Globale Konjunktur - Oktober 2022

Explodierende Strom- und Heizkosten, Inflation und die Gasmangellage beherrschen derzeit die Schlagzeilen. Was brachte der vergangene Monat und wie geht es weiter an den Märkten? Details gibt es jetzt von BKB CIO Dr. Sandro Merino.
Am 07.10.2022 in Globale Konjunktur von Dr. Sandro Merino

USA: Schwache Konjunkturdynamik voraus

Auch wenn die Stimmung unter den Konsumenten in den USA momentan nicht allzu gut ist, konnten die Indikatoren zuletzt wieder zulegen (Abb. 1). Dies ist deshalb wichtig, weil der private Verbrauch rund 70 % am gesamten US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausmacht. Die Stimmung unter den Konsumenten bewegt sich aktuell über dem langfristigen 20-Jahres-Durchschnitt, die Erwartungen etwas darunter. Selbst die Erwartungskomponente zeigt sich relativ robust und ist vom Tief zu Zeiten der Finanzkrise weit entfernt. Auch die Stimmung in der Industrie ist nach wie vor verhalten optimistisch. Der Einkaufsmanagerindex (ISM) für die Industrie hat zwar weiter nachgegeben, liegt aber mit 50,9 Punkten noch leicht im expansiven Bereich. Generell kann sich jedoch auch die US-Wirtschaft dem allgemeinen Trend einer sich abschwächenden Konjunkturdynamik nicht entziehen.

Abb. 1: USA – Konsumentenstimmung

Eurozone: Stimmungstief bei den Konsumenten

Im Gegensatz zu den USA hat die Stimmung der Konsumenten in der Eurozone (wie auch in der Schweiz) ein neues Tief erreicht. Dies ist wenig verwunderlich, beherrschen doch Themen wie Inflation, Gasmangellage, explodierende Strom- und Heizkosten etc. die Schlagzeilen. Wichtig ist deshalb, dass die Gasfüllstände in den letzten Wochen weiter gestiegen sind (Abb. 2) und dass bspw. Deutschland – trotz Kritik aus einigen Ländern der EU – die Gasumlage beerdigt hat und stattdessen einen Preisdeckel für Gas für private Haushalte und Unternehmen einführen will. Eine zumindest milde Rezession scheint dennoch kaum vermeidbar.

Abb. 2:  Eurozone – Gasfüllstand Europa

Saisonaler Füllstand der Gasspeicher in % der vollen Kapazität: Europa

Schweiz: Einkaufsmanagerindex bleibt expansiv

Im Gegensatz zur Entwicklung in der Eurozone haben die Konjunkturindikatoren für die Schweiz zuletzt eher positiv überrascht. Dies gilt für das KOF-Konjunkturbarometer, dessen Vormonatswert nach oben revidiert wurde und das – auch wenn es nach wie vor unter dem langfristigen Durchschnitt liegt – im September leicht zulegen konnte (Abb. 3). Dies gilt aber auch für den Einkaufsmanagerindex der Industrie, der die Prognostiker Lügen strafte und sich mit 57,1 Punkten entgegen den Erwartungen wieder etwas deutlicher im expansiven Bereich bewegt (kritische Marke: 50 Punkte). Positiv ist zu bemerken, dass sich die Lage bei den Lieferfristen allem Anschein nach zunehmend normalisiert. So haben nur noch 17 % der befragten Unternehmen von längeren Wartezeiten bei Vorprodukten berichtet. Eine Herausforderung bleibt dagegen die Entwicklung der Energiepreise. Auch Produktionsausfälle sind in diesem Zusammenhang durchaus möglich.

Abb.3: Schweiz – Konjunkturbarometer KOF

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Dr. Sandro Merino

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