Regula Berger hat am 1. März 2025 die Führung der Basler Kantonalbank übernommen. Sie blickt auf ein ereignisreiches erstes Jahr als CEO zurück – und hat noch vieles vor.
Gestern in
Vorsorge
von
Regula Berger
Auf einen Blick
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Ein Jahr an der Spitze der BKB: Regula Berger spricht über Wachstum, starke Zahlen und das Vertrauen der Kundinnen und Kunden.
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Vorsorge, Pensionierung, Vermögen: Warum diese Themen für viele Menschen wichtiger werden und welche Rolle die Basler Kantonalbank dabei spielen will.
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Von kostenlosen Konten bis zum Engagement für Basel: Wie die BKB ihre Kundinnen und Kunden sowie die Region stärker unterstützen möchte.
Regula, wie ist das Geschäftsjahr 2025 gelaufen?
Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück: Wir sind gesund gewachsen und haben erneut Top-Ratings erhalten. Das motiviert uns, auch künftig jeden Tag einen top Service für unsere Kundinnen und Kunden zu erbringen.
Und was bedeutet das in Zahlen ausgedrückt?
In den Zahlen wird unser Erfolg besonders gut sichtbar. So ist auch dieses Jahr der Konzerngewinn um nahezu 9 Prozent gestiegen und hat zum ersten Mal die Schwelle von 200 Millionen Franken überschritten. Gleichzeitig sind die Kosten nur moderat gestiegen, was insbesondere den Effizienzsteigerungen in den Prozessen der Bank, einem konsequenten Kostenmanagement und einer klaren Fokussierung bei den Investitionen zuzuschreiben ist. Dies zeigt sich auch in der Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden, die die Basis für unser Wirken ist. Das diversifizierte Geschäftsmodell der BKB ist besonders in unruhigen Zeiten zentral. So konnten wir in den meisten Ertragspfeilern gut wachsen. Das Zinsergebnis konnten wir trotz niedrigem Zinsumfeld steigern dank dem deutlichen Wachstum bei der Anzahl Kundinnen und Kunden und beim Kundenvermögen. Das ist sehr erfreulich. Im Handelsgeschäft spürten wir die Zurückhaltung der Kundinnen und Kunden bei der Absicherung ihrer Zinsrisiken und haben damit einen tieferen Handelserfolg als im Vorjahr.
Wie lief es bei der Bank Cler?
Die Bank Cler bedient Privat- und Immobilienkundinnen und -kunden schweizweit. Auch für sie war 2025 ein sehr erfolgreiches Jahr. Sie konnte in ihrem Kerngeschäft Hypotheken und Anlagen für Privatkundinnen und -kunden wachsen. Der Geschäftserfolg stieg deutlich um 16,9 Millionen Franken auf 96,4 Millionen Franken, was einer Steigerung von 21,3 Prozent entspricht. Mit einem Netto-Zinserfolg von über 206,2 Millionen Franken zeigt sich das sehr stabile Geschäftsmodell der Bank Cler. Wir fokussieren bei beiden Konzernbanken auf nachhaltiges Wachstum und hohe Kundenzufriedenheit.
Und wichtig auch, dass wir der Bevölkerung etwas zurückgeben.
Seit 2025 können Privatkundinnen und -kunden und Vereine kostenlos ein Konto und eine Karte bei uns führen. Zudem ist es uns wichtig, möglichst breit die Region und die Bevölkerung zu unterstützen: Im Jahr 2025 haben wir über 2,2 Millionen Franken an Sponsoring, Vergabungen und Freizeitgutscheinen ermöglicht.
Mit dem Geschäftsjahr 2025 endete auch die Strategieperiode 2022+. Was sind die zentralen Meilensteine?
Wir haben als Konzern trotz diversen Herausforderungen wie Corona, Energieengpässen, hoher Inflation und globalen Krisen mit der letzten Strategie viel erreicht: Das Hypothekarvolumen ist um 3,7 Prozent gewachsen. Die Kundenbasis hat um 8 Prozent zugenommen – das sind mehr als 32 000 neue Kundinnen und Kunden. Auch in Sachen Nachhaltigkeit haben wir Wirkung erzielt: Wir bieten unseren Firmenkundinnen und -kunden nachhaltige Finanzierungen an, begleiten sie aktiv bei der Dekarbonisierung und engagieren uns lokal – etwa für grüneren Lebensraum in Basel. Und nicht zuletzt konnten auch die Ausschüttung an den Kanton Basel-Stadt sowie die Dividende an die PS-Inhaberinnen und -Inhaber erhöht werden. In den letzten vier Jahren hat der Kanton Basel-Stadt von der BKB insgesamt 432 Millionen Franken erhalten. Das ist ein schöner Beitrag an die Kantonsfinanzen und entspricht pro Baslerin und Basler immerhin 2000 Franken.
Kannst du uns ein Bild von der Zukunft malen?
Das wichtigste Thema betrifft den demografischen Wandel: In den nächsten Jahren gehen viele Menschen in Pension. Deshalb wird die private Vorsorge immer wichtiger. Wir sind die richtige Partnerin, wenn es darum geht, frühzeitig die passenden Weichen für glückliches Altern zu stellen. Aber wir helfen unseren Kundinnen und Kunden auch dabei, ihren Kapitalbezug aus der Pensionskasse so anzulegen, dass der Lebensstandard so gut wie möglich gewahrt werden kann. Daneben bleibt das Umfeld instabil. Wir bieten die Stabilität, Sicherheit und Nähe, die unsere Kundinnen und Kunden suchen. Und nicht zuletzt werden neue und zusätzliche Regulierungsanforderungen unsere Branche beschäftigen. Die damit verbundenen administrativen Zusatzaufgaben sollen für die Kundinnen und Kunden nicht spürbar sein. Dies erreichen wir, indem wir noch effizienter werden.
Gibt es Themen, die aus strategischer Sicht im Jahr 2026 besonders wichtig sind?
Vertrauen und Sicherheit sind oberste Güter. Wir wollen Ansprechpartnerin Nummer eins in allen Vermögensfragen sein, dazu gehört insbesondere unser Anlagegeschäft. Unsere hohe Kompetenz und unsere umfassenden Lösungen dürfen wir unseren Kundinnen und Kunden noch visibler machen. Ich finde, dass wir selbstbewusst von uns sagen dürfen: Wir gehören zu den besten Adressen in der Stadt, wenn es um Vermögensanlage und Vorsorge geht.