Sutter Begg: Wie ein traditionsreiches KMU den Spagat zwischen Tradition und Zukunft meistert

Über 115 Jahre Unternehmensgeschichte, tiefe regionale Verwurzelung und der klare Blick nach vorne: Sutter Begg ist ein Beispiel dafür, wie ein KMU Tradition nicht nur bewahrt, sondern aktiv weiterentwickelt. Geführt von Katharina Barmettler-Sutter, CEO in vierter Generation, zeigt das Unternehmen aus Basel, wie nachhaltiges Wachstum, moderne Führung und regionale Verantwortung zusammenspielen können.
Heute in Finanzierungen von Filippo Muscara

Auf einen Blick

  • Dieser Artikel beleuchtet die Entwicklung vom Sutter Begg, stellt die unternehmerischen Fragestellungen in den Fokus und zeigt, welche Rolle eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einer regionalen Bank dabei spielt.
  • Anlässlich des Anlasses «Unternehmer:innen Treff Basel» vom 16. April 2026, organisiert von der Handelskammer Basel-Stadt in Zusammenarbeit mit der Basler Kantonalbank, haben wir Frau Katharina Barmettler-Sutter persönlich getroffen.
Von der Backstube zum modernen KMU. Was einst als handwerkliche Bäckerei begann, ist heute ein modernes Unternehmen mit mehreren Standorten in der Region Basel. Trotz Wachstum und neuen Konzepten ist eines konstant geblieben: der Anspruch an Qualität, Handwerk und Nähe zur Kundschaft. Sutter Begg steht exemplarisch für viele Schweizer KMU, die sich täglich mit Fragen nach Fachkräftesicherung, steigenden Kosten, veränderten Kundenbedürfnissen und langfristiger Unternehmensentwicklung auseinandersetzen müssen - und dabei dennoch ihre Identität bewahren wollen.

Frau Barmettler-Sutter, Sie führen Sutter Begg in vierter Generation. Wie haben Sie Ihre Rolle als Unternehmerin seit der Übernahme der Geschäftsführung verändert?

Die Übernahme der Geschäftsführung bedeutete für mich, Tradition mit einer zeitgemässen Führungs- und Unternehmenskultur zu verbinden. Während frühere Generationen stark operativ geprägt waren, verstehe ich meine Rolle heute verstärkt als strategische Impulsgeberin und Kulturträgerin. Ich fördere Eigenverantwortung, flachere Hierarchien und eine offene Kommunikation. Gleichzeitig ist es mir wichtig, die Identität unseres Familienunternehmens zu bewahren und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Sutter Begg blickt auf über 115 Jahre Unternehmens-Geschichte zurück. Welche Werte aus der Vergangenheit prägen das Unternehmen bis heute am stärksten?

Verlässlichkeit, Qualitätsbewusstsein und langfristiges Denken sind Werte, die uns seit Generationen prägen. Unsere Kundinnen und Kunden vertrauen darauf, dass wir konstant hohe Qualität liefern und partnerschaftlich handeln. Ebenso wichtig ist die Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden und der Region – wir denken nicht in Quartalen, sondern in Generationen.
Neue Ideen entstehen, wenn Mitarbeitende ihre Perspektiven einbringen können und wenn wir den Mut haben, Dinge zu hinterfragen.

Wie gelingt es Ihnen, Tradition zu bewahren und gleichzeitig offen für neue Ideen und Konzepte zu bleiben?

Tradition bedeutet für mich nicht Stillstand, sondern ein stabiles Fundament. Wir pflegen unsere handwerkliche Kompetenz und unsere Werte, während wir gleichzeitig bewusst Raum für Innovation schaffen. Neue Ideen entstehen, wenn Mitarbeitende ihre Perspektiven einbringen können und wenn wir den Mut haben, Dinge zu hinterfragen. So verbinden wir Tradition mit Zukunft.

Welche Führungsprinzipien sind Ihnen persönlich besonders wichtig - und wie leben Sie diese im Alltag?

Ich glaube an Führung auf Augenhöhe. Vertrauen, Respekt und Ehrlichkeit sind für mich keine Schlagworte, sondern Grundlage jeder Zusammenarbeit. Im Alltag bedeutet das: zuhören, präsent sein, Entscheidungen erklären und auch eigene Unsicherheiten nicht zu verstecken. Führung heisst für mich, Orientierung zu geben und gleichzeitig Raum zur Entfaltung zu schaffen.

Wie schaffen Sie es, Mitarbeitende für Veränderungen zu gewinnen und gleichzeitig Stabilität zu vermitteln?

Veränderungen werden akzeptiert, wenn ihr Sinn verständlich ist. Deshalb kommunizieren wir frühzeitig und beziehen Mitarbeitende aktiv in Prozesse ein. Gleichzeitig sorgen klare Strukturen und verlässliche Abläufe für Stabilität im Alltag. Diese Balance hilft, Vertrauen aufzubauen und Wandel als Chance zu verstehen.

Welche Bedeutung haben Unternehmenskultur und interne Kommunikation für den langfristigen Erfolg?

