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Tschüss LIBOR, hallo SARON-Hypothek

Die SARON-Hypothek löst die LIBOR-Hypothek ab. Welche Änderungen bringt das neue Geldmarkt-Angebot für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer? Und warum verschwindet der LIBOR überhaupt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die neue Hypothekarlösung.
Am 27.07.2020 in Wohnen von Sandra Neukomm
Einst der wichtigste Referenzzins im globalen Geldmarkt, wird der LIBOR (London Interbank Offered Rate) nach Ende 2021 von der britischen Finanzmarktaufsicht nicht mehr unterstützt. Zwei Gründe sind ausschlaggebend dafür: Einerseits gab es ab 2011 eine Serie von Skandalen wegen unerlaubter Absprachen, was seine Anfälligkeit für Manipulationen zeigte. Andererseits verliert der LIBOR auch an Qualität, da die zugrunde liegenden Geldmarktgeschäfte fehlen.

Mit der SARON-Hypothek bietet die BKB seit Anfang Juli 2020 eine neue Geldmarkthypothek an. Hier erfahren Sie als Hausbesitzerin oder Wohnungseigentümer alles über die wichtigsten Neuerungen.

Was ist der SARON?

Der SARON (Swiss Average Rate Overnight) wurde von der Schweizer Börsenbetreiberin SIX und der Schweizerischen Nationalbank entwickelt. Er ist die offizielle Nachfolgelösung für den CHF-LIBOR. Im Gegensatz zum LIBOR erfüllt der SARON die Kriterien für einen repräsentativen und robusten Referenzzinssatz, der zudem in der Schweiz verwaltet wird.

Konkret ist der SARON ein besicherter Tagesgeldzinssatz. Besichert heisst, dass Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt werden, wenn sich die Banken untereinander Geld leihen (Repo-Markt). Der Geldnehmer verpflichtet sich, diese Wertpapiere später zurückzukaufen und zahlt einen Zins. Der SARON wird jeweils direkt nach Handelsschluss (18:00 Uhr) berechnet, mit zusätzlichen Fixings im Laufe des Handelstages um 12:00 und um 16:00 Uhr. Für die SARON-Hypothek stützt sich die BKB auf die bankarbeitstägliche Fixierung des SARON um 18.00 Uhr ab. Die Zinssätze können mit einer Verzögerung von rund 24 Stunden auf der SIX-Website abgerufen werden.

Was ist der Unterschied zwischen LIBOR und SARON?

Der SARON unterscheidet sich vom LIBOR in verschiedenen Punkten. Er basiert auf tatsächlichen Transaktionen und Preisen, während der LIBOR aufgrund der fehlenden Geldmarktgeschäfte fast ausschliesslich auf Expertenschätzungen beruht. Weiter reflektiert der SARON den besicherten Geldmarkt, während der LIBOR den unbesicherten Geldmarkt abbildet.

Ein dritter Unterschied betrifft die Laufzeit: Der SARON ist ein Tagesgeldzins und hat somit eine Laufzeit von einem Tag bzw. einer Nacht. Der LIBOR hingegen ist der Zinssatz für die Ausleihungen von Geldern für eine bestimmte Laufzeit, meistens 3 oder 6 Monate.

Konkret auf die SARON-Hypothek bezogen heisst das, dass die Höhe des Zinssatzes und damit die Höhe der zu leistenden Zinszahlung nicht mehr wie bei der LIBOR-Hypothek am Anfang der Zinsperiode, sondern erst am vorletzten Tag der Zinsperiode festgelegt werden kann.

Wie wird der Zinssatz für die SARON-Hypothek berechnet?

Für die SARON-Hypothek stützt sich die BKB auf die bankarbeitstägliche Fixierung des SARON um 18.00 Uhr ab. Damit Sie als Kundin oder Kunde nicht täglich Zinsen zahlen müssen, erfolgt die Zinsabrechnung wie üblich für eine Zinsperiode von 3 Monaten jeweils am Quartalsende. Dazu wird der SARON Compound (aufgezinster SARON) gebildet. Er berechnet sich, indem die SARON-Tagesgeldsätze während der Zinsperiode von 3 Monaten aufgezinst werden. Die Untergrenze für den aufgezinsten SARON beträgt 0 %. Der aufgezinste SARON zuzüglich der vereinbarten Marge ergibt den Zinssatz für die SARON-Hypothek.

Warum erfahre ich den Zinssatz der SARON-Hypothek erst im Nachhinein?

Der Grund liegt in der Berechnungsmethode: Für die SARON-Hypothek werden die einzelnen SARON-Tagessätze für eine Periode von drei Monaten zum SARON Compound aufgezinst. Aus diesem Grund erfahren Sie als Kundin oder Kunde den effektiven Zinssatz immer erst am Quartalsende, das heisst im Nachhinein. Im E-Banking der BKB können Sie den jeweils aktuellen Zinssatz Ihrer SARON-Hypothek einsehen. So können Sie die Entwicklung des Zinssatzes auch während der Zinsperiode bequem mitverfolgen. Auf der Zinsabrechnung werden der Zinssatz Ihrer SARON-Hypothek, der aufgezinste SARON sowie der zu zahlende Zinsbetrag transparent ausgewiesen.

Was muss ich tun, wenn ich aktuell eine LIBOR-Hypothek habe?

Bestehende Libor-Hypotheken mit einer Laufzeit bis maximal 31. Dezember 2021 laufen vertragsgemäss weiter. Nach Ablauf der Laufzeit haben Sie die Möglichkeit, Ihre LIBOR-Hypothek mit einem anderen Hypothekarmodell zu verlängern – zum Beispiel einer SARON-Hypothek. Möchten Sie frühzeitig zu einer SARON-Hypothek wechseln, hilft Ihnen Ihre Kundenberaterin oder Ihr Kundenberater weiter.

Festhypotheken sind weiterhin günstig. Lohnt es sich überhaupt, auf eine SARON-Hypothek zu setzen?

Auch Festhypotheken sind derzeit zu attraktiven Konditionen zu haben, richtig. Die SARON-Hypothek eignet sich für Kundinnen und Kunden, die sich nah am Geldmarkt bewegen wollen. Mit der SARON-Hypothek sind Sie zudem äusserst flexibel: Diese kann auch vor Ablauf der festen Kapitallaufzeit jederzeit fristlos gekündigt und in eine Festhypothek umgewandelt werden. Dabei muss die Kapitallaufzeit der Festhypothek mindestens der Restlaufzeit der gekündigten SARON-Hypothek entsprechen.

Möchten Sie mehr erfahren über die neue SARON-Hypothek? Oder haben Sie noch eine LIBOR-Hypothek und überlegen sich, wann und wie Sie diese ablösen sollen? Unser Beratungsteam hilft Ihnen gerne weiter.

Sandra Neukomm

Sandra Neukomm

Leiterin Finanzieren Privatkunden

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