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«Eine Herzensangelegenheit» - Gemeinsam für Wald und Klimaschutz

Am Corporate Volunteering Day packen BKB Mitarbeitende im Forstbetrieb Frenkentäler mit an.

Gemeinsam mit dem Forstbetrieb Frenkentäler engagiert sich die BKB in einem innovativen Waldklimaschutzprojekt. Damit ergänzt sie ihr Klimaschutz-Engagement und erreicht schon heute ihr betriebliches Netto-Null-Ziel. Am Corporate Volunteering Day haben BKB Mitarbeitende vor Ort mit angepackt – und damit ihren Beitrag zu Waldpflege, Klimaschutz und Förderung der Diversität in der Region geleistet.
Am 07.09.2021 in Nachhaltigkeit von Christine Gueniat
Mit Freischneider, Sense und Rechen wurde eine Naturschutzfläche gemäht. Eine wichtige Arbeit, die der Fläche Nährstoffe entzieht und die Biodiversität fördert. Bei dem freiwilligen Einsatz konnte die Mitarbeitenden das Waldklimaschutzprojekt der Bank besser kennen lernen. Und sogar Jugendträume wahr werden lassen.
Es ist mir eine Herzensangelegenheit, hier zu sein.

Andreas Ruesch, Leiter Vertrieb Privatkunden

«Es ist mein Jugendtraum gewesen, Förster zu werden. Ausserdem bin ich langjähriger Präsident des Altpfadfinderverbands. Es ist mir also aus persönlichen Gründen eine Herzensangelegenheit, hier zu sein. Der zweite Aspekt ist natürlich, dass sich die BKB im Frenkentäler Wald mit einem Projekt zur Kompensation von Emissionen engagiert. Es ist toll, den Wald mit eigenen Augen zu sehen, selber mit anzupacken und mit den Menschen sprechen, die das alles ermöglichen.»
Ich bin stolz darauf, dass die BKB den Frenkentäler Wald unterstützt und ich meinen Beitrag dazu leisten kann.

Daria Liach, Gruppenleiterin Erbschaftsabwicklung und Erwachsenenschutz

«Der Wald ist für mich Rückzugsort und Erholungsoase zugleich. Er ist sehr wichtig für mich, denn ich schätze es, aus der Stadt herauszukommen und die Ruhe hier zu geniessen. Der Wald ist wichtig - für die Natur, das Klima, aber auch für die Menschen. Und das möchte ich mit meinem Einsatz heute hier unterstützen. Ich bin stolz darauf, dass die BKB mit dem Projekt den Frenkentäler Wald unterstützt und dass ich heute ganz persönlich meinen Beitrag dazu leisten kann.»
Es ist ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun und dem Wald zu helfen.

Benjamin Mosfegh, Fachspezialist Produkt und Kanalmanagement

«Ich bin grosser  Fan des Waldes. Der Wald hat etwas Ruhiges für mich. Heute bin ich hier, um die Chance zu nutzen, vor Ort zu sehen, wo sich die Bank engagiert. Es ist ein gutes Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun und dem Wald zu helfen - der ja eine so wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt.»

Der Wald und unser Klima

Spätestens in der Corona-Krise haben wir erfahren, was der Wald den Menschen alles Gutes tun kann. Nicht nur das hat dazu beigetragen, dass man auch die Gefahren, denen der Wald ausgesetzt ist, vermehrt wahrnimmt. Wer genau hinschaut, sieht, in welch schlechtem Zustand unsere Wälder sind – bedingt durch Witterungsextreme mit Trockenheit, Hitze und Stürmen. Dadurch hat auch der Schädlingsbefall zum Beispiel durch den Borkenkäfer extrem zugenommen. Allerorten muss abgeholzt und neu gepflanzt werden.

Das Dilemma daran: Es ist der Klimawandel, der dem Wald zusetzt – aber genau dieser Wald ist es, der eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt. Ganz einfach, weil Bäume eine grosse Menge Kohlendioxid aus der Luft speichern können. Der Wald droht seine Leistungsfähigkeit als CO2-Senke zu verlieren – mit verheerenden Folgen für unser Klima.

