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Die richtige Vorsorgeplanung für jede Lebensphase

AHV, Säule 3a, Pensionskasse: Bei der Altersvorsorge rücken im Laufe des Lebens immer wieder neue Themen in den Fokus. Doch was ist in welchem Lebensabschnitt wichtig? Unser Überblick hilft Ihnen, nichts Wichtiges zu vergessen. So dass Sie später den Ruhestand in vollen Zügen geniessen können.
Am 20.08.2021 in Vorsorgeberatung von Melanie Bissig
Die Altersvorsorge ist eine der grössten Herausforderungen für die kommenden Generationen. Dennoch setzen sich viele erst dann mit dem Thema auseinander, wenn sie das Pensionierungsalter fast schon erreicht haben. Dann kann es aber bereits zu spät sein, um etwaige Vorsorgelücken zu schliessen und den bestehenden Lebensstandard für das Alter zu sichern.

Wir empfehlen Ihnen, sich in jedem Lebensabschnitt etwas Zeit zu nehmen, um die eigene Vorsorgeplanung zu prüfen und zu optimieren. Ihr zukünftiges Ich wird es Ihnen danken. Denn mit 55 werden Sie ganz andere Bedürfnisse an Ihre AHV- und Pensionskassenrente haben als noch mit Anfang 20.

Keine Angst: Auch wenn Sie bisher nichts für Ihre private Vorsorge einbezahlt haben, ist es noch nicht zu spät. Aber mit jedem Lebensjahr, in dem Sie noch nicht vorsorgen, verzichten Sie auf viel Geld für Ihren Ruhestand.

Alter 20-30: Je früher, desto besser

Wir leben immer länger und sind auch immer gesünder. Aber mit einem längeren Leben muss das Geld auch länger reichen. Dafür braucht man eine solide Altersvorsorge. Nur: Wer beschäftigt sich in jungen Jahren schon mit der AHV oder der Pensionskasse?

Auch wenn die Pension in jungen Jahren scheinbar unendlich weit weg ist, sollte man sich damit auseinandersetzen. Denn als junger Mensch können Sie für Ihre Altersvorsorge am meisten bewirken – und das mit wenig Aufwand. Wenn Sie als 25-jährige Frau ein Säule 3a-Konto eröffnen und jährlich 4000 CHF einzahlen, haben Sie bei der Pensionierung zusätzliche Vorsorgegelder von mehr als 163 000 CHF zur Verfügung.

Doch wer wirklich clever ist, sorgt heute mit Wertschriften vor. Statt das Geld nur auf dem Säule 3a-Konto zu platzieren, können Sie Ihr Vorsorgegeld anlegen. Langfristig haben Sie damit erheblich höhere Renditechancen als mit dem konventionellen 3a-Sparen in Kontoform. Und als junger Mensch mit langem Anlagehorizont können Sie auch eine höhere Aktienquote wählen, weil sich allfällige Kurseinbrüche auf lange Sicht meist ausgleichen.

Der vielleicht wichtigste Ratschlag: Wenn Sie kein Einkommen haben - etwa aufgrund einer Babypause -, sollten Sie sich unbedingt bei der AHV als Nichterwerbstätige anmelden. Denn für jedes Jahr, in dem Sie keiner bezahlten Tätigkeit nachgehen, wird Ihre AHV-Rente später stark gekürzt.

3 Tipps für alle zwischen 20-30

  • Bereits kleine Einzahlungen in die Säule 3a lohnen sich
  • Vermeiden Sie Vorsorgelücken in der AHV
  • Legen Sie Ihr Vorsorgegeld am besten in Wertschriften an

Alter 30-40: Für seine Liebsten vorsorgen

Mit 30 beginnt eine sehr intensive Lebensphase: Die Karriere entwickelt sich, vielleicht kommen bald einmal Familie und Kinder dazu. Und gerade fürs Familienleben müssen die richtigen Vorsorge-Weichen gestellt werden. Denn Babypausen und Teilzeitarbeit führen vor allem bei Frauen zu Lücken in der beruflichen Vorsorge. Diese Lücken lassen sich beispielsweise durch Einzahlungen in die Säule 3a verkleinern oder schliessen.

Und auch wer im Konkubinat lebt, sollte sich Gedanken zur finanziellen Absicherung seiner Partnerin oder seines Partners machen. Denn die AHV bezahlt im Konkubinat keine Witwen- oder Witwerrenten aus. Aber Sie können Ihren Partner oder Ihre Partnerin bei der Pensionskasse und der Säule 3a zusätzlich absichern. Dafür sollten Sie bei Ihrer Pensionskasse respektive Ihrer Säule 3a-Stiftung Ihre Partnerin oder Ihren Partner, mit dem Sie unverheiratet zusammenleben, mit Namen melden. Durch die Begünstigung haben diese Personen im Risikofall Anspruch auf Hinterlassenenleistungen aus der Pensionskasse sowie der Säule 3a.

Zwischen 30 und 40 Jahren ist der Anlagehorizont mehr als ausreichend, um die Säule 3a für Aktieninvestments zu nutzen. Es bleibt genug Zeit, um allfällige Kurseinbrüche auszugleichen. Dies gerade auch bei Wertschriftenlösungen mit einem höheren Aktienanteil.

Gut zu wissen: Unabhängig davon, ob Sie Ihr Vorsorgegeld anlegen oder auf dem Konto lassen, sollten Sie jedes Jahr den Maximalbetrag von derzeit 6883 CHF in die Säule 3a einzahlen. Einerseits um mehr Steuern zu sparen, andererseits um länger von Wertschriften-Renditechancen zu profitieren.

3 Tipps für alle zwischen 30-40

  • Zahlen Sie kontinuierlich in die 3. Säule ein - bevorzugt in eine Wertschriftenlösung
  • Berücksichtigen Sie die Auswirkungen der Teilzeit auf Ihre Vorsorge
  • Sichern Sie Ihre Liebsten zusätzlich ab

Alter 40-50: Der Traum vom Eigenheim

Mit 40 wird für viele der Traum vom Eigenheim immer konkreter. Für den Kauf greift man oft auf eigene Vorsorgegelder zurück. Wichtig ist in einem solchen Fall, dass Sie die daraus entstandene Vorsorgelücke noch vor der Pensionierung wieder schliessen.

Falls Sie nun ein Eigenheim besitzen, können Sie Ihr Säule 3a-Konto für die indirekte Amortisation Ihrer Hypothek nutzen. Ihre Bank verlangt in diesem Fall keine Rückzahlung in regelmässigen Tranchen. Das Geld bleibt vielmehr auf Ihrem 3a-Konto und kann entsprechend verzinst werden. Zudem können Sie Ihre Einzahlungen in die dritte Säule auch in diesem Fall vom steuerbaren Einkommen abziehen. Die indirekte Amortisation der Hypothek ist übrigens bei vielen Banken genau gleich mit einer Säule 3a-Wertschriftenlösung möglich.

Ob nun mit oder ohne Wohneigenheim, die Vorsorge wird zwischen 40 und 50 allmählich greifbarer in Ihrem Lebensalltag. Beruflich haben Sie Ihre Schritte gemacht und womöglich ausreichend Einkünfte, um den Maximalbetrag in die dritte Säule einzubezahlen. Im Falle des weiterhin sinnvollen Wertschriftensparens gilt es abzuwägen, welcher Aktienanteil - und damit welches allfällige Risiko - für Sie passend ist. Bis zur Pensionierung dauert es aber immer noch deutlich über ein Jahrzehnt, wodurch Sie allfällige Kursschwankungen auffangen können.

3 Tipps für alle zwischen 40-50

  • Beachten Sie die Vorsorge beim Hauskauf
  • Sichern Sie sich für Worst-Case Szenarien wie Trennung oder Scheidung ab
  • Klären Sie bei Ihrer PK ab, ob Sie genügend abgesichert sind, falls Ihnen etwas zustösst

Alter 50-60: Die Pensionierung in die Wege leiten

Nun kommt der Zeitpunkt, um die Vorsorgeplanung zu konkretisieren. Dabei stehen Ihre Bedürfnisse im Vordergrund: Welchen Lebensstandard wünsche ich mir im Rentenalter? Will ich bis zum ordentlichen Rentenalter Vollzeit arbeiten? Diese Wünsche müssen mit den finanziellen Möglichkeiten abgeglichen werden. Kommen dabei Lücken zum Vorschein, nehmen Sie entsprechende Anpassungen möglichst bald vor.

Rückt nun der dritte Lebensabschnitt näher, sollten Sie die Aktienanteile Ihrer Säule 3a-Wertschriftenlösung prüfen und gegebenenfalls reduzieren, um die erzielten Profite abzusichern. Denn je kürzer Ihr Anlagehorizont nun ist, desto tiefer halten Sie sinnvollerweise auch Ihre Risiken in Bezug auf Kursschwankungen an der Börse.

Ihre Säule 3a-Gefässe können Sie zwischen Alter 59 (Frauen) und Alter 60 (Männer) gestaffelt beziehen bis Alter 64 resp. 65. Durch den gestaffelten Bezug sparen Sie Kapitalauszahlungssteuern. Wichtig zu wissen ist, dass Sie den gesamten Betrag in einem Säule-3a-Gefäss auf einmal beziehen müssen. Darum ist es essenziell, dass Sie frühzeitig beginnen, mehrere Säule 3a Gefässe anzusparen. In der Regel sollte man ab 30 000 bis 40 000 CHF ein neues Gefäss eröffnen.

Prüfen Sie zudem, ob Sie sich freiwillig in die Pensionskasse einkaufen können. Steuerlich sind solche Einkäufe sehr interessant, da Sie dadurch Einkommenssteuern sparen. Wichtig bei PK-Einkäufen ist aber, dass Sie die Sperrfristen vor der Pensionierung beachten und darauf schauen, dass Ihre Pensionskasse finanziell stabil ist. Wenden Sie sich dafür am besten an eine Fachperson.

3 Tipps für alle zwischen 50-60

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre voraussichtliche AHV- und PK-Rente
  • Prüfen Sie einen freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse mit einer Fachperson
  • Beziehen Sie Vorsorgeexpertinnen und -experten in Ihre Planung mit ein

Frühzeitig vorzusorgen zahlt sich im Alter aus. Wer sich regelmässig um die Vorsorgeplanung kümmert, muss sich weniger Sorgen um die finanzielle Absicherung im Alter machen. Gerne unterstützen wir Sie persönlich und fachkundig auf Ihrem Weg.

Melanie Bissig

Fachspezialistin Vorsorge & Pensionierung

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