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Firmenkauf in Basel - So wechselte die Netzhammer AG ihre Besitzer

Als Sven Brändlin (53) und Pascal Probst (59) beschlossen die Basler Netzhammer AG zu kaufen, brauchten sie Unterstützung – und fanden sie  unter anderem in der Basler Kantonalbank. Erfahren Sie, wie die Firmenübernahme verlief und was die Zukunftspläne der neuen Inhaber der Automatisierungs-Firma sind.
Am 08.09.2021 in Finanzierungen von Ekaterina Cámara
Elektrotechniker Sven Brändlin (53) und Automations-Ingenieur Pascal Probst (59) kennen sich noch von früher – sie arbeiteten schon vor 20 Jahren zusammen in einem Unternehmen. Mit der Idee, sich selbstständig zu machen und gemeinsam eine Firma zu übernehmen, spielten sie ebenfalls schon vor einiger Zeit. Doch für einen Firmenkauf muss alles bis ins Detail passen - so etwas zieht man selten spontan durch. Es brauchte eine gute Gelegenheit – und natürlich ein Unternehmen, das zu den beiden passt.

Firmenkauf: Die perfekte Gelegenheit

Als Ende 2020 der langjährige Inhaber der Netzhammer AG, eines Automatisierungs- und IT-Lösungsanbieters aus dem Gundeli, einen Nachfolger suchte und den beiden die Firma anbot, machten sie Nägel mit Köpfen. Nach vielen Jahren wollte der Besitzer sich zur Ruhe setzen und fragte die beiden, ob das Unternehmen etwas für sie wäre. Sven Brändlin erklärt: «Wir arbeiteten mit dem vorherigen Besitzer bereits seit Jahren zusammen – wir kannten ihn, seine Kundschaft und ungefähr die Hälfte der Mitarbeitenden sehr gut. Die Netzhammer AG beschäftigt sich mit Softwarelösungen im Pharmaumfeld und mit der Automatisierung der Produktionsanlagen. Ein Bereich, den wir seit vielen Jahren auch sehr gut kennen.»
Wir arbeiteten mit dem vorherigen Besitzer bereits seit Jahren zusammen – wir kannten ihn, seine Kundschaft und ungefähr die Hälfte der Mitarbeitenden sehr gut. 
Sven Brändlin, Inhaber Netzhammer AG Basel

Eine Firmenübernahme will gut vorbereitet sein

Pascal Probst fährt mit der Erzählung fort: «Der vorherige Inhaber hielt Ausschau nach Übernahmekandidaten und für uns schien das eine attraktive Option zu sein. Deshalb begannen wir parallel und unabhängig voneinander mit unserer Recherchearbeit. Wir wollten klären: Macht der Firmenkauf wirklich Sinn für uns?»

Die beiden begannen zu analysieren: Was ist der ungefähre Wert des Unternehmens? Wie viele Mitarbeitende und wie viele Kundinnen und Kunden hat es? Was sind Ihre Rollen? Was sind die Erfolgschancen der Firma für die Zukunft? Welche rechtliche Form der Inhaberschaft käme für die beiden neuen Besitzer in Frage? Und auch: Können Sven Brändlin und Pascal Probst die Übernahme finanziell überhaupt stemmen?

«Viele dieser Fragen konnten wir dank der Zusammenarbeit mit unserem Treuhänder und dem bestehenden Besitzer klären. Nach erster Rücksprache mit der Basler Kantonalbank kristallisierte sich z.B. auch heraus, dass eine Holding-Struktur das Beste für unsere Bedürfnisse wäre: Wir sind beide Grenzgänger und das Halten von Kapitalbeteiligungen schien hinsichtlich Finanzierung, Haftbarkeit und der steuerlichen Situation das Beste für unsere Bedürfnisse zu sein.», erklärt Pascal Probst.
Eine Holding-Struktur schien hinsichtlich Finanzierung, Haftbarkeit sowie der steuerlichen Situation das beste für unsere Bedürfnisse zu sein.
Pascal Probst, Inhaber Netzhammer AG Basel 

«Die Basler Kantonalbank nahm bei dem Projekt eine zentrale Stellung ein.»

