Trotz Iran-Krieg weiterhin positive Wirtschaftsaussichten für 2026

Heutige Marktentwicklung

Der Krieg mit dem Iran hat die Energiepreise steigen lassen und rückt eine der wichtigsten Transportrouten der Welt ins Zentrum: die Strasse von Hormus, durch die rund ein Fünftel des globalen Ölhandels läuft. Erfahren Sie, weshalb die Wirtschaftsaussichten für 2026 trotz geopolitischer Spannungen weiterhin positiv bleiben – und welche Risiken Anlegerinnen und Anleger dennoch im Blick behalten sollten.
Heute in CIO-Kommentar von Dr. Stefan Kunzmann
Nach dem Angriff seitens Israel und den USA auf den Iran geht der Krieg im Nahen Osten mittlerweile in die dritte Woche. Während die Golfanrainerstaaten durch den Krieg stark negativ betroffen werden, ist die Bedeutung ihrer Wirtschaftsleistung für die Weltwirtschaft eher gering. Ihr Anteil am globalen BIP beträgt weniger als 3 %. Von Bedeutung ist dagegen der Öl- und Gastransport durch die Strasse von Hormus, durch die täglich jeweils rund 20 % des globalen Bedarfs verschifft werden. Dieses Thema ist es auch, was die Finanzmärkte bewegt. Je länger die Meerenge im Persischen Golf faktisch nicht befahrbar ist und je höher deshalb die Öl- und Gaspreise global notiert werden, desto schmerzlicher sind die Folgen für die Weltwirtschaft und damit für die Börsen.

Zwischenzeitlich sind viele Analysen und Berichte verfügbar, die die damit verbundenen Themen analysieren. Den meisten ist gemein, dass eine de facto Schliessung der Strasse von Hormus für wenige Wochen und ein Ölpreis um 80 US-Dollar je Barrel (Sorte Brent) die Wachstumsperspektiven für die Weltwirtschaft kaum beeinträchtigen, auch die Inflationsgefahr wäre nur vorübergehend ein Thema und die entsprechenden Auswirkungen relativ gering. Die globalen Wachstumsprognosen fallen 0.1 bis 0.2 %-Punkte geringer aus, die Inflationsraten 0.3 bis 0.5 % (je nach Region) höher. Der Krieg fällt dabei in eine Phase, in welcher die Weltwirtschaft sich stabilisiert hatte – also mit grundlegenden positiven Wachstumsperspektiven für das globale BIP von 3.1 % (Konsensprognose/Median, Quelle: Bloomberg, Stand Ende Februar 2026) und einem global stark gesunkenen Inflationsdruck.

Neben diesem Basisszenario werden auch extremere Szenarien durchgespielt. Für den Fall, dass der Ölpreis der Sorte Brent über mehrere Monate hinweg bei durchschnittlich 100 Dollar je Barrel notiert wird (seit Kriegsausbruch hat er sich mehrheitlich zwischen 80 und 100 US-Dollar bewegt), rechnet beispielsweise Oxford Economics aber nur mit moderat tieferen Wachstums- und moderat höheren Inflationsraten gegenüber dem Basisszenario.

Wir haben unser zu Beginn des Jahres skizzierte Hauptszenario für 2026 deshalb nicht grundlegend verändert. Damals signalisierte die Konsensprognose für das globale BIP noch ein Wachstum von unter 3 % (Ende Februar 2026 lag diese wie oben erwähnt bei 3.1 %) und wäre damit kompatibel mit den aktuell publizierten Szenarien eines Ölpreises von 80 bis 100 US-Dollar je Barrel Öl der Sorte Brent. Entsprechend halten wir auch an unserem damals formulierten verhalten optimistischen Ausblick für die Finanzmärkte fest. Erst ein deutlicherer und länger anhaltender Anstieg der Ölpreise würde eine umfangreichere Anpassung unserer Erwartungen nach sich ziehen.

Für Anlegerinnen und Anleger gilt:

  • Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten zeigt einmal mehr, wie wichtig eine breite Diversifikation der Anlagen ist.
  • Die Erfahrungen im Hinblick auf vergangene Kriege und Krisen zeigen zudem, dass man in solchen Phasen Ruhe bewahren und an der gemäss der eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft gewählten Anlagestrategie festhalten sollte.

In dieser Woche: Notenbanken im Blick

Die infolge des Kriegs im Nahen Osten für die kommenden Quartale angepassten Inflationsszenarien führen dazu, dass sich die Erwartungen an die Notenbanken zuletzt verändert haben. Seitens der US-Notenbank wird aktuell nur noch eine Leitzinssenkung 2026 am Markt eingepreist, für die EZB stehen per Ende Jahr gar wieder ein bis zwei Leitzinserhöhungen auf der Agenda. Selbst seitens der SNB wird trotz des starken Schweizer Frankens mit einer Anhebung der Leitzinsen (im Dezember 2026) gerechnet.

An den in dieser Woche am Mittwoch und Donnerstag anstehenden Notenbanksitzungen dürfte zunächst alles beim Alten bleiben. Weder seitens US-Fed, EZB noch SNB wird kurzfristig eine Veränderung der Zinssätze erwartet. Auch hier gilt es abzuwarten, wie sich der Krieg im Nahen Osten am Ende tatsächlich auf die Teuerungsraten auswirken wird.

Heutige Marktentwicklung (Stand ca. 8.15 Uhr, 16. März 2026, Basel Zeit)

Die Terminbörsen signalisieren für den Schweizer Aktienmarkt (SMI Index) mit +0.5 % einen positiven Start in die neue Handelswoche. Gleiches gilt für den deutschen Aktienindex (DAX) und den US-Aktienmarkt. Der Ölpreis der Sorte Brent wird bei gut 104 US-Dollar je Barrel gehandelt.
Dr. Stefan Kunzmann

Dr. Stefan Kunzmann

Leiter Investment Research

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