Der Wald ist naheliegend

Die BKB hat in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Projekte rund um den Klimaschutz erfolgreich auf den Weg gebracht. Sie hat ihre betrieblichen Emissionen deutlich reduziert – in erster Linie durch die energieeffiziente Sanierung ihrer Liegenschaften und die konsequente Umstellung auf erneuerbare Energien. Indem die BKB unvermeidbare CO2-Emissionen mit internationalen Klimaschutzprojekten kompensiert, hat sie es geschafft, bereits seit 2018 klimaneutral zu operieren.

Als lokal verankerte Bank ist es ihr ein besonderes Bedürfnis, Massnahmen zu unterstützen, die in der Region Basel ihre Wirkung entfalten. Aus dieser Mission heraus entstand die Partnerschaft mit dem Forstbetrieb Frenkentäler und seinem sogenannten CO2-Senkenleistungsprojekt. Damit leisten die Basler Kantonalbank nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Waldpflege, zur Förderung der Biodiversität sowie zum Klimaschutz in der Region – mit dem Projekt ist es ihr zudem gelungen, ihr betriebliches Netto-Null-Ziel schon 2021 zu erreichen.

Das Waldklimaschutzprojekt «Frenkentäler»


Mit Unterstützung der BKB und der Mitwirkung des Basler Waldeigentümer-Verbandes hat der Forstbetrieb Frenkentäler ein Konzept erarbeitet, wie die CO2-Senkeleistung des Waldes genutzt und in Form von CO2-Zertifikaten verkauft werden kann. Mit dem Verkauf der Zertifikaten an die BKB verpflichtet sich der Forstbetrieb zu einer CO2-optimierten Waldbewirtschaftung, um die Speicherleistung des Waldes kontinuierlich zu erhöhen. Aber die «Wald-Hilfe» reicht noch weiter: Auch Waldgesundheit und Biodiversität werden durch das Waldklimaschutzprojekt gefördert.

Interview mit Simon Czendlik, Co-Betriebsleiter des Forstbetriebes Frenkentäler

Was genau ist Ihre Aufgabe als Förster, auch in Bezug auf das Projekt?

Als Revierförster habe ich eine sogenannte «Hoheitsfunktion» und sorge dafür, dass das Waldgesetz eingehalten wird. Daneben leite ich den Forstbetrieb Frenkentäler, welcher zur Bewirtschaftung der Waldungen 14 Mitarbeitende beschäftigt, die mir als verantwortlicher Manager zuarbeiten. Oberster Massstab unserer Arbeit ist die Nachhaltigkeit, die wir in drei Aspekten fördern: Wir sorgen dafür, dass der Wald Erträge bringt, was wir den beiden anderen Aspekten unterordnen. Wir haben des Weiteren eine Erholungs- und Schutzfunktion, hierzu zählt auch die Förderung der Klimaschutzfunktion des Waldes. Und drittens sind wir der Ökologie verpflichtet, was heisst: Wir fördern aktiv Flora und Fauna und schaffen Lebensräume.

Welche konkreten Massnahmen trifft Ihr Forstbetrieb für eine CO2-optimierte Waldbewirtschaftung?

Hier gilt es zwei Punkte zu unterscheiden. Betrachten wir zunächst den Wald als Lieferanten für Brennholz. Die thermische Verwertung von Holz ist je nach Betrachtungswinkel nicht die beste Verwendungsart für diesen wertvollen Rohstoff. Das gefällte Holz kann natürlich kein CO2 mehr speichern – im Gegenteil. Die Verbrennung führt dazu, dass das gebundene CO2 umgehend wieder freigesetzt wird. Oftmals kommt in der Thermischen Verwertung Holz zum Zug, welches von minderwertiger Qualität ist. Oder aufgrund der Holzart keinen anderweitigen Verwendungszweck hat. Natürlich ist die Thermische Nutzung aufgrund des Umstandes, dass Öl und Kohle substituiert wird, aus klimatischer Sicht besser, aber noch besser wäre es, das Holz nicht mehr zu verbrennen.