Als es um die Finanzierung und die Abklärung weiterer Details ging, kam schliesslich auch die Bank ins Spiel: «Die Basler Kantonalbank nahm bei unserer Firmenübernahme eine zentrale Stellung ein.», sagt Sven Brändlin. Pascal Probst fügt an: «Eigentlich lief die Übernahme wie ein Projekt ab: verschiedene Parteien, ein gemeinsames Ziel, Abklärungen, Herausforderungen, sechs Monate Zeit. Die Basler Kantonalbank und unser Kundenberater Tim Helmich hatten während dieser gesamten Zeitspanne eine wichtige Schlüsselrolle. Wir sind mit seiner professionellen Beratung und mit der Hilfe bei der Finanzierung sehr zufrieden und können sagen: Die Bank hat einen super Job gemacht.» Sven Brändlin stimmt zu: «Wir haben immer alles offen ausdiskutiert, besprochen, uns verstanden gefühlt. Ohne, dass Unklarheiten ein mulmiges Gefühl verursacht hätten. Bei einem Firmenkauf ist die Bank ein sehr wichtiger Partner – mit der Basler Kantonalbank haben wir zum Glück einen solchen Partner gefunden.»

Stolpersteine gekonnt umgehen – Herausforderungen meistern

Was die Herausforderungen bei einem Firmenkauf sind? Damit haben die beiden neuen Inhaber nun Erfahrungen sammeln können. Pascal Probst fasst zusammen: «Ein vertrauenswürdiger Treuhänder, der für einen u.a. die rechtlichen Aspekte abklärt und z.B. die Waren- und Geldflüsse der Firma einer professionellen Analyse unterzieht ist das A und O. Alleine würde man da zu 100 Prozent Schiffbruch erleiden. Und natürlich muss auch die Bank routiniert und verlässlich sein. Mit der Basler Kantonalbank haben wir genau so eine Bank gefunden.»

Sven Brändlin ergänzt: «Den Treuhänder des Vertrauens zu haben, sowie eine Bank als professionellen, fairen und erfahrenen Begleiter – das ist wirklich unumgänglich, sonst drohen viele Stolpersteine. Bevor wir uns für die Basler Kantonalbank entschieden, hatten wir zu zwei weiteren Banken Kontakt aufgenommen. Doch nur die Basler Kantonalbank hat uns am Ende wirklich mit ihrem Gesamtpaket und ihrer spürbar grossen Erfahrung überzeugt.»
Viele Teammitglieder freuten sich, denn sie wussten, dass sie uns trauen konnten.
Pascal Probst, Inhaber Netzhammer AG Basel

Vertrauen ist die halbe Miete

Worüber die beiden besonders froh sind? Dass die Mitarbeitenden ihre neuen Chefs bereits von früher kannten: «Als das Team vom ehemaligen Besitzer erfuhr, wer die Firma übernimmt, freuten sich viele Teammitglieder, denn sie wussten, dass sie uns trauen konnten. Das Vertrauen war sofort da – das war ein schönes Gefühl.», erklärt Pascal Probst.

Was die Zukunftspläne der beiden frischgebackenen Unternehmer sind? Sven Brändlin gibt einen Einblick: «Wir würden gern noch ein wenig grösser werden – von aktuell 20 auf etwa 25-30 Mitarbeitende aufstocken, denn wir sehen, dass der Markt das sehr gut hergibt. Neue Projekte anpacken, die Spass machen und unseren Kundinnen und Kunden weiterhelfen – diesen Weg gehen wir nun gemeinsam mit dem ganzen Team. Wir freuen uns drauf!»

Die Basler Kantonalbank wünscht den beiden Unternehmern viel Erfolg für die Zukunft und sehr viele spannende Projekte!

Wie unterstützt die Basler Kantonalbank Unternehmerinnen und Unternehmer bei der  Nachfolgeplanung?

Tim Helmich, Kundenberater KMU

Herr Helmich, wie einfach ist es heute in Basel eine bestehende Firma zu kaufen? Was muss man da alles mitbringen?

Als potentieller Käufer muss man erstmal auf die Firma aufmerksam werden, die man übernehmen möchte. Kontakte zu Treuhändern und Netzwerke wie beispielsweise BG Mitte und KMU Next sind dabei sehr hilfreich. Sie bringen potentielle Käuferinnen und Käufer mit Firmeninhabern zusammen, die ihr Unternehmen verkaufen wollen. Als Käuferin bzw. Käufer sollte man sich im Klaren darüber sein, ob man von der Lebensplanung und der notwendigen Erfahrung her das Rüstzeug mitbringt, um eine konkrete Firma zu übernehmen. Bin ich in der Lage das nötige Eigenkapital zur Verfügung zu stellen und allfällige Risiken des Unternehmens zu tragen? Auch das ist eine wichtige Frage. Einen pauschalen 'idealen' Zeitpunkt für einen Kauf gibt es jedoch nicht - es ist alles sehr individuell je nach Branche und je nach konkretem Unternehmen.

Wie sollte man konkret vorgehen, wenn man eine Firma kaufen möchte?

Der Käufer sollte sich zuerst ein volles Bild über das Unternehmen machen. Hierzu wird eine umfassende Dokumentation benötigt, denn nur so lässt sich beurteilen, ob der Verkaufspreis wirklich gerechtfertigt ist. Der Idealfall ist jedoch eine beim Profi in Auftrag gegebene Unternehmensprüfung - die sogenannte 'Due Dilligence'. Das ist zwar nicht günstig, jedoch erspart einem das oft grössere Herausforderungen.

Hat man eine Firma gefunden, die man gern erwerben will, sollte man nach Initialgesprächen mit dem bisherigen Inhaber bzw. der bisherigen Inhaberin einen guten Business Plan erstellen. Das müssen zwar keine Bände sein, jedoch sollte klar zum Ausdruck kommen, dass man sich das Ganze gut überlegt hat und weiss, wie man den Erfolg des gekauften Unternehmens sicherstellen kann. Da gehört auch ein Budgetplan dazu. Ist man sich sicher, dass man den Weg mit der Firma wirklich gehen will, setzt man sich in einem nächsten Schritt mit der Bank in Verbindung und klärt, ob und wie sie allenfalls bei der Finanzierung unterstützen kann.
Eine beim Profi in Auftrag gegebene Unternehmensprüfung - die sogenannte 'Due Dilligence' ist zwar nicht günstig,  erspart einem jedoch oft grössere Herausforderungen.
Tim Helmich, Kundenberater KMU

Und was ist bei einer Firmenübernahme sonst noch wichtig?

Es ist wichtig, dass beide Seiten von Anfang an transparent in den Informationen sind. Als Verkäufer muss ich zudem noch wissen: Welche steuerlichen Konsequenzen hat der Verkauf für mich? Wie sieht es mit meiner Versorgung nach dem Verkauf aus? Reichen die Mittel um meinen Lebensunterhalt danach weiterhin tragen zu können? Muss ich Rücklagen bilden? Generell sollte man also sorgfältige juristische und steuerliche Aspekte im Vorfeld des Verkaufs abklären. Auch die Frage nach der eigenen Vorsorgesituation sollte am besten bereits schon vorher genauer betrachtet werden.

Wie viel Eigenkapital ist bei einer Firmenübernahme normalerweise nötig?

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass etwa 25-35% vom Kaufpreis in Form von eigenen Mitteln finanziert werden müssen.

Wie kann die Basler Kantonalbank beim Kauf bzw. Verkauf eines Unternehmens unterstützen?

Die Basler Kantonalbank begleitet sowohl die Käufer- als auch die Verkäuferseite eng bei der gesamten Abwicklung des Inhaberwechsels, zeigt mögliche Wege aber auch Fallstricke auf und hilft am Schluss bei der Finanzierung der Firmenübernahme.

Wie läuft eine mögliche erfolgreiche Finanzierung ab?

Nachdem der Business Plan positiv geprüft wurde, wird ein Finanzierungsplan erarbeitet: Über wie viele Eigenmittel verfügt die Käuferin bzw. der Käufer? Sind diese Mittel beispielsweise nicht ausreichend, wird geprüft, ob z.B. ein Verkäuferdarlehen mit Rangrücktritt in Frage kommt. Damit trägt der Verkäufer das Risiko teilweise noch weiter und erhält die Mittel etwas zeitverzögert. Ein Verkäuferdarlehen mit Rangrücktritt wird in der Regel verzinst zur Verfügung gestellt und die Bankfinanzierung wird üblicherweise innerhalb von fünf bis sieben Jahren zurückbezahlt.
Die Basler Kantonalbank zeigt Fallstricke auf und hilft bei der Finanzierung der Firmenübernahme.
Tim Helmich, Kundenberater KMU

In welchen Branchen macht eine Firmenübernahme aus Ihrer Sicht in der aktuellen Lage Sinn? In welchen weniger?

Hier denken wir branchenübergreifend. Es gibt keine Branche, die ein No-Go wäre. In jedem Bereich gibt es Konzepte, die erfolgsversprechend sind und solche, die es nicht sind. Eine offene und ehrliche Kommunikation ist bei der Finanzierung jedoch wirklich das A und O. Wenn das von allen Seiten gegeben ist, dann ist die Basler Kantonalbank die richtige Finanzierungspartnerin, welche mit ihrer grossen Erfahrung und mit der Schnelligkeit interner Entscheidungswege besticht.

Ekaterina Cámara

Ekaterina Cámara

Online-Marketing Redaktion

socialmedia@bkb.ch

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