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Zentralbanken machtlos - Politik greift über das Staatsbudget ein

Die Aktienmärkte haben gestern einen historisch hohen Absturz von etwa 10% erlitten. Was nun? Ein Update zur aktuellen Situation von Chief Investment Officer Dr. Sandro Merino.
Am 13.03.2020 in Fokusthemen von Dr. Sandro Merino

Die späte offizielle Einsicht der WHO, dass eine globale Pandemie rollt, die wohl unangemessenste Rede, die ein amerikanischer Staatspräsident je vor laufender Kamera gehalten hat, die Massnahmen der EZB, die mit "Whatever it Doesn't Take" kommentiert wurden und das ohrenbetäubende Schweigen der EU in ihrer Pflicht als wirtschaftlicher Krisenmanager haben gestern in der Kombination dazu beigetragen, dass die Aktienmärkte am 12. März 2020 einen historisch hohen Absturz von etwa 10% erlitten haben. Wobei Donald Trump mit seinem Beitrag am gestrigen Desaster sicher "First" war und wir die Massnahmen der EZB als sinnvoll erachten. Mehr können die Zentralbanken in dieser Situation nicht bewirken. 

Wenigstens sind wir mit unseren Vermögensverwaltungsmandaten und Anlagelösungen mit taktischer Untergewichtung durch diese Korrektur gegangen. Wir konnten den gestrigen Rückschlag für eine Aufstockung der Aktienquote nutzen. Die Käufe wurden, gestern am 12. März, grösstenteils glücklicherweise mit den Preisen bei Börsenschluss ausgeführt.


Für die weitere Entwicklung stehen für uns folgende Betrachtungen im Mittelpunkt: 

  • Es ist schwieriger geworden, die richtige taktische Positionierung einzunehmen. Auf eine sehr rasche V-förmige Erholung der Aktienmärkte kann nicht mit grosser Zuversicht gesetzt werden. Wir werden uns also mit der Aktienquote taktisch eher auf eine neutrale Position hinbewegen. D.h. dass wir situativ Käufe eher punktuell und umsichtig tätigen werden.

  • Die Auffassung, dass beispielsweise in China oder Italien nach einer relativ kurzen Dauer von 1 bis 2 Monaten die Epidemie definitiv überwunden werden könnte, kann sich als trügerisch erweisen. Für eine globale Beruhigung der Epidemie muss eine genügende Immunität der Bevölkerung erreicht werden. Entweder durch eine breite Impfung oder dadurch, dass genügend viele Menschen mit dem Virus in Berührung gekommen sind und auf diese Weise Immunität aufgebaut haben.

    Weiterhin oberste Priorität bleibt für die Gesundheitsbehörden eine Vermeidung der Überlastung der Intensivstationen, die zu einer Rationierung der durchführbaren Behandlungen führen würde. Dies legitimiert die drastischen Eingriffe in das Alltagsleben in Europa. Die Entwicklung der Zahlen für neue Infektionen in mehreren Europäischen Ländern weist hier auf den Handlungsbedarf hin: 
  • Wir werden in der Anlagestrategie zunehmend differenzieren (müssen) nach Anlageklassen, Regionen, Sektoren, Themen und Einzeltitel, um Opportunitäten zu ermitteln, die wir in unserer Anlagestrategie und unseren Anlageempfehlungen für Beratungskunden integrieren können.
  • Weitere Rückschläge bleiben möglich, auch wenn wir davon ausgehen, dass nach den gestrigen Ankündigungen der Regierungen, z.B. in Frankreich und Deutschland, ernsthafte und umfangreiche fiskalische Massnahmen in Vorbereitung sind, welche massiven realwirtschaftlichen Schaden vermeiden werden. 

Wir raten weiterhin an Aktienpositionen festzuhalten und allenfalls taktische Einstiegs-Opportunitäten zu nutzen. Wir werden Sie dabei weiter laufend informieren. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Dr. Sandro Merino

Dr. Sandro Merino

Chief Investment Officer

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