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Delta bremst US-Arbeitsmarkt aus – Steigende Aktienkurse, ewig tiefe Zinsen?

Die Delta-Variante des Coronavirus bremst den US-Arbeitsmarkt aus. Drohen trotz steigener Aktienkurse ewig tiefe Zinsen? Aktuelles zu Börsen und Märkten im September erfahren Sie jetzt von BKB Anlagechef Dr. Sandro Merino.

Am 06.09.2021 in Fokusthemen von Dr. Sandro Merino

Delta-Variante bremst US-Arbeitsmarkt aus

Die im US-Arbeitsmarkt im August geschaffenen neuen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft blieben im August sehr weit unter den Erwartungen der Analysten. Zwar sind solche Prognosen nicht besonders zuverlässig und gerade während der Pandemie waren sie häufig ungenau. Die Ausbreitung der Delta-Variante hat offenbar zu einem verlangsamten Beschäftigungsaufbau geführt. Immerhin ist die Arbeitslosenquote in den USA von 5,4 % im Vormonat auf 5,2 % für August gefallen. Der beschäftigte Anteil der US-Bevölkerung liegt mit 58 % aber immer noch 3 % unter dem Niveau, das vor Ausbruch der Pandemie erreicht wurde.

Tatsächlich haben in den USA die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion viel stärker zugenommen als in der Schweiz oder in Deutschland. Dabei liegt der Teil der vollständig geimpften Bevölkerung in der Schweiz und in den USA auf ähnlichem Niveau, d. h. nur marginal über 50 %. Für Deutschland liegt diese Zahl nun nahe bei 60 %. Beides reicht für eine Herdenimmunität bei weitem nicht aus und die Spitäler werden zunehmend von jungen Menschen mit schwerem, wenn auch seltener tödlichem Krankheitsverlauf beansprucht. Wir befinden uns mitten in einer neuen Pandemiewelle, die zumindest in den USA auch direkte negative wirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringt. Insgesamt bleibt die globale Wachstumsdynamik aber derart robust, dass der Ausblick auch für die Aktienmärkte eher freundlich bleibt.

Steigende Aktienkurse – Ewig tiefe Zinsen?

Eine altbekannte Diskussion an den Finanzmärkten ist lanciert. Etwas stimmt nicht: Wie kann es sein, dass die Wirtschaft brummt, die Aktienmärkte im Wochentakt Rekordstände erklimmen, die Inflation in den USA aktuell bei gut 5 % liegt, aber die Zinsen auch für langlaufende Anleihen so extrem tief liegen? Was genau stimmt hier nicht? Ist der Aktienmarkt mitten in einer Blase oder sind die Anleihenmärkte nicht in der Lage, gegen die Zentralbanken ein höheres Zinsniveau zu erzeugen? Manche Hedge-Fonds wetten bereits gegen den Zinsmarkt, d. h. sie wetten auf einen Ausverkauf von Anleihen bei rasch steiler werdender Zinskurve. Die US-Notenbank bleibt dabei stoisch auf Kurs und bewegt sich äusserst behutsam auf eine Verlangsamung der Anleihenkäufe zu. Anschliessend soll nach einer langen Zwischenphase eine erste Leitzinserhöhung in den USA folgen. Bei der Wahl von Anleihen mit Laufzeiten von deutlich über fünf Jahren ist mit diesen Risiken zu rechnen. Das Zinsänderungsrisiko könnte grösser sein, als die schlafenden Zinsmärkte des letzten Jahrzehnts uns vermuten lassen.

Deutschland wählt Ende September

In etwa drei Wochen wird in Deutschland, als Folge der Bundestagswahlen, eine neue Bundeskanzlerin oder ein neuer Bundeskanzler bestimmt. Die noch vor einigen Monaten plausible Erwartung, dass Armin Laschet als Spitzenkandidat der CDU/CSU die Wahl zur Kanzlerschaft leicht gewinnen könnte, hat sich in den Wahlprognosen der letzten Wochen komplett verändert. Auch die Wahlchancen von Annalena Baerbock haben sich in den Umfragen verringert. Grosser und für viele überraschender Aufsteiger in den Prognosen ist Olaf Scholz, der heutige Finanzminister und der Spitzenkandidat der SPD. Dass diese Entwicklungen die CDU/CSU zu einer Reaktion zwingen, war zu erwarten. Armin Laschet hat kurzfristig ein achtköpfiges «Zukunftsteam» um den früheren Fraktionschef Friedrich Merz zusammengestellt. Damit will Laschet Transparenz und Klarheit über seine politische Vision schaffen. Olaf Scholz wird, taktisch klug, vermutlich bloss seine Persona weiter im Vordergrund halten und einfach nichts tun. Als deutscher Finanzminister ist er, fast unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit, mit einer konservativen Aura umgeben. Dieser Umstand dürfte ein Faktor für den Aufstieg von Scholz in Umfragen sein.

Ob Laschets «Zukunftsteam» das Momentum von Olaf Scholz brechen kann, ist sehr fraglich. Die Wahlen scheinen stark auf die Frage der Person fokussiert zu sein, welcher man eine Nachfolge von Angela Merkel zutraut. Dass Laschet sich nun mit weiteren Köpfen umgibt, lässt ihn nicht unbedingt heller strahlen. Die Wahlen werden aber bekanntlich nicht in Umfragen entschieden, sondern an der Urne am 26. September. Es zeichnet sich eine spannende Wahl ab, in der – mit einer Neuauflage der GroKo mit SPD-Kanzlerschaft – Kontinuität statt Aufbruch die Wahlen gewinnen könnte.

Dr. Sandro Merino

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Rechtliche Informationen

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