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8. Mai: Die Ressourcen sind aufgebraucht und die Schweiz lebt auf Pump

Swiss Overshoot Day

Würden alle Menschen so leben wie die Schweizer, wären die jährlich zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen unseres Planeten für 2020 schon am heutigen Tag verbraucht. Erfahren Sie, wie der Erfinder des «Ökologischen Fussabdrucks» Mathis Wackernagel die Auswirkungen der Coronakrise auf das Klima beurteilt und wie sich die BKB für mehr Nachhaltigkeit einsetzt.

Am 08.05.2020 in Die Bank
Jedes Jahr berechnet das Global Footprint Network einen Stichtag, an dem die natürlichen, sich jährlich erneuernden Ressourcen der Erde aufgebraucht wären. In der Schweiz ist es 2020 bereits am 8. Mai soweit: Würden alle Menschen auf der Erde so leben wie die Schweizer, dann gäbe es ab heute für den Rest des Jahres kein Holz mehr, keine Nahrungsmittel, keine Baumwollfasern – und die Atmosphäre könnte kein CO2 mehr aufnehmen. Ab heute leben wir sozusagen von der Substanz und nicht mehr von den Zinsen der Erde. «Der Overshoot Day ruft uns jedes Jahr unmissverständlich in Erinnerung, dass die natürlichen Ressourcen begrenzt sind und wir möglichst sorgfältig damit umgehen sollten», sagt Ennio Perna. Der 42-jährige Historiker mit einem Mastertitel in Umwelttechnik und Umweltmanagement leitet bei der Basler Kantonalbank die Fachstelle Nachhaltigkeit. Er ist mit seinem Team dafür verantwortlich, den ökologischen Fussabdruck der Bank zu verkleinern und die Verankerung der Nachhaltigkeit im Kerngeschäft zu fördern.

Nachhaltigkeit ist strategisch verordnet

«Es ist ein Trugschluss zu meinen, Nachhaltigkeit sei etwas, dass man sich zusätzlich leistet, wenn es gerade gut läuft. Ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Geschäftsmodell ist vielmehr eine zentrale Voraussetzung für den langfristigen finanziellen Erfolg eines Unternehmens», erklärt Perna. Mit anderen Worten: Ein Unternehmen, das nicht nachhaltig wirtschaftet, wird langfristig Wettbewerbsnachteile haben und riskiert sogar, ins existenzielle Strudeln zu geraten. Aus diesem Grund setzt sich auch die Basler Kantonalbank intensiv mit den ökologischen Herausforderungen unserer Zeit auseinander – etwa mit dem Umwelt- und Klimaschutz. Damit die Förderung der Nachhaltigkeit genügend Gewicht erhält, ist sie eine von fünf Stossrichtungen der Unternehmensstrategie.

Die betrieblichen Emissionen reduzieren

 

«Nachhaltigkeit fängt im eigenen Haus an. Deshalb möchten wir den ökologischen Fussabdruck verringern, der durch den Bankbetrieb verursacht wird», erklärt Perna. Bei der Reduktion der betrieblichen Emissionen war die Basler Kantonalbank eine Vorreiterin in der Branche. Bereits 2005 hat sie ein betriebliches Umweltmanagementsystem eingeführt. Damit können die Ressourcenflüsse genau gemessen und optimiert werden. Sowohl beim Strom als auch beim Erzeugen von Wärme setzt die Bank heute vollständig auf erneuerbare Energien. Auch der energieeffiziente Neubau an der Aeschenvorstadt hat dazu beigetragen, dass der CO2-Ausstoss seit 2011 um über 30 Prozent gesenkt werden konnte. 2018 haben die Experten der Organisation Swiss Climate der Basler Kantonalbank zum ersten Mal das Gütesiegel CO2 NEUTRAL verliehen. «Weil wir die nicht vermeidbaren Emissionen mit der Unterstützung eines Klimaprojekts kompensieren, ist unser Betrieb heute klimaneutral», stellt Perna klar.

Mitarbeitende mit Anreizen zu mehr Nachhaltigkeit motivieren

Auch als Arbeitgeberin setzt die Basler Kantonalbank Anreize für ein ressourcenschonendes Verhalten. So gewährt sie den Mitarbeitenden etwa Vergünstigungen für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, um diese zum Umstieg auf eine klimaschonende Mobilität zu bewegen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Förderung der Elektromobilität. Den Mitarbeitenden stehen fünf Elektrofahrzeuge zur Verfügung, die etwa für Fahrten zu Kunden genutzt werden. 2018 hat sich die Basler Kantonalbank zudem an Pick-E-Bike beteiligt. Der Sharing-Dienst deckt mit rund 300 E-Bikes die ganze Region Basel ab. Von diesem Engagement profitieren nicht nur die Mitarbeitenden der Bank, sondern die ganze Bevölkerung. In diesem Jahr folgte schliesslich ein weiterer kleiner Schritt, von wichtiger symbolischer Bedeutung: «Im März 2020 haben wir die Plastikflaschen aus der Bank verbannt und den Mitarbeitenden eine nachhaltige Glasflasche geschenkt. Mit dieser können sie nun gesundes Basler Wasser aus neu installierten Wasserspendern geniessen», verrät Perna.

Im Kerngeschäft der Bank ist der Hebel am grössten

Die Senkung der betrieblichen Emissionen ist aber nur eine Seite der Medaille: «Einen noch grösseren Beitrag zu einem wirkungsvollen Umwelt- und Klimaschutz können wir leisten, wenn wir die Nachhaltigkeit im Kerngeschäft der Bank verankern – etwa wenn unsere Kunden vermehrt nachhaltige Finanzprodukte nutzen oder wir bei der Kreditvergabe Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen», blickt Perna in die Zukunft. Um diesem Ziel näherzukommen, hat die Basler Kantonalbank 2019 eine neue Umwelt- und Klimapolitik erarbeitet. Ganz wichtig sind auch die Richtlinien für den Umgang mit kontroversen Umwelt- und Sozialthemen. Sie werden seit 2017 in der ganzen Bank angewendet und führen derzeit zum Ausschluss von rund 450 börsenkotieren Unternehmen aus dem Anlageuniversum der Bank. Ist ein Unternehmen etwa im Abbau von Braunkohle oder in der Gewinnung von Palmöl tätig, erhält es von der Bank keine Kredite und seine Wertschriften werden den Kunden nicht zum Kauf empfohlen.

Stark gefragt sind nachhaltige Bankprodukte

Die wachsende Palette nachhaltiger Produkte ermöglicht den Kunden, mit ihren finanziellen Entscheidungen zur Nachhaltigkeit beizutragen. Stark gefragt ist etwa die nachhaltige Anlagelösung. «Schon ab 10’000 Franken kann man damit in Unternehmen investieren, die neben wirtschaftlichen auch soziale, ökologische und ethische Ziele verfolgen», präzisiert Perna. Sowohl bei der Anlagelösung als auch bei der klassischen Vermögensverwaltung bietet die Bank den Kunden seit 2019 standardmässig die nachhaltige Variante an. Ebenfalls im letzten Jahr wurde von Max Havelaar zertifiziertes Fairtrade-Gold eingeführt. Und Eigenheimbesitzer profitieren mit der Nachhaltigkeitshypothek von einem Vorzugszins, wenn sie auf ein erneuerbares Heizsystem umstellen oder ihre Liegenschaft nachhaltig sanieren.

«Auf unserer Reise in eine nachhaltige Zukunft müssen wir alle noch viele Schritte machen. Egal ob diese klein oder gross sind, Hauptsache die Richtung stimmt. Dies erkennen wir unter anderem daran, wenn es uns gelingt, den Swiss Overshoot Day jedes Jahr um einige Tage nach hinten zu schieben», meint Perna.

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