Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung

Immer mehr Menschen in Basel-Stadt nutzen die Säule 3a für ihre Altersvorsorge. Gleichzeitig zeigt sich: Viele setzen sich erst spät aktiv mit ihrer finanziellen Situation im Alter auseinander.

Heute in Vorsorge von Patrick Riedo

Die wichtigsten Ergebnisse zur privaten Vorsorge

  • Der Anteil der Angestellten mit Säule-3a-Einzahlungen ist von 32 % (2007) auf 46 % (2022) gestiegen.
  • Die Sensibilisierung beginnt heute in jüngeren Jahren, ist aber weiterhin noch ausbaufähig.
  • Viele beginnen erst relativ spät, sich aktiv mit ihrer Vorsorge zu beschäftigen.
  • Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse erfolgen häufig kurz vor der Pension.
  • Wer früh startet, hat mehr Möglichkeiten bei der Planung seiner Pension.

Mehr Menschen sorgen privat fürs Alter vor

Die Pensionierung rückt für viele Menschen irgendwann in den Fokus: Sei es durch Gespräche im Umfeld oder die ersten eigenen Überlegungen. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch um die Frage: Wie möchte ich später leben?

Ein wichtiger Baustein dafür ist die private Vorsorge. In den letzten Jahren hat sie deutlich an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Angestellte im Kanton Basel-Stadt zahlen in die Säule 3a ein. Während es im Jahr 2007 rund 32 % waren, lag der Anteil im Jahr 2022 bereits bei 46 %. Besonders bei den unter-35-Jährigen zeigt sich ein deutlicher Anstieg: So zahlen heute 36 % der 25- bis 29-Jährigen und 50 % der 30- bis 34-Jährigen in die Säule 3a ein – ein Zuwachs von rund 20 Prozentpunkten im Vergleich zu 2007. Die Altersvorsorge wird damit zunehmend schon in jüngeren Jahren zum Thema und entwickelt sich immer stärker zu einem festen Bestandteil der persönlichen Finanzplanung.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich heute mehr Menschen bereits in jungen Jahren mit ihrer Altersvorsorge beschäftigen als noch vor 15 Jahren. Hoffentlich lassen sich dadurch noch mehr junge Erwachsene motivieren, sich frühzeitig mit ihrer Altersvorsorge zu befassen. Dennoch besteht hier noch Potenzial für Verbesserungen, insbesondere bei der Höhe der Einzahlungen. Während die Säule-3a-Guthaben bei unter 30-Jährigen im Median noch unter 10 000 Franken liegen, steigen sie im Laufe des Erwerbslebens bis zur Pensionierung auf rund 45 600 Franken.

Weitere Vorsorgeplanung beginnt erst spät

Im Gegensatz zur Säule 3a werden freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse deutlich seltener genutzt und die Nutzung steigt erst kurz vor der Pensionierung deutlich an. Bei den 56- bis 60-Jährigen tätigen rund 13 Prozent einen solchen Einkauf. Viele nutzen dieses Instrument gezielt, um kurz vor der Pensionierung Vorsorgelücken zu schliessen.
Das verdeutlicht: Viele setzen sich erst relativ spät intensiver mit ihrer Altersvorsorge auseinander – oft dann, wenn wichtige Entscheidungen bereits näher rücken. Dies passt zu einem anderen Ergebnis der Studie: Rund ein Viertel der 50- bis 64-Jährigen hat noch keine konkrete Finanzplanung für die Pensionierung vorgenommen.

Früh starten schafft mehr Möglichkeiten

Wer sich frühzeitig mit seiner Vorsorge auseinandersetzt, hat mehr Möglichkeiten, diese aktiv zu gestalten. Es entsteht Spielraum für finanzielle Entscheidungen, aber auch für persönliche Wünsche im Alter.

Dabei geht es nicht nur um die Säule 3a. Ebenso wichtig ist ein Überblick über die eigene finanzielle Situation und zentrale Fragen rund um die Pensionierung: Wie hoch wird mein Einkommen sein? Welche Optionen habe ich? Und wie möchte ich meinen Alltag gestalten?

Wer sich früh damit auseinandersetzt, kann seine Pension nicht nur besser planen, sondern oft auch entspannter darauf blicken.

Teil der BKB-Vorsorgestudie

Die Ergebnisse basieren auf der Vorsorgestudie der Basler Kantonalbank für die Region Basel, die gemeinsam mit dem Forschungsinstitut Sotomo durchgeführt wurde. Neben einer Befragung wurden auch Steuerdaten des Kantons Basel-Stadt ausgewertet.

Patrick Riedo

Leiter Kommunikation

061 266 27 89
medien@bkb.ch

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