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So wirkt sich der Coronavirus auf die Finanzmärkte aus

Die Börsen haben heute Morgen in Europa mit Verlusten im Bereich von 6% bis 9% eröffnet. Auch für die heutige Eröffnung in den USA muss man aus den aktuellen Futures Kursen mit Verlusten im Bereich von 5% rechnen. Damit fällt der SMI seit Jahresanfang aktuell um etwa 13% und seit dem Höchststand am 19. Februar um etwa 17%. 

Am 09.03.2020 in Fokusthemen von Dr. Sandro Merino

Die gestiegene Unsicherheit über die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Epidemie belastet die Märkte. Die von Woche zu Woche schärferen Quarantänemassnahmen in Europa trüben die Aussichten für die Konjunktur und haben bereits zur moderaten Reduktion von Wachstumsprognosen für einige Länder geführt. Auch ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar, ob die Massnahmen der Gesundheitsbehörden tatsächlich zur erhofften Verlangsamung der Ausbreitung der Corona-Epidemie führen werden.

Einbruch des Rohölpreises

Zusätzlich belastet der drastische Einbruch des Rohölpreises die Finanzmärkte. Der Einbruch beim Rohöl erklärt sich aber nicht nur aus den verschlechterten konjunkturellen Aussichten, sondern vor allem auch aus dem aktuellen Disput zwischen Saudi Arabien und Russland. Obwohl sich die Unsicherheit zu den Auswirkungen der Corona-Krise in den letzte Wochen stetig erhöht hat, sind sich die Epidemiologen einig, dass es sich um ein vorübergehendes, wellenartiges Phänomen handelt. Entsprechend werden die wirtschaftlichen Auswirkungen aller Voraussicht nach zeitlich auf 3 bis 9 Monate beschränkt sein. Konjunkturelle Stützungsmassnahmen der Zentralbanken (Zinssenkungen, Liquiditätszufuhr) wurden teilweise schon ergriffen. Die Regierungen planen fiskalische Hilfen (z.B. zeitweilige Reduktion der Steuern), Erweiterung von Kurzarbeit Regelung und zusätzliche Investitionsausgaben. 

Potenzial für rasche Erholung

Entsprechend sehen wir gegenwärtig keine strukturelle Krise wie bei der Finanzkrise 2008/2009 oder der Eurokrise, sondern einen temporären konjunkturellen Einbruch. Die Unsicherheiten könnten in den nächsten Wochen zwar weiter steigen, wir sehen aber auch das Potenzial einer raschen Erholung, wenn die zeitliche Dimension, d.h. die Dauer und die Intensität der Epidemie besser einschätzbar werden. Dass der Ausbruch der Epidemie in den USA noch ganz am Anfang steht und dass das Thema auch dort in den Fokus rückt, sorgt bereits für zusätzliche Unsicherheit.

Ermutigend ist aber, dass sich die Situation in China durch die Quarantäne stabilisiert. Auch in Südkorea erkennt man bereits eine erste Verlangsamung der Wachstumsraten bei den neuen Infektionen.  Dies lässt vermuten, dass die getroffenen Massnahmen Wirkung zeigen.

Zusammenfassend sind folgende Punkte zentral:

  • Es gibt trotz der Ängste aktuell keine Anzeichen für den Beginn einer globalen Rezession, auch wenn in einzelnen Ländern wie beispielsweise Italien und in Deutschland technische Rezessionen (zwei Quartale mit negativen Wachstumsraten in Folge) wahrscheinlich geworden sind.
  • In China wie auch in Südkorea flachen die Zahlen der Neuinfektionen des Coronavirus ab.
  • Die Regierungen in den Industrienationen sind dabei, Massnahmen für besonders betroffene Unternehmen und Sektoren in die Wege zu leiten (Lockerung von Kurzarbeiterregelungen, Liquiditätshilfen, Steuererleichterungen bis hin zu Ausgabeprogrammen).
  • Viele Notenbanken sorgen für eine noch expansivere Geldpolitik. Von der Fed wird bereits für den 18. März eine erneute Zinssenkung an den Märkten erwartet.
  • Der heutige Einbruch des Ölpreises hat zwar auch mit den eingetrübten Konjunkturaussichten zu tun, ist aber unseres Erachtens hauptsächlich von den Unstimmigkeiten zwischen Russland und Saudi Arabien getrieben, die Förderquoten zu senken.

Die letzten 10 Jahre: Rückblick

Im Rückblick über die letzten zehn Jahre gab es im Schweizer Aktienmarkt mehrere Korrekturen im Bereich von 10% bis 15% :

2011: (Eurokrise)
2015: (Aufgabe der Mindestgrenze EUR/CHF)
2016: (Deflationsängste, fallende Realzinsen)
2018: (Angst vor Konjunktureinbruch im Dezember des Jahres)

Wir informieren Sie laufend

Die Lage an den Finanzmärkten und die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus werden von uns weiterhin aufmerksam verfolgt. Von einer überstürzten strategischen Abkehr von Aktien raten wir dringend ab. Taktische Massnahmen, wie die Reduktion der Aktienquote auf ein moderates Untergewicht und punktuelle Zukäufe in überverkauften Märkten führen wir im Rahmen unserer Anlagestrategie systematisch durch. 

Ein Einbruch bei den Aktien von etwa 13% seit Jahresanfang beim SMI ist zwar schmerzlich, muss aber bei einer Anlagestrategie mit Aktien in Kauf genommen werden können. Wir raten weiterhin an den Aktienpositionen festzuhalten und allenfalls taktische Einstiegs-Opportunitäten zu nutzen. Wir werden sie dabei laufend informieren.

Wie legen Sie Ihr Vermögen am besten an? Lassen Sie sich beraten und entscheiden Sie selbst. Oder definieren Sie mit uns Ihre persönliche Anlagestrategie und überlassen Sie die Umsetzung der Basler Kantonalbank.

Rechtliche Informationen

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Dr. Sandro Merino

Dr. Sandro Merino

Chief Investment Officer

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