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Uff dr Bangg mit Tanja Wegmann

Tanja Wegmann hat die Hotelfachschule in Lausanne absolviert und anschliessend eine beeindruckende Karriere hingelegt. Bereits mit Mitte 30 führte sie das «Grand Hotel Les Trois Rois» als General Manager, bevor sie in die Luxusgüterbranche wechselte. Zehn Jahre arbeitete sie fernab der Heimat, nun ist sie seit Frühling 2018 zurück in jenem Haus, das sie seit jeher mit Stolz erfüllt.
Am 12.08.2020 in N°2: Stolz

Nach zehn Jahren kehrten Sie wieder zurück ins «Trois Rois» – spürten Sie Schmetterlinge im Bauch?

Die Glücksgefühle sprudelten nur so aus mir heraus. Und ich spürte grosse Dankbarkeit. Ich sah viele Mitarbeitende wieder, die mich schon bei der Wiedereröffnung nach den umfassenden Renovationsarbeiten 2006 begleitet hatten. Der Empfang war warm und herzlich, auch seitens der Basler. Es fühlte sich richtig an, wieder hier zu sein. Ich erinnere mich auch noch gut daran, wie ich in den ersten Tagen regelrecht durch die Gänge geschwebt bin. Angetrieben von Freude und natürlich auch Stolz, wieder für dieses wunderschöne Hotel arbeiten zu dürfen.
Ich bin stolz auf Basel, weil die Menschen so besonders sind und die Stadt prägen.

Es war ja nicht nur eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, sondern auch in Ihre Heimatstadt. Warum sind Sie stolz auf Basel?

Weil die Menschen hier so besonders sind und die Stadt prägen. Und der Rhein fasziniert mich immer wieder von Neuem, dieser kräftige Fluss mitten in der Stadt. Er gibt mir in herausfordernden Zeiten neue Energie. Wenn grosse Entscheidungen anstehen, stehe ich kurz auf die Terrasse und lasse mich vom fliessenden Wasser inspirieren. Lange Zeit habe ich es allerdings nicht gewagt, im Rhein zu schwimmen. Bis mich einige Teamkollegen 2018 überreden konnten. Das war ein einmaliger Moment, als wir uns langsam Richtung Hotel treiben liessen und ich dieses geschichtsträchtige Haus einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen bekam. Wow – da arbeite ich …! Das ging mir durch den Kopf. Stolz, Dankbarkeit, alles kam zusammen – Emotionen, die mit Worten kaum zu beschreiben sind.

Man spürt Ihre Passion als Hoteldirektorin. Wie übertragen Sie diese positiven Emotionen auf die Brigade?

Indem ich den Austausch fördere und gut mit allen kommuniziere. Ich möchte Ideen mit meinem Team besprechen und sie gemeinsam vorantreiben. Ich habe begeisterungsfähige und kompetente Leute um mich und spüre, dass uns das Gefühl verbindet, gerne hier zu arbeiten. Wenn wir Auszeichnungen bekommen wie etwa jüngst als «GaultMillau-Hotel des Jahres 2020», sehe ich das Strahlen in den Augen der Mitarbeitenden. Um sie präsenter und zugänglicher zu machen, haben wir eine neue Social-Media-Kampagne gestartet: «Meet the Team». Die Mitarbeitenden sollen sich und ihre Geschichte präsentieren und auch stolz darauf sein können. Ich muss nicht immer im Vordergrund stehen, Gastgeber sind hier im Hotel alle.
Herzlichkeit hilft immer.

Wie oft sind Sie in dieser Welt des Luxus auch mit falschem Stolz konfrontiert?

Natürlich gehört das in einem Fünfsternehotel dazu. Gäste, die reklamieren oder auch schon mal richtig laut ausrufen, wenn sie sich in ihrem Stolz verletzt fühlen. Ich versuche dann immer, den Gast abzuholen und ihm eine Lösung zu offerieren, damit wir versöhnlich auseinandergehen. Denn wenn die Gäste Kritik – ob gerechtfertigt oder nicht – anstatt bei uns, anonym in einer Onlinebewertung äussern, wird es schwierig. Deshalb schulen wir auch unsere Mitarbeitenden darauf, dass sie den Gast immer zu Wort kommen lassen sollen, auch wenn es unangenehm für uns wird. Nur so können wir reagieren und ihm mit Herzlichkeit begegnen. Das hilft immer.

Als Direktorin legen Sie viel Wert auf Ihre Erscheinung. Wie sind Sie privat unterwegs?

Privat bin ich oft sportlich mit Sneakers und legerem Outfit unterwegs. Ich liebe die Mode und kombiniere gerne.

Was würden Sie in Ihrem Leben gerne besser machen?

Mehr Zeit für Familie und Freunde haben und nicht immer auf den letzten Drücker erscheinen. Es fehlt mir oft an der Zeit, hätte der Tag doch nur 36 Stunden ...
Ich bin ein positiver Mensch, der Menschen gerne hat und auch in schwierigen Zeiten das Positive sieht.

Und auf was sind Sie besonders stolz?

Auf meine Lebenseinstellung. Ich bin ein positiver Mensch, der Menschen gerne hat und auch in schwierigen Zeiten das Positive sieht. Ich fühle mich gesund und fit, gehe jeden Tag gerne zur Arbeit, bin stolz auf mein schönes Zuhause und meinen Hund Mäxli. Ich fühle mich ganz einfach am richtigen Ort.

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