Eine gesunde Unternehmenskultur spürt man – in der Art, wie man miteinander spricht, wie man sich unterstützt und wie man Erfolge teilt. Offene Kommunikation schafft Vertrauen und stärkt das Gefühl, Teil von etwas Sinnvollem zu sein.
Eine gesunde Unternehmenskultur spürt man – in der Art, wie man miteinander spricht, wie man sich unterstützt und wie man Erfolge teilt.

Wo sehen Sie aktuell die grössten Herausforderungen für ein Unternehmen wie Sutter Begg?

Herausfordernd ist derzeit vor allem das Tempo des Wandels: Fachkräftemangel, steigende Kosten und sich verändernde Erwartungen verlangen Flexibilität. Gleichzeitig sehe ich darin die Chance, uns als verlässlichen und menschlichen Arbeitgeber noch klarer zu positionieren.

Welche Rolle spielen Digitalisierung und neue Technologien in Ihrem Geschäftsmodell?

Digitalisierung ist ein wichtiger Hebel, um Prozesse effizienter zu gestalten und die Servicequalität weiter zu verbessern. Wir setzen Technologien gezielt dort ein, wo sie echten Mehrwert schaffen – sei es in der Produktion, in der Administration oder im Kundenkontakt. Dabei bleibt der Mensch im Zentrum: Technologie soll unterstützen, nicht ersetzen.

Wenn Sie fünf bis zehn Jahre vorausblicken: Wo soll Sutter Begg dann stehen -wirtschaftlich, kulturell und regional? Und: Gibt es in der Familie bereits eine nächste Generation, welche bereits im Unternehmen mitarbeitet resp. sich dafür vorbereitet?

In fünf bis zehn Jahren soll Sutter Begg wirtschaftlich solide und nachhaltig wachsen, kulturell weiterhin als verlässlicher und moderner Arbeitgeber wahrgenommen werden und regional fest verankert bleiben. Unser Ziel ist es, Qualität, Innovation und Verantwortung in Einklang zu bringen. Was die nächste Generation betrifft, empfinde ich grosse Dankbarkeit, Teil dieser Familiengeschichte zu sein. Ob und wie sie weitergeführt wird, soll aus echter Überzeugung entstehen. Entscheidend ist nicht der Name, sondern die Haltung, mit der das Unternehmen in die Zukunft getragen wird.

Drei Fragen an Michael L. Baumberger, Leiter KMU, Basler Kantonalbank

Warum sind Unternehmen wie Sutter Begg für die regionale Wirtschaft so wichtig - und wie unterstützt die Basler Kantonalbank KMU konkret?

Unternehmen wie Sutter Begg sind das Rückgrat der regionalen Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden Fachkräfte aus und tragen wesentlich zur Wertschöpfung und Identität der Region bei. Gerade familiengeführte KMU stehen für Kontinuität, Verlässlichkeit und unternehmerische Verantwortung. Die Basler Kantonalbank begleitet KMU über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Gründung über Wachstumsphasen bis hin zur Nachfolge. Dabei geht es nicht nur um Finanzierungslösungen, sondern auch um persönliche Beratung, strategische Gespräche und langfristige Partnerschaften. Unser Ziel ist es, Unternehmen so zu unterstützen, dass sie nachhaltig und stabil wachsen können.

Welche Hebel sind aus Ihrer Sicht entscheidend, damit KMU in einem dynamischen Umfeld bestehen und wachsen können?

Zentral sind eine klare strategische Ausrichtung, Flexibilität und die Bereitschaft, sich laufend weiterzuentwickeln. Märkte verändern sich schnell, und Unternehmen müssen in der Lage sein, darauf zu reagieren - sei es durch neue Angebote, effizientere Prozesse oder Investitionen in Technologie und Mitarbeitende. Als Bank unterstützen wir KMU unter anderem bei Investitionsentscheidungen, bei der Strukturierung von Finanzierungen und bei der Planung von Wachstums- oder Nachfolgelösungen. Wichtig ist dabei, dass Entscheidungen gut vorbereitet und langfristig tragfähig sind.

Wie sieht für Sie eine erfolgreiche Banker-Unternehmer-Partnerschaft aus?

Eine gute Partnerschaft basiert auf Vertrauen, Offenheit und einem gemeinsamen Verständnis für die unternehmerischen Ziele. Wir sehen uns nicht als reine Kreditgeber, sondern als Sparringspartner, der Unternehmen über viele Jahre begleitet. Das bedeutet: Wir hören zu, stellen die richtigen Fragen, bringen unsere Erfahrung ein und unterstützen dort, wo es sinnvoll ist – sei es bei Investitionen, bei strukturellen Veränderungen oder in Übergangsphasen wie einer Nachfolge. Des Weiteren haben wir ein breit abgestütztes Netzwerk, welches auch zielführend eingebracht werden und unsere Kompetenzen ergänzen kann. Gerade diese langfristige Perspektive macht aus unserer Sicht den Unterschied.

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