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Taschengeld – ein guter Start ins selbstbestimmte «Geldleben»

Kinder lernen durch Beobachten und Ausprobieren. Auch bei der Vermittlung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Geld ist es daher wichtig, früh Freiraum zu schaffen – zum Üben, zum Fehlermachen und um Erfolge zu feiern. Ab Erreichen des Schulalters funktioniert das am besten mit Taschengeld.
Am 11.09.2020 in Rund ums Geld
Erst im Umgang mit dem eigenen Geld erkennen Kinder dessen Wert: Sie sehen, dass diese Ressource keineswegs unendlich ist, und lernen, ihr eigenes Geld einzuteilen, Prioritäten zu setzen und auf Sparziele hinzuarbeiten. So erfahren Kinder Selbstbestimmtheit und verfeinern ihr eigenes Verantwortungsgefühl. Mit dem Schuleintritt ist ein Kind in der Regel reif genug, um erstmals Taschengeld zu erhalten. Der vereinbarte Betrag muss regelmässig, unaufgefordert und bedingungslos ausbezahlt werden. Ausserdem sollten Kinder ihr Taschengeld ausgeben dürfen, wofür sie wollen – auch für offensichtliche Fehlkäufe. Wichtig ist allerdings, dass Enttäuschungen im Anschluss an den Kauf thematisiert werden.

Das richtige Taschengeld für jedes Alter

Höhe und Auszahlungsfrequenz des Taschengelds sind abhängig vom Alter eines Kindes. Experten empfehlen einen Start mit sechs Jahren und einem Franken pro Woche. Ab zehn Jahren kann das Taschengeld auch monatlich ausbezahlt werden, damit Kinder ihr Geld längerfristig einteilen und gegebenenfalls auf ein Sparziel hinarbeiten können. In diesem Alter empfehlen Experten 25 bis 30 Franken pro Monat.

Für eine bewusste Begleitung zum Thema Taschengeld bietet sich eine Diskussion relevanter Themen im Familienkreis an. Impulse können dabei etwa die folgenden Fragen bieten:

  • Woher kommt unser Geld?
  • Wofür geben wir unser Geld aus?
  • Wie lange arbeiten die Eltern für eine Monatsmiete oder für Ferien?
  • Was kosten Lebensmittel oder andere Güter des täglichen Gebrauchs?

Jugendlohn – zum Verstehen der Lebenshaltungskosten

Der Umgang mit dem eigenen Taschengeld bildet den ersten Schritt in ein selbstbestimmtes «Geldleben». Im Weiteren ist es entscheidend, Kindern und Jugendlichen das Verständnis für künftige Lebenshaltungskosten zu vermitteln. Offene Gespräche über die Ausgaben der Familie sind dabei ein guter Ansatzpunkt.

Der «Jugendlohn» bietet Kindern ab 12 Jahren einen realistischen Einblick in die allgemeinen Lebenshaltungskosten: Mit einem fixen monatlichen Betrag müssen – zusätzlich zu den persönlichen Vergnügungsausgaben – vereinbarte Teile der Lebenshaltungskosten gedeckt werden (Kleider, Velo, Smartphone usw.). Dank dem Jugendlohn können Eltern ihren Kindern schrittweise Kompetenzen übertragen und gleichzeitig Selbstverantwortung und Selbstständigkeit fördern. Auf der anderen Seite lernen Jugendliche, längerfristig zu planen und private Wünsche gegen notwendige Anschaffungen abzuwägen.

Mehr Geld dank «Ämtli» und Ferienjobs

Mit bezahlten «Ämtli» und Ferienjobs lassen sich die ersten Schritte in ein eigenständiges «Geldleben» um den Faktor Arbeit erweitern. Kinder und Jugendliche erfahren so aus erster Hand, dass man für Geld (meistens) arbeiten muss – und können das Verhältnis zwischen Arbeitseinsatz und Lebenshaltungskosten besser einschätzen. Durch den Umgang mit eigenem Geld lernen sie, Prioritäten zu setzen und bewusste Konsumentscheide zu treffen. Diese Fertigkeiten sind entscheidend für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Einkommen.

Familien-Challenge "Lebenshaltungskosten"

Mit einer Familien-Challenge zeigen Sie Ihren Kindern auf spielerische Weise, wie hoch die Lebenshaltungskosten wirklich sind. Jedes Familienmitglied notiert sich während einer Woche sämtliche Ausfaben.

Am Wochenende werden die Listen verglichen und folgende Fragen beantwortet:

  • Wofür wird am meisten Geld ausgegeben?
  • Welche Unterschiede gibt es zwischen Kindern und Eltern?
  • Welche Lebenshaltungskosten fallen für die ganze Familien an (Miete, Rechnungen, Lebensmittel usw.)?

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