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Erbschaft und Schenkung: Das müssen Sie beachten

Erbschaften und Schenkungen sind für die Empfänger etwas Erfreuliches. Ohne Planung erhalten die Liebsten jedoch nur einen Teil davon. Um unnötige Steuern zu vermeiden, sollte die Nachlassplanung frühzeitig gestartet werden.
Am 23.06.2021 in Rund ums Geld von Bigna Gadola
Für eine Nachlassplanung gibt es keinen «richtigen» Zeitpunkt. Es ist aber sicher nie zu früh, die Weitergabe des eigenen Vermögens zu planen – jedoch schnell zu spät. Wer rechtzeitig die nötigen Massnahmen einleitet, erspart seinen Erben und Nachkommen in der Schweiz viel nervenaufreibende Arbeit. Dafür müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden. Denn je nach Konstellation und Kanton lösen Erbschaften und Schenkungen erhebliche Steuerfolgen aus.

Was ist die Erbschaftssteuer?

Die Erbschaftssteuer ist von den Personen zu bezahlen, die den Nachlass übernehmen (Erben oder Vermächtnisnehmer). Die Berechnungsgrundlage ist der Wert des übertragenen Vermögens. Die Höhe der Steuer ist meist abhängig von der Höhe des Vermögensanfalles sowie vom Verwandtschaftsgrad des Erben zur verstorbenen Person. Je näher verwandt desto geringer der Steuersatz.

In vielen Kantonen sind der überlebende Ehegatte sowie die Nachkommen von der Erbschaftssteuer befreit. Dasselbe gilt für die überlebende Partnerin oder den Partner aus eingetragenen Partnerschaften. Auch Zuwendungen an Institutionen, welche ausschliesslich öffentlichen, wohltätigen oder gemeinnützigen Zwecken dienen, sind von der Steuer befreit.

Für die Veranlagung der Erbschaftssteuer ist grundsätzlich der letzte Wohnsitz der verstorbenen Person massgebend. Bei Grundeigentum fällt die Steuer im Kanton an, in dem sich das Grundstück befindet.

Das gilt es bei der Schenkungssteuer zu beachten

Als steuerbare Schenkung gilt jede Zuwendung unter Lebenden, durch welche die beschenkte Person aus dem Vermögen eines anderen ohne Gegenleistung bereichert wird. Im Kanton Basel-Stadt haben die schenkende und die beschenkte Person die Pflicht, alle steuerbaren Zuwendungen innert 30 Tagen, spätestens aber mit der ordentlichen Steuererklärung, der Steuerverwaltung zur Kenntnis zu bringen. Wird die Anmeldepflicht nicht erfüllt, können eine Nachsteuer und eine Busse erhoben werden.

Der überlebende Ehegatte ist in allen Kantonen von der Steuer befreit, die Nachkommen in der Mehrheit der Kantone. Weiter entfernte Verwandte und Dritte werden mit einem höheren Steuersatz besteuert.

Wichtig zu wissen: Für die Besteuerung der Schenkung ist der Wohnort der schenkenden Person und nicht der Wohnort der beschenkten Person entscheidend

Grosse kantonale Unterschiede bei der Besteuerung


In der Schweiz wird die Erbschafts- und Schenkungssteuer nicht vom Bund, sondern von den Kantonen erhoben. Ebenfalls kantonal geregelt ist, ob es für eine gewisse Kategorie von Erben einen fixen Steuersatz gibt, oder ob dieser von der Höhe der Erbschaft abhängt. Je nach Kanton zahlt man also für denselben Betrag unterschiedlich hohe oder tiefe Steuern.

Die fünf wichtigsten Punkte zur Erbschaftssteuer

  • Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und direkte Nachkommen sind in vielen Kantonen von der Erbschaftssteuer befreit.
  • Für die Steuerbelastung ist der letzte Wohnort des Erblassers oder der Erblasserin massgeblich.
  • Je nach Kanton und Verwandtschaftsgrad gibt es Freibeträge, auf die keine Erbschaftssteuer anfallen.
  • Konkubinatspartner erben nach Gesetz nichts. Indem Sie ein Testament aufsetzen, können Sie dies verändern.
  • Die einzigen Kantone, die keine Erbschaftssteuer erheben, sind der Kanton Schwyz und Obwalden.

Die Auswirkungen des Verwandtschaftsgrades

Erbschafts- und Schenkungssteuern treffen nicht alle gleich stark. Bei Erbschaften, die an entfernte Verwandte, Dritte oder juristische Personen gehen, ist es daher unerlässlich, sich rechtzeitig Gedanken über die steuerlichen Aspekte zu machen. Wir zeigen Ihnen an einem Beispiel, wie unterschiedlich Verwandte und Dritte besteuert werden:

Mirjam, mit letztem Wohnsitz in Basel-Stadt, hinterlässt nach ihrem Tod ein Netto-Vermögen von CHF 900'000.-. Als Erben zu je einem Drittel hat Mirjam ihren Ehemann Franco, ihre Schwester Nadja und ihre Kindheitsfreundin Vanessa eingesetzt. Franco hat erbvertraglich auf seinen Pflichtteil verzichtet. Auf den jeweiligen Erbteil fallen folgende Erbschaftssteuern an:


Er­­­­be/ Er­­­­bin Franco Mirjam Vanessa
Erb­­­­­teil* 298 000
298 000 298 000
Steu­­er­­­­­satz (%)
0 10.5 31.5
Erb­­­­­schafts­­­­­steuern
- 31 290
93 870
Netto­-­Erb­­­­­teil
300 000 268 710
206 130

*ab­­zügl. Frei­­be­­trag (CHF 2000)

 

Optimierungsmöglichkeiten

 Je nach familiärer Situation stehen Ihnen verschiedene Optionen zur Verfügung, um eine finanziell attraktivere Lösung für Ihr Erbe zu erlangen.

Nacherbeneinsetzung

Nacherbeneinsetzung

Bei der Nacherbeneinsetzung kann der Erblasser zwei aufeinander folgende Erben oder Vermächtnisnehmer bestimmen. So erhalten zunächst bestimmte Vorerben das Recht an der Erbschaft. Diese Vorerben sind allerdings nach ihrem Tod verpflichtet, die Erbschaft den Nacherben auszuliefern.

Die Nacherbeneinsetzung ist besonders für Ehepartner interessant, die nicht gemeinsame Kinder haben. So kann die verfügbare Quote des Nachlasses dem überlebenden Ehegatten als Vorerben zugeteilt werden, während die nicht gemeinsamen Kinder als Nacherben eingesetzt werden. So wird sichergestellt, dass der Ehegatte finanziell abgesichert ist, der Nachlass aber dennoch in der Familie bleibt.

Nutzniessung

Nutzniessung

Wer ein Erbe (z.B. eine Liegenschaft) mit einer Nutzniessung belegt, vermindert den Wert des Erbteils und reduziert somit auch die Erbschaftssteuern. Die Höhe des Erbteils wird um den kapitalisierten Wert der Nutzniessung vermindert.

Patchwork-Familien

Patchwork-Familien

Da in vielen Kantonen Stiefkinder im Gegensatz zu den leiblichen Kindern der Erbschaftssteuer unterstehen, empfiehlt sich bei dieser Konstellation ein Erbvertrag. Im Erbvertrag kann festgehalten werden, dass Erbschaftssteuern der Kinder vorab aus dem Nachlass zu bezahlen sind. So ist sichergestellt, dass alle Kinder, egal ob Stiefkinder oder leibliche Kinder, gleich viel erben. Der Vertrag muss von allen Beteiligten unterzeichnet und notariell beurkundet werden.

Wenn Sie bereits frühzeitig klären, welchen Personen Ihr Nachlass zugutekommen soll, können Sie Massnahmen treffen, um den Steueraufwand zu verringern. Es empfiehlt sich Expertinnen und Experten beizuziehen, um eine faire Lösung für die ganze Familie zu finden. Wir unterstützen Sie gerne mit Fachexpertise und Menschlichkeit in diesem Unterfangen.

Eine umsichtige Nachlassplanung sorgt dafür, dass das Vermögen genauso weitergegeben wird, wie Sie sich das wünschen. Mit unserer Beratung vermeiden Sie teure Fehler und geben Ihr Vermögen sorgenfrei weiter.

Ihr Leben. Unsere Beratung.

Etwa ein Viertel unseres Lebens liegt heute noch vor uns, wenn wir pensioniert werden. Wie können wir diesen Lebensabschnitt glücklich und zufrieden gestalten? Indem wir die grossen Themen Wohnen, Vorsorgen, Erbe und Rente frühzeitig angehen. Haben Sie schon mal überlegt, was geschieht, wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind? Oder wie viele Jahre Ihre Rente ausreicht? Es lohnt sich diese Themen schnellstmöglich zu regeln.

Mit unserer Beratung vermeiden Sie teure Fehler und stellen sicher, dass Ihr eigener Wille respektiert wird. Mit dem Gefühl, alles geregelt zu haben, lässt sich der dritte Lebensabschnitt so richtig geniessen.

Bigna Gadola

Bigna Gadola

Leiterin Erbschaftsberatung

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