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CIO-Update: Weltweit grosse staatliche Stützungsprogramme beschlossen

Die Automobilindustrie stellt die Produktion in Europa ein und weltweit werden finanzielle Hilfsprogramme vorbereitet. Bringt ein mögliches Abflachen der Ansteckungszahlen in Italien die erhoffte Entspannung? Ein Update zur aktuellen Situation von Chief Investment Officer Dr. Sandro Merino.
Am 18.03.2020 in CIO-Update von Dr. Sandro Merino

Nach der gestrigen Beruhigung und Erholung am US-Aktienmarkt sind heute wieder Verluste an den Aktienmärkte zu verzeichnen. Die Europäischen Märkte verlieren zwischen 3% und 6%, der Schweizer SMI Index gut 4%. US-Aktien verlieren seit Jahresanfang aktuell etwa 25 %, Europäische Aktien etwa 35%, Schweizer Aktien etwa 23% und Chinesische etwa 11% (alle Zahlen per 18.3.2020 ca. 13:15, Verluste in CHF bewertet).

Es sind nun auch erste Zahlen zu den Auswirkungen auf die Chinesische Wirtschaft bekannt. Das BIP ist in China zum Vorquartal Q4/19 um massive 20% eingebrochen und im Vergleich zum ersten Quartal des letzten Jahres um etwa 16%. Das skizziert den ungefähren Rahmen des zu erwartenden Wirtschaftseinbruches für Europa und die USA.

Weltweiter Beschluss von Stützungsprogrammen

In der Nacht auf heute kündigte der US-Finanzminister Mnuchin ein Stützungsprogramm in der Höhe von 1 Billion USD = 1'000 Milliarden US Dollar an. Dies entspricht etwa 5% des US-Bruttoinlandproduktes von 2019 und der von uns gestern ermittelten erwarteten Grössenordnung.

Auch Deutschland, Frankreich, Spanien und Grossbritannien haben Programme in dreistelliger Millionenhöhe beschlossen. Frankreich und Grossbritannien geben den Banken Bürgschaften für alle neuen Kredite in der Höhe von 12% respektive 15% ihres Bruttoinlandproduktes. Überträgt man diese Prozentsätze der Wirtschaftsleistung auf die Schweiz, entspricht dies einem Betrag von etwa 70 bis 100 Milliarden CHF. Zentral wichtig ist jetzt natürlich, dass die bereitgestellten Mittel sinnvoll, aber auch rasch in der Wirtschaft ankommen bevor Stresssymptome bei Unternehmen die Lage weiter anspannen.

Automobilindustrie stellt europäische Produktion ein

In der EU wird auf Anregung durch Italien die Emission von gemeinsamen, auf EU-Ebene emittierten, sogenannten Eurobonds diskutiert. Auch Deutschland hat sich offenbar grundsätzlich konstruktiv zu diesem Vorhaben geäussert. In der Eurokrise wurden Eurobonds seitens Deutschland stets sehr skeptisch beurteilt. In Anbetracht dessen, dass die gesamte Deutsche Automobilindustrie die Produktion in Europa und Teilen des Auslands eingestellt hat, könnte nun sogar Deutschland strategisch daran ein Interesse haben, notfalls Staatsanleihen die durch die gesamte EU solidarisch besichert sind, aufnehmen zu können. Es ist absehbar, dass diese Krise den ohnehin sehr anspruchsvollen, epochalen Wandel in der Deutschen Automobilindustrie beschleunigen wird. 

Coronavirus: Anzahl Infizierte und Todesfälle, Logarithmierte Skala

Hoffen auf das Abflachen der Kurve in Italien

Nach einer Woche intensivster Anstrengungen um die Entwicklung der Epidemie zu bremsen, rechnet man In Italien damit, dass in etwa einer Woche erste verlässliche Anzeichen einer Entspannung zu sehen sein werden. Die Zahl der neuen Infektionen und der Todesfälle steigt gegenwärtig aber kaum gebremst weiter. Diese erhoffte gute Nachricht aus Italien zum Verlauf der Epidemie könnte auch zur Beruhigung an den Finanzmärkten beitragen. 

Exponentieller Anstieg der Infektionen in Europa

Die Phase des exponentiellen Anstiegs der Neuinfektionen ist in Europa in vollem Gange. Auch die Zahl der notwendigen Behandlungen auf Intensivstationen beginnt zu steigen. In vielen Europäischen Ländern werden Messehallen oder ähnliches, sowie militärische Kapazitäten mobilisiert, um zusätzliche Möglichkeiten zur Aufnahme von schwer betroffenen Patienten zu schaffen. Die Befürchtung einer Überlastung des Gesundheitssystems bleibt vielerorts aber real. Hingegen ist die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, Energie, Wasser oder anderen Grundleistungen überhaupt kein Problem. Trotzdem gibt es punktuell peinliche und unangemessene Fälle im Einkaufsverhalten. Umso wichtiger ist es, die getroffenen Massnahmen zur Dämpfung der Neuansteckungen rigoros zu befolgen. Zuhause bleiben rettet Leben. 

Angst ist kein guter Ratgeber

Wir wieder holen an dieser Stelle, dass Angst ist in diesem Umfeld kein guter Ratgeber ist. Wir haben uns sehr früh mit den Folgen einer Pandemie beschäftigt und können einen entsprechenden Notfallplan jetzt einsetzen. So wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche mobile Arbeitsplätze vorbereitet. Alle unserer wichtigen Funktionen in der Vermögensverwaltung sind (mindestens) doppelt besetzt; die Kollegen arbeiten an verschiedenen Bürostandorten oder von zu Hause aus. In den Büros gelten besondere Hygienevorschriften. Geschäftsreisen wurden streng reglementiert, Präsenztermine sind durch Video- und Telefonkonferenzen ersetzt. All das sichert einen reibungslosen Arbeitsablauf – und begrenzt mögliche Infektionsrisiken für die Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien.

Wir raten an Aktienpositionen festzuhalten. Taktische Einstiegs-Opportunitäten sind dabei jetzt klarer zu erkennen. Wir werden Sie dabei weiter laufend informieren. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Dr. Sandro Merino

Dr. Sandro Merino

Chief Investment Officer

Erfahren Sie aus erster Hand die Einschätzungen unseres Chief Investment Officers, Dr. Sandro Merino, und überprüfen Sie Ihre Anlagestrategie mit Ihrer Kundenberaterin oder Ihrem Kundenberater.

Rechtliche Informationen

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