Neben dem Brennholz soll der Wald aber auch „Value Added-Holz“ liefern, zum Beispiel für den Hausbau und Einrichtungsgegenstände. Dieses qualitativ hochwertigere Holz geht also in eine nachhaltigere Nutzung ein – und „verpufft nicht in der Luft“ wie das Brennholz. Das heisst, dass das Value-Added-Holz über lange Zeit CO2 bindet. Um solches Holz zu erhalten, bedarf es über viele Jahre einer bewussten Waldpflege um Baumarten von hochwertiger Qualität zu fördern und den Baum so wachsen zu lassen, dass er sich für diesen Wertschöpfungskanal eignet. Dies bedeutet, dass es notwendig ist, in fixen Abständen junge Waldbestände zu pflegen, was sehr kostenintensiv ist. Wenn nun mehr qualitativ hochwertiges Holz produziert wird, kommt es zu weniger thermisch verwertetem Holz, was sich positiv auf das Klima auswirkt.

Für jede Art von Verwendung muss der Wald richtig und sorgsam gepflegt werden. Darüber hinaus arbeiten wir an einer optimalen Biodiversität und sorgen natürlich für die Waldgesundheit. Dabei gilt es, die Besonderheiten des Frenkentäler Waldes zu beachten. Er erstreckt sich über Lagen von 600 bis 1100 Metern Höhe. Hier gibt es noch wenig wärmeliebende Baumarten. Das muss bei der Neueinbringung berücksichtigt werden. Wie man sich sicher denken kann, kostet das alles sehr viel Geld.

Was ist der Beitrag der BKB im Rahmen des Waldklimaschutzprojekts «Frenkentäler»?

Da ist zunächst einmal die monetäre Unterstützung. Die BKB kauft von uns CO2-Zertifikate und wir verpflichten uns im Gegenzug zu einer CO2-optimierten Waldbewirtschaftung. Selbstverständlich gibt es einen regelmässigen Austausch mit der BKB und ein Controlling. – Das ganze Projekt «Frenkentäler Wald» ist auf mehrere Jahrzehnte angelegt. Wenn wir das Projekt ausbauen und weitere Firmen in der Region motivieren können in die Fussstapfen der BKB zu treten, dann ist das eine sehr gute Sache und der Wald kann seinen Beitrag zum Klimaschutz auch in Zukunft leisten.

Wie wird und soll der Wald der Zukunft aussehen?

Er wird ganz klar mehr Diversität haben und hoffentlich resilienter sein. Wir sind sicher auf einem guten Weg, aber die Wälder können die Klimalast natürlich nicht alleine schultern. Aber wir gewinnen mit unseren vereinten Massnahmen für die Wälder eine Verschnaufpause, um andere Bereiche mit mehr Vehemenz anzugehen. Zum Beispiel die Abkehr von fossilen Energieträgern.

Der Schweizer Wald im Umbau

Für die Wälder der Schweiz bedeutet der Klimawandel eine Verschiebung der Vegetationszonen um 500 bis 700 Höhenmeter nach oben. Daher werden in tiefer gelegenen Bergwäldern, in denen heute Nadelbäume vorherrschen, künftig mehr und mehr Laubbäume wachsen.

Mit dem Klimawandel wird es unter den Baumarten im Schweizer Wald Sieger und Verlierer geben. Einer der grossen Verlierer ist mit Sicherheit die Fichte. Sie wird künftig in tieferen Lagen seltener und zum Beispiel im Mittelland langfristig durch Bäume ersetzt, die Trockenheit aushalten – wie etwa die Traubeneiche. Diese widerstandsfähige Baumart ist auch weniger anfällig für Schädlinge wie den Borkenkäfer, der stellenweise zu regelrechten Kahlschlägen in den Wäldern geführt hat.

Christine Gueniat

Fachspezialistin Kommunikation

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