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Nachhaltig Geld anlegen: Darauf sollten Sie achten

Nachhaltige Anlagen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit, gerade wegen den soliden Renditechancen. Aber nachhaltig ist nicht immer gleich nachhaltig – erfahren Sie hier, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten. Damit Rendite und Nachhaltigkeit stimmen.
Am 24.02.2021 in Rund ums Geld von Ennio Perna
Fairtrade, Bioqualität, Demeter-Siegel – immer mehr Menschen kaufen Produkte, die mit Rücksicht auf die Gesellschaft, Umwelt oder das Tierwohl hergestellt wurden. Das ist auch in der Finanzwelt zu spüren. Immer mehr Anlegerinnen und Anleger sind auf der Suche nach Ökofonds, grünen Aktien und ethischen ETFs. Dies verdeutlichen auch die Zahlen des Schweizer Markts: Ende 2019 waren in der Schweiz CHF 1 163 Mrd. nachhaltig investiert – das entspricht einem Zuwachs von über 60% gegenüber 2018.

Die hohe Nachfrage hat einen einfachen Grund: Verantwortliches Investieren und hohe Renditechancen schliessen sich längst nicht mehr aus. Wir zeigen Ihnen, was nachhaltige Anlagen auszeichnet. Und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten. Damit Rendite und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.

Merkmale von hochwertigen nachhaltigen Anlagen

  • Branchen ausschliessen, die aus Nachhaltigkeitssicht besonders kritisch sind
  • Die nachhaltigsten Unternehmen in allen Branchen auswählen
  • Die Vorteile nachhaltigen Wirtschaftens in der Finanzanalyse berücksichtigen
  • Fonds mit ausreichend grossem Volumen und optimalen Kosten-Ertragsverhältnis auswählen

1. Strenger Auswahlprozess

Möchten Anlegerinnen und Anleger nachhaltig investieren, sind bspw. Atomkonzerne keine Bereicherung für das Portfolio. Und wem soziale Verantwortung wichtig ist, der verzichtet gerne auf Investments in die Waffen- oder Tabakproduktion. Ein konsequenter Nachhaltigkeitsansatz stellt sicher, dass solche Branchen vollständig ausgeschlossen werden, da sie aus Risikooptik zu problematisch sind. Dieses Ausschlussverfahren schränkt zwar die Anlagemöglichkeiten etwas ein, aber dafür stellt es ein griffiges Instrument zur Risikominimierung dar.

2. Keine Renditenachteil

Viele Anlegerinnen und Anleger glauben immer noch, dass sie bei nachhaltigen Investments auf Rendite verzichten müssen. Das ist falsch. Der finanzielle Aspekt ist genauso wichtig, wie bei traditionellen Anlagen. Nur, dass nebst den finanziellen Kennzahlen noch weitere Kriterien im Auswahlprozess berücksichtigt werden. Und dies zahlt sich langfristig aus:

Im Performancevergleich zwischen dem konventionellen Index MSCI World und dem nachhaltigen MSCI World Sustainability Index (SRI) schnitt der nachhaltige Index um mehr als einen Prozentpunkt besser ab. Und auch die nachhaltigen Anlagelösungen der BKB haben 2020 im Vergleich mit der konventionellen Anlagelösung leicht besser abgeschnitten.

3. Ökonomie, Ökologie und Soziales

Ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsportfolio verbindet Ökonomie, Ökologie und Soziales. So profitieren Sie gleichzeitig von zukunftsträchtigen Geschäftsmodellen, tieferen Reputationsrisiken und attraktiven Renditechancen. Finanzexperten gehen nämlich davon aus, dass Unternehmen, welche Klimaziele oder wichtige soziale Themen ignorieren, an den Kapitalmärkten auf lange Sicht schlechter bewertet werden könnten.  Was viele nicht wissen: Für die Mehrheit der erfolgreichen Firmen ist nachhaltiges Wirtschaften längst zu einem wichtigen Unterscheidungskriterium geworden. Entsprechend gut schneiden sie im Nachhaltigkeitsranking ab. 

«Ich kann mir gut vorstellen, dass man in 10 Jahren auf dem Schweizer Finanzplatz nur noch Anlageprodukte kaufen kann, die ein Mindestmass von Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.» 
Sabine Döbeli, CEO Swiss Sustainable Finance

4. ESG ist Trumpf

«Nachhaltige Anlagen» ist kein geschützter Begriff. Deswegen hat jeder Anbieter seine eigene Methodik, um die Nachhaltigkeit eines Unternehmens oder Portfolios zu überprüfen. Nicht alle gehen gleich weit. Aber wo nachhaltig draufsteht, sollte auch nachhaltiges drin sein. Sie möchten ja die Gewissheit haben, dass Ihr Geld dorthin fliesst, wo Standards eingehalten werden. Im schlimmsten Fall sind diese vermeintlich nachhaltigen Wertschriften überhaupt nicht grün, ökologisch oder sozial. 

International hat sich für die Bestimmung, wie nachhaltig eine Geldanlage respektive die darin enthaltenen Unternehmen sind, die sogenannte ESG-Analyse durchgesetzt: 

• E steht für «Enviromental», also Umwelt
• S steht für «Social», also Soziales
• G steht für «Governance», also Unternehmensführung

Anhand einer breiten Auswahl von ESG-Kriterien wird geprüft, wie nachhaltig ein Unternehmen agiert. Und zwar nicht nur, ob ökologische Kriterien eingehalten werden, sondern auch ob soziale und unternehmerische Standards berücksichtigt werden. Beim BKB Nachhaltigkeitsansatz wird sichergestellt, dass die investierten Unternehmen und Fonds eine umfassende ESG-Analyse durchlaufen haben. 

5. Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

In den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Ereignisse, die veranschaulichen, wie gravierend sich unnachhaltige Geschäftsaktivitäten auf den Unternehmenserfolg auswirken können. Dazu zählen beispielsweise der Untergang der BP-Ölplattform Deepwater Horizon, zahlreiche Bilanzfälschungen oder der VW-Abgas-Skandal. Zukünftig werden jene Unternehmen das Vertrauen der Kunden erhalten, welche Nachhaltigkeit konsequent in ihre Geschäftsmodelle einbinden. So fordert die EU vom Finanzmarkt, standardmässig nachhaltige Kriterien in die Anlageprodukte zu integrieren. Und auch aus Sicht des Schweizer Bundesrates gehört es heute zur treuhänderischen Pflicht, beim Geldanlegen Nachhaltigkeitsaspekte mitzuberücksichtigen. 

Rendite und Nachhaltigkeit gehen Hand in Hand – investieren Sie mit Weitsicht.

Ennio Perna

Ennio Perna

Leiter Fachstelle Nachhaltigkeit

nachhaltigkeit@bkb.ch

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