken auf 2023: Wie können wir besser werden? Manche Menschen träumen davon, endlich gesund zu leben, mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Bücher zu lesen. Oft fällt es schwer, aus langjährigen Gewohnheiten auszubrechen. Hat man den Entschluss jedoch erstmal gefasst, kann man es schaffen. Doch nicht nur die Bereiche Gesundheit und Freizeitgestaltung lassen sich optimieren. Auch im Hinblick auf den Umgang mit Geld können wir uns weiterentwickeln. Hier ein paar Ideen, um die eigene finanzielle Situation im nächsten Jahr noch besser in den Griff zu bekommen.

Vorsatz Nr. 1: Kurz- und langfristige finanzielle Ziele setzen

Neujahresvorsätze setzt man eher um, wenn man sich den Weg zum Ziel in viele kleine Schritte unterteilt. Und wenn man sich sowohl kurzfristige, als auch langfristige Ziele setzt. Ein kurzfristiges Ziel könnte z.B. sein, seine (Kreditkarten-)schulden innerhalb der ersten Monate des neuen Jahres abzubezahlen oder die Erstellung und strikte Einhaltung eines Finanzplans. Auch das Sparen für ein Eigenheim oder das Eröffnen eines Dritte-Säule-Kontos kann man sich als Vorsatz fürs neue Jahr vornehmen. Während kurzfristige Ziele (z.B. Kontoeröffnung) schnell zu erreichen sind, braucht man für langfristige Ziele (wie z.B. für das Sparen für ein Eigenheim oder für andere persönliche Träume und Ziele) einen längeren Atem.

Vorsatz Nr. 2: Eine Liste der Ein- und Ausgaben führen

Sind die kurz- und langfristigen Ziele einmal festgelegt, empfiehlt es sich, die eigenen Ein- und Ausgaben 30 Tage lang beobachten. An welchen monatlichen Fixkosten ist nicht zu rütteln? Welche Kosten sind variabel und wo verbirgt sich Sparpotential? Die Analyse des eigenen Konsums ist zur Erreichung persönlicher finanzieller Ziele essentiell. Es gibt heute eine grosse Vielfalt an Apps, die dabei unterstützen können.

Tipp: Der Finanzassistent der Basler Kantonalbank ist ein ideales E-Banking-Tool für diesen Zweck. Damit behalten Sie den Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben. Er kategorisiert automatisch alle Transaktionen Ihrer Konten und Karten. So zeigt er Ihnen, wie viel Sie beispielsweise für Wohnen, Haushalt, Gesundheit oder Ferien ausgeben. So haben Sie Ihre Finanzen jederzeit im Griff. Definieren Sie dafür ein Budget und individuelle Sparziele. Nützlich ist zudem die Suchfunktion für Zahlungen, Beträge oder Stichworte.

Vorsatz Nr. 3: Einen Sparplan erstellen und diesem folgen

Hat man herausgefunden, wie hoch die monatlichen Fixkosten sind, bietet es sich an, einen Sparplan zu erstellen. Darin kann man festlegen, wie viel Geld künftig maximal z.B. für Lebensmittel, Freizeit, Ferien etc. ausgeben werden soll. Den restlichen Betrag kann man für seine Sparziele zur Seite legen. Diesen überweist man (am besten schon zu Beginn jedes Monats) auf ein extra dafür eingerichtetes Konto. Ein Dauerauftrag, ist hier ebenfalls hilfreich – so kommt man gar nicht erst in Versuchung, das Geld, das man sparen möchte, auszugeben.

Vorsatz Nr. 4: Lernen «nein» zu unsinnigen Käufen zu sagen

Geben wir es zu: vieles von dem was wir kaufen, brauchen wir nicht sehr dringend. Für eine nachhaltige Verbesserung der eigenen finanziellen Situation ist es wichtig, auch mal «nein» zu etwas zu sagen, das man gerne hätte, aber nicht unbedingt benötigt. Unsere finanziellen Entscheidungen sollten nicht spontaner Natur sein, sondern klug und durchdacht: so ist das vernünftige Haushalten und Geldausgeben eine Geisteshaltung, die wichtig im Leben ist. Wer mag, kann zur zusätzlichen Erhöhung der eigenen Sparquote auch in Erwägung ziehen, weniger auswärts zu essen, ungenutzte Abonnements zu kündigen oder sich z.B. einen Nebenjob neben Schule und Studium zu besorgen.

Vorsatz Nr. 5: Verträge immer gründlich lesen

Lesen Sie neue Verträge, die Sie abschliessen, immer sehr genau durch – vor allem das Kleingedruckte. Das kann vor versteckten Kosten schützen. Auch sollte man sich bei Abos rechtzeitig vor deren Ablauf unter Einhaltung der Kündigungsfrist (meist mehrere Monate vorher) eine Erinnerung einrichten. So wird man rechtzeitig dazu auffordert, den Vertrag zu beenden bevor er sich automatisch verlängert und neue Kosten entstehen.  

Vorsatz Nr. 6: Ein finanzielles Polster für Notfälle aufbauen


Auch kann man sich zum Vorsatz machen, ein finanzielles Polster für Unvorhergesehenes und Notfälle anzulegen. So muss man, falls einmal die Waschmaschine oder das Auto kaputtgehen sollten, nicht gleich auf die Ersparnisse zurückgreifen, die eigentlich für die dritte Säule oder z.B. den Kauf der eigenen vier Wände gedacht waren. Ein extra eingerichtetes «Notfallkonto», auf das man monatlich einen individuellen Betrag einzahlt, bietet auf jeden Fall zusätzliche Freiheit und finanzielle Sicherheit.

Vorsatz Nr. 7 : Vorsichtig mit Schulden umgehen

Wer seine Schulden begleicht, die sich über die Jahre womöglich angesammelt haben, hat später viel mehr Freude am Sparen - und auch mehr Möglichkeiten dazu. Deshalb sollte eine der obersten Prioritäten sein, endlich schuldenfrei zu werden. Hierzu zählen auch nicht abgezahlte Kreditkartenausgaben. Bei fast jeder Art von Schulden fallen jährliche Zinsen an, die ganz schön ins Geld gehen. Sortieren Sie alle Schulden, die Sie haben nach der Höhe der jährlichen Zinsen und versuchen Sie die, mit den höchsten Sätzen als erstes zu begleichen.

Tipp: Die 50/30/20 Regel. Diese besagt: Höchstens 50 Prozent sollten die monatlichen Fixkosten ausmachen (Miete, Rechnungen) und 30 Prozent die variablen Kosten wie eigene Wünsche, Lebensmittel, Freizeitgestaltung etc. Die verbleibenden 20 Prozent kann man für das Sparen oder Begleichen von Schulden reservieren.

Vorsatz Nr. 8: Für seine dritte Säule sparen

Verpasste wichtige finanzielle Schritte können viel weitreichendere Folgen haben, als andere vernachlässigte Vorsätze. Während sich z.B. der Vorsatz "Sich endlich mehr um den Haushalt kümmern" zu jedem Zeitpunkt nachholen lässt, sieht es beim Sparen für die persönliche dritte Säule anders aus. Denn wer nicht frühzeitig eine dritte Säule anlegt und diese in regelmässigen Abständen befüllt, kann dies später nicht mehr in vollem Masse nachholen. Wer also gleich zu Beginn des Jahres ein Vorsorgekonto und einen Dauerauftrag einrichtet, kommt gar nicht erst in Versuchung, seine dritte Säule auch im neuen Jahr unter den Tisch fallen zu lassen. Erwerbstätige mit Pensionskasse dürfen 2023 maximal CHF 7056 in die Säule 3a einzahlen. Für Selbstständige ohne Pensionskasse liegt der maximale 3a-Einzahlbetrag bei höchstens 20% des Nettoerwerbseinkommens, maximal aber bei CHF 35 280. Doch es muss nicht immer der Maximalbetrag sein. Auch eine Teilzahlung ist besser als keine Zahlung.

Nicht zu vergessen: Alles was Sie in Ihre dritte Säule einzahlen, können Sie vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen. Eine korrekt aufgegleiste freiwillige Vorsorge ist somit nicht nur interessant für die Zeit nach Ihrer Pensionierung. Sie erzielen damit schon heute Jahr für Jahr eine attraktive Steuerersparnis. Auch lässt sich Vorsorgeguthaben für den Kauf einer Immobilie einsetzen.

Tipp: Das Vorsorgen mit Wertschriften ist cleverer als klassisches Vorsorgesparen. Die Renditechancen sind hier um Einiges höher, als mit dem Vorsorgen mit einem klassischen 3a-Vorsorgekonto.

Vorsatz Nr. 9: Mit dem Geldanlegen beginnen

Was für die Vorsorge gilt, gilt heutzutage auch beim Sparen: über lange Zeit lassen sich meist im Schnitt viel höhere Renditen erzielen, wenn man sein Erspartes anlegt und nicht einfach auf einem Sparkonto deponiert. Die Zinsen und die fortschreitende Teuerung machen Geldanlagen immer attraktiver – besonders bei einem längeren Anlagehorizont, über den man vor allem als junger Mensch noch verfügt. Machen Sie im neuen Jahr mehr aus Ihrem Geld und profitieren Sie von grösseren Renditechancen, als beim klassischen Sparen.

Tipp: Besprechen Sie in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Kundenberaterin oder Ihrem Kundenberater, welchem Anlegerprofil Sie entsprechen. Anschliessend kann Ihnen die für Sie ideale nachhaltige Anlagelösung empfohlen werden.  

Vorsatz Nr. 10: Das eigene Finanzwissen erweitern & lesen, lesen, lesen

Machen Sie es sich im neuen Jahr zur Gewohnheit, das eigene Know-How auch im Bereich Finanzen zu erweitern und sich immer wieder neues Wissen anzueignen. Abonnieren Sie Finanzblogs, lesen Sie regelmässig Bücher, Wirtschaftszeitungen und Zeitschriften, die Finanzthemen enthalten, oder hören Sie Finanzpodcasts. Auch Literatur über wichtige Finanz-Basics sowie eine professionelle persönliche Finanzplanung können dabei helfen, Ihnen das Thema Finanzen schmackhaft zu machen. So macht Sparen und Anlegen - nicht nur im Jahr 2023 - viel mehr Freude.

Sie brauchen Unterstützung bei der Planung Ihrer Finanzen und Vorsorge im neuen Jahr? Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen und beraten Sie gern rund um Ihre Finanz-Vorsätze fürs neue Jahr.

Ekaterina Cámara

Redaktion Online-Marketing

socialmedia@bkb.ch