Zinsen, Währungen und Immobilienmarkt - Februar 2022

Trotz der deutlichen Aufwertung gegenüber dem Euro hält die Schweizerische Nationalbank an ihrer Einschätzung, dass der Franken hoch bewertet sei, fest. Der Grund: die Inflationsentwicklung.
Am 04.02.2022 in Zinsen, Währungen und Immobilienmarkt von Dr. Sandro Merino

Fed: Erster Zinsschritt im März erwartet

Die US-Notenbank (Fed) hat an ihrer Januar-Sitzung beschlossen, den Leitzins nahe null zu belassen. Ausserdem bestätigte der Ausschuss der US-Notenbank den im Dezember angekündigten Plan, die Ankäufe von Vermögenswerten Ende März einzustellen. Angesichts der bemerkenswerten Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt und einer Inflation deutlich über dem langfristigen Ziel von 2 % benötigt die Wirtschaft keine anhaltend hohe geldpolitische Unterstützung mehr. Aus diesem Grund geht Fed-Chef Powell davon aus, dass es bald angemessen sein wird, das Zielband für den US-Leitzins anzuheben. Die konjunkturellen Aussichten bleiben gemäss Powell jedoch nach wie vor ungewiss. An den Finanzmärkten werden aktuell eine erste Leitzinserhöhung bei der nächsten Sitzung am 16. März sowie vier weitere Zinsschritte im Laufe des Jahres erwartet.

SNB toleriert vorübergehend stärkeren Franken

Seit Mitte September 2021 gewann der Schweizer Franken gegenüber dem Euro deutlich an Wert. So kostete ein Euro Anfang Jahr 1.03 Franken – ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2015 erreicht wurde. Trotz der deutlichen Aufwertung gegenüber dem Euro hält die SNB an ihrer Einschätzung, dass der Franken hoch bewertet sei, fest. Grund hierfür ist laut SNB-Präsident Jordan die Inflationsentwicklung. Im Ausland ist die Inflation aktuell deutlich höher als in der Schweiz. Somit veränderte sich der reale handelsgewichtete Wechselkurs des Frankens seit Beginn der Pandemie kaum. Die jüngsten Interventionen machen allerdings deutlich, dass die SNB eine Aufwertung des Frankens nicht unbegrenzt in Kauf nimmt.

Im Vergleich zum Euro konnte sich der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken dagegen besser behaupten. So befindet sich das Wechselkursniveau etwa im Durchschnitt der letzten zwei Jahre. Wenn die aktuell spürbare Risikoaversion an den Finanzmärkten wieder abklingt, dürfte auch die Nachfrage nach dem Schweizer Franken als sicherem Hafen zurückgehen. Unsere Prognose für 2022 beträgt gegenwärtig 1.05 CHF je EUR bzw. 0.91 CHF je USD.

Abb.1: Schweizer Immobilienmarkt im 21. Jahrhundert; Quelle: BKB, Bloomberg

Schweizer Immobilienmarkt

Nach dem erfolgreichen Jahr 2021 sind die Schweizer Immobilienanlagen verhalten in das neue Jahr gestartet. Sowohl die Fonds als auch die Immobilienaktien beendeten den Januar annähernd unverändert. Die Diskussionen im Immobilienbereich drehen sich meist um überhöhte Kaufpreise und den daraus resultierenden Risiken für Markt und Hypotheken. Aber steigende Kurse von Immobilienanlagen sind nicht neu. Seit dem Jahr 2000 gab es nur sehr wenige Rücksetzer (Abb. 1). Die meisten Jahre waren positiv für Immobilienanleger, was sich fundamental gut erklärt. Es gibt eine hohe Nachfrage nach Wohneigentum, stabile Mieten, attraktive Ausschüttungsrenditen und geringe Zinsen auf Obligationen. Die 2021 aufgekommenen Inflationsdebatten begünstigen zudem Immobilien als Sachwerte. Wir halten an unserer neutralen Gewichtung von 5 % im Segment der indirekten Immobilienanlagen fest.

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Dr. Sandro Merino

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