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Stolz vor der Hütte

Urban Gardening – von der Roboter-Industriefarm bis zur privaten «Maschine» im Garten.
Am 11.08.2020 in N°2: Stolz

Lichterketten strahlen auf Balkonen um die Wette. Kirschen strecken uns ihre prallen, roten Backen ins Gesicht. Rosmarin und Salbei stehlen Minze und Schnittlauch die Show. Und auf Instagram mutiert sogar der profane Hörnli-Tomatensauce-Vertilger plötzlich zum Superstar am Kochherd. Während die Wirtschaft schrumpft, platzen die Gärten von Herr und Frau Schweizer schier aus ihren Zäunen: Der Corona-Shutdown hat’s geschafft, dass selbst der ungrünste aller Daumen den Weg zum Spaten gefunden hat. Oder zumindest zum Blumenkistli. Garten und Stadt sind längst kein Gegensatz mehr, wie Urban-Gardening-Projekte seit Jahren beweisen.

Die Wege zum erfolgreichen, stolzen Balkongärtner sind vielfältiger denn je. Das lokale Start-up Urbanroots von Urban Agriculture Basel versorgt Gartenneulinge beispielsweise mit Saatgut-Abos, Tipps und Workshops. Der gemeinnützige Verein fördert unter anderem die Erzeugung von