Navigieren auf bkb.ch

Service-Links

Werden für den Todesfall keine speziellen Vorkehrungen getroffen, richtet sich die Aufteilung des Erbes nach dem Gesetz. Das entspricht jedoch selten den eigenen Vorstellungen. Eine vorausschauende Erbschaftsplanung lohnt sich deshalb. 
Sie fragen sich, wie Sie Ihr Haus am besten weitergeben oder wie Sie möglichst lange drinbleiben können? Sie möchten in Ihrem Nachlass jemanden besonders begünstigen, wollen Ihren Angehörigen juristisches Gezänke ersparen oder es liegt Ihnen einfach am Herzen, dass alles klar geregelt ist? Gemeinsam finden wir die passenden Antworten darauf.

Wer erbt eigentlich was?

In der Schweiz werden die erbberechtigten Personen in 3 Stämme aufgeteilt:

Der erste Stamm:

die Nachkommen (Kinder, Enkel usw.)

Der zweite Stamm:

die Eltern und deren Nachkommen (Kinder, Enkel usw.)

Der dritte Stamm:

die Grosseltern und deren Nachkommen (Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen)

Die Verwandten aus dem zweiten oder dritten Stamm kommen nur dann zum Zug, wenn es keine Verwandten im oberen Stamm gibt. Ehegatten und eingetragene Partner sind nicht blutsverwandt, sind aber immer gesetzliche Erben.

Die Vorteile eines Testaments

Ohne Testament wird die Erbfolge nach den obigen Prinzipien erfolgen. Indem Sie ein Testament aufsetzen, können Sie die gesetzlichen Bestimmungen ganz legal ein Stück weit umgehen und eine andere Verteilung Ihres Erbes erreichen. Mit der freien Quote in Ihrer letztwilligen Verfügung können Sie jede beliebige Person begünstigen, aber auch Organisationen wie Stiftungen oder Vereine. Ihr Handlungsspielraum ist jedoch nicht beliebig gross, denn bei Erbschaften gibt es einen Pflichtanteil. Mit dem Pflichtteil wird sichergestellt, dass direkte Familienangehörige mindestens einen Teil des Vermögens erhalten.

Mit dem neuen Erbrecht, das 2023 eingeführt werden soll, erhalten Sie etwas grössere Freiheiten was Ihr Testament angeht. Der Grund: Die Pflichtteile der Nachkommen werden reduziert.

Fünf häufige Irrtümer in Sachen Erbrecht

  • Bei kinderlosen Paaren, die kein Testament haben, erbt der Partner alles
  • Geschwister erhalten immer einen Pflichtteil des Erbes
  • Wenn sich die eigenen Kinder lange nicht melden, kann man sie enterben
  • Ein Testament ist nur gültig, wenn es notariell beglaubigt worden ist
  • Ein Testament mit Formfehler ist ungültig

Den Lebenspartner absichern

Damit der Partner nach einem Todesfall nicht im Regen steht, lohnt es sich, ein Testament zu machen. Unabhängig davon, ob Sie verheiratet sind oder in einem Konkubinat leben.

Konkubinat

Die Konkubinatspartner werden im Erbrecht gar nicht berücksichtigt.

Verheiratet

Der Anspruch der Ehepartner ist gesondert geregelt und richtet sich danach, mit welchen Verwandten des Verstorbenen der Partner sich das Erbe teilen muss.

Eingetragene Partnerschaft

Aus erbrechtlicher Sicht sind Mitglieder einer eingetragenen Partnerschaft Eheleuten weitgehend gleichgestellt.

Sie können Ihren Lebenspartner absichern – unabhängig vom Zivilstand – indem Sie ihm oder ihr die freie Quote im Testament zuschreiben. Das ist besonders für im Konkubinat Lebende entscheidend, da der überlebende Partner sonst keinerlei gesetzlichen Ansprüche besitzt. Aber auch Verheiratete und eingetragene Partner können ihren Partner mit einem Testament besserstellen.

Erbvorbezug: Das gilt es zu beachten

Wer bereits zu Lebzeiten Geld vererbt, muss einiges bedenken. Sonst kann es passieren, dass eine ungenügende Regelung nach dem Tod zu bösen Überraschungen oder Erbstreitigkeiten führt. Ein Erbvorbezug ist immer dann sinnvoll, wenn man bestimmte Teile seines Vermögens nicht mehr benötigt und es den Kindern oder Liebsten einen direkten Vorteil bringt. Oft wird auch das Eigenheim den Kindern bereits zu Lebzeiten überschrieben.

Eine umsichtige Nachlassplanung sorgt dafür, dass das Vermögen genauso weitergegeben wird, wie Sie sich das wünschen. Mit unserer Beratung vermeiden Sie teure Fehler und geben Ihr Vermögen sorgenfrei weiter.

Lisbeth Schellenberg, Erbschaftsberaterin

«Niemand denkt gerne an seine Vergänglichkeit. Es lohnt sich aber. Denn wer seinen Nachlass geregelt hat, macht seinen Kopf frei für das Leben im Hier und Jetzt.»

 

Meine persönlichen Tipps für Sie zum Thema Erbschaft

  • Packen Sie die Nachlassplanung an. Sie werden sehen, es ist sehr befreiend, diesen Schritt endlich gemacht zu haben.
  • Fürchten Sie sich nicht vor Papierbergen. Bereits mit einem handschriftlichen Testament von einer A4-Seite können Sie sehr viel regeln. Bewahren Sie es gut auf – am besten beim Erbschaftsamt.
  • Sie dürfen Ihre Meinung ändern. Ein Testament ist eine Momentaufnahme. Sie können die Situation jederzeit wieder neu beurteilen und Ihr Testament anpassen. Das ist keine grosse Sache.

Fusszeile