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Europäische Zentralbank reagiert massiv auf Zinsanstieg bei Staatsanleihen

Die EZB stemmt sich dem Vertrauensverlust entgegen während die Fallzahlen in Europa weiter zunehmen. Ein Update zur aktuellen Situation von Chief Investment Officer Dr. Sandro Merino.
Am 19.03.2020 in CIO-Update von Dr. Sandro Merino

Die gestrige Beruhigung in Europa setzt sich heute fort. Hingegen waren gestern am US-Aktienmarkt erneut starke Verluste im Bereich von 5% zu verzeichnen.
Die Europäischen Märkte sind heute wenig verändert, der Schweizer SMI Index ist aktuell ca. 0.5% im Plus. US-Aktien verlieren seit Jahresanfang je nach Index (Dow Jones / Standard % Poors 500) aktuell etwa 25% bis 30%, Europäische Aktien etwa 36%, Schweizer Aktien etwa 21% und Chinesische etwa 12% (alle Zahlen per 19.3.2020 ca. 13:15, Verluste in CHF bewertet).

Europäische Zentralbank arbeitet Vertrauensverlust entgegen

Zur Beruhigung in Europa trägt der Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) bei, das Anleihen-Kaufprogramm um weitere 750 Milliarden Euro aufzustocken. Dies ist auch eine Reaktion auf die steigenden Zinsaufschläge für Italienische, Spanische und Portugiesische Staatsanleihen, die in den letzten Tagen zu beobachten waren.

Die Märkte für Staatsanleihen haben auf die angekündigte Nachfrage reagiert. Die Zinsaufschläge sind heute um ca. 0.5% bis 0.7% zurückgegangen.
Da neu auch Griechische Staatsanleihen in das Programm der EZB integriert werden, sind die Zinsen für Griechische Staatspapiere sogar um ganze 1.65% zurückgegangen. Das heisst das Griechenland Kapital für eine Laufzeit von 10 Jahren über Staatsanleihen beschaffen könnte und dabei Zinsen von ca. 2% bezahlen müsste. Das ist nur noch ca. 0.3% mehr als der Zinssatz den Italien aktuell bezahlen müsste.

Die EZB stemmt sich mit diesen Massnahmen also dem potenziellen Vertrauensverlust entgegen, der die Fähigkeit dieser Staaten betrifft ihre
Staatsverschuldung auch langfristig bedienen zu können.

Aktien im Gegensatz zu Staatsanleihen weiterhin attraktiv

Auch bei den Zinsen für US-Staatsanleihen, hat die Ankündigung Billionen-schwerer Stützungspakete aus Steuermitteln für einen Zinsanstieg gesorgt.
Tatsächlich stellt sich die Frage, ob die zu erwartende globale Ausweitung der Staatsverschuldung eine Zinswende einleiten könnte. Wir sehen dies auch als einen strategischen Grund der dafür spricht, an Aktienpositionen festzuhalten. Aktien bleiben im Vergleich zu Staatsanleihen mittelfristig und trotz des Risikos weiterer Rückschläge wohl eine attraktive Alternative.

Weiterer Anstieg der Infektionszahlen

Die Epidemie breitet sich derzeit weiter aus. In Deutschland ist die Anzahl der bestätigen Infektion in kurzer Zeit auf über 12'000 Fälle angestiegen. Auch in der Schweiz sind schon über 3'000 Infektionen gemeldet und diese Zahlen drohen weiter explosionsartig anzusteigen. In Italien hofft man auch heute weiterhin vergeblich auf ein Abklingen der Notlage. Aktuell sterben In Italien täglich fast 500 Menschen an der Lungenkrankheit. In den komplett überlasteten Spitälern kämpfen die Pflegekräfte, unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit, an der Grenze des menschlich zumutbaren.

Jetzt kommt es auf jeden von uns an

Umso angebrachter war gestern der eindringliche Appell der deutschen Bundeskanzlerin, der über das Fernsehen ausgestrahlt wurde: Die Einhaltung der auferlegten Einschränkungen ist eine Massnahme die Leben rettet kann. Jeder einzelne trägt durch sein Verhalten dazu bei. Mit einiger Sorge fragt man sich derzeit, wie gut die USA auf die bevorstehende Epidemie-Welle vorbereitet sind. Noch am 28. Februar hat Donald Trump die Meldung zum weltweiten Fortschreitenden der Epidemie an einer Wahlkampfveranstaltung vor laufender Kamera als Falschnachricht ("hoax") taxiert. Selbst am 10. März hat der US Präsident die Epidemie komplett verharmlost. Wir erwarten, dass auch die USA zum Schutz ihrer Bevölkerung die wirtschaftliche Aktivität wie in Europa drastisch drosseln werden. Die Finanzmärkte gehen schon seit einigen Tagen von einem solchen Szenario aus.

Eine epidemiologische Studie des Britischen "Imperial College Covid-19 Response Team" vom 16. März erwartet für die USA etwa 2'000'000 Todesopfer durch den Corona Virus. Vermutlich wurde diese grossartige Nation, in einer Frage von herausragendem nationalem Interesse, niemals zuvor in seiner Geschichte, so dummdreist und grobfahrlässig durch ihren Präsidenten in die Irre geführt, wie es Donald Trump in den letzten Wochen getan hat.

 Angst ist kein guter Ratgeber

Wir wieder holen an dieser Stelle, dass Angst ist in diesem Umfeld kein guter Ratgeber ist. Wir haben uns sehr früh mit den Folgen einer Pandemie beschäftigt und können einen entsprechenden Notfallplan jetzt einsetzen. So wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche mobile Arbeitsplätze vorbereitet. Alle unserer wichtigen Funktionen in der Vermögensverwaltung sind (mindestens) doppelt besetzt; die Kollegen arbeiten an verschiedenen Bürostandorten oder von zu Hause aus. In den Büros gelten besondere Hygienevorschriften. Geschäftsreisen wurden streng reglementiert, Präsenztermine sind durch Video- und Telefonkonferenzen ersetzt. All das sichert einen reibungslosen Arbeitsablauf – und begrenzt mögliche Infektionsrisiken für die Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien.

Wir raten an Aktienpositionen festzuhalten. Taktische Einstiegs-Opportunitäten sind dabei jetzt klarer zu erkennen. Wir werden Sie dabei weiter laufend informieren. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Dr. Sandro Merino

Dr. Sandro Merino

Chief Investment Officer

Erfahren Sie aus erster Hand die Einschätzungen unseres Chief Investment Officers, Dr. Sandro Merino, und überprüfen Sie Ihre Anlagestrategie mit Ihrer Kundenberaterin oder Ihrem Kundenberater.

Rechtliche Informationen

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