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Richtig Vorsorgen: Damit Sie für den Fall der Fälle gewappnet sind

Selbstbestimmt entscheiden

Was, wenn Sie selbst irgendwann nicht mehr urteilsfähig sind? Diese Vorstellung mag für manche reichlich abstrakt wirken. Es lohnt sich aber, rechtzeitig einen Vorsorgeauftrag und eine Patientenverfügung aufzusetzen. Damit in Ihrem Sinne entschieden wird.

«Darum wollte ich mich schon lange einmal kümmern», denken sich viele, wenn es um den administrativen Teil der Vorsorge geht. Gemeint ist damit nicht Sparen oder die Säule 3a, sondern die Lebensvorsorge. Plötzlich ist man nicht mehr in der Lage, das Leben selbst zu meistern. Vielleicht aufgrund eines schweren Unfalls oder einer Krankheit. Im schlimmsten Fall ist man sogar urteilsunfähig. Wenn Sie bezüglich Ihrer eigenen Lebensvorsorge bis dann keine Vorkehrungen getroffen haben, übernimmt dies die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB), möglicherweise mit weitreichenden Konsequenzen.

Selbstbestimmt leben mit einem Vorsorgeauftrag

Für den Verlust der Urteilsfähigkeit – sei es durch Alter, Krankheit oder Unfall – können Sie konkrete Vorkehrungen treffen. Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie, durch wen und wie Sie im Fall der Fälle vertreten werden möchten. Denn bei Eintritt einer Urteilsunfähigkeit muss die Erwachsenenschutzbehörde abklären, ob eine Beistandschaft erforderlich ist. Die KESB des jeweiligen Kantons wählt dann allenfalls einen Beistand, der Sie nicht persönlich kennt. Mit einem Vorsorgeauftrag können Sie hingegen eine Person auswählen, die Ihnen nahe steht.

Kurz: Wer keinen Vorsorgeauftrag verfasst, ist damit einverstanden, dass die KESB einen beliebigen Beistand einsetzt.

Die richtige Person für den richtigen Bereich

Im Vorsorgeauftrag wählen Sie eine oder mehrere Vertrauenspersonen aus, welche Ihre finanziellen, administrativen und rechtlichen Angelegenheiten übernimmt, wenn Sie urteilsunfähig werden sollten. Sie können eine oder zwei Personen für alle Bereiche bestimmen oder die Bereiche verschiedenen Personen zuordnen. Wichtig ist, dass Sie sich gut kennen und die beauftragte Person sich für diese Aufgabe eignet. Denn die KESB wird die Eignung überprüfen.

Patientenverfügung kurz erklärt

Während der Vorsorgeauftrag die Personen- und die Vermögenssorge betrifft, dreht sich bei der Patientenverfügung alles um medizinische Fragen. Sie hält fest, welche medizinischen Massnahmen in einem Notfall oder bei einer chronischen Erkrankung ergriffen werden sollen, wenn Sie aufgrund von einer Urteilsunfähigkeit nicht mehr selbst entscheiden können. Ebenso definieren Sie darin eine Person, die Sie gegenüber den Ärzten vertritt.

Wie werden Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung erstellt?

Beim Erstellen des Vorsorgeauftrags und der Patientenverfügung müssen einige rechtliche Punkte beachtet werden:

Vorsorgeauftrag

Er muss von Hand geschrieben, datiert und unterzeichnet oder notariell beurkundet werden. Wirksam wird der Vorsorgeauftrag erst, wenn die Urteilsunfähigkeit von der KESB entschieden wird.

Patientenverfügung

Diese muss hingegen lediglich von Hand datiert und unterzeichnet werden. Der Text kann also auch am Computer geschrieben werden. Die Patientenverfügung wird erst wirksam, wenn ein Arzt die Urteilsunfähigkeit diagnostiziert.

Wichtig

Informieren Sie die Angehörigen über Ihre Absichten in Sache Vorsorge, damit diese wissen, was sie im Notfall unternehmen müssen.

Den Angehörigen das Leben erleichtern

Wer sich und seine Nächsten wirkungsvoll absichern und böse Überraschungen vermeiden will, kommt nicht umhin, sich mit dem unliebsamen Thema Vorsorge zu beschäftigen. Dazu zählen einerseits Instrumente, die vor dem Tod rechtlich wirksam werden können, wie der Vorsorgeauftrag oder die Patientenverfügung. Andere hingegen entfalten erst nach dem Tod ihre Wirkung, etwa das Testament oder der Erbvertrag.

Fest steht: Es ist von Vorteil, wenn Sie die komplexen Themen Vorsorgen und Weitergeben möglichst schnell regeln. So können Sie Ihren dritten Lebensabschnitt in Ruhe geniessen und es ist sichergestellt, dass Ihr eigener Wille respektiert wird.

Bigna Gadola, Leiterin Erbschaftsberatung

«Sie investieren dreissig Minuten in ein Beratungsgespräch mit uns und haben damit 90 Prozent des Vorsorgeauftrags bereits erledigt.»

Meine persönlichen Tipps für Sie zum Vorsorgeauftrag:

  • Lassen Sie sich persönlich beraten. So kommen Sie innert kurzer Zeit zu einer massgeschneiderten Lösung, die juristisch standhält.
  • Überlegen Sie sich gut, wen Sie als Vertrauensperson einsetzen. Sie haben auch die Möglichkeit, mehrere Personen anzugeben.
  • Sie können in Ihrem Vorsorgeauftrag individuelle Wünsche festhalten. Zum Beispiel in welches Alterszentrum Sie möchten, sollte dies nötig werden oder dass Sie möglichst lange zuhause bleiben wollen etc.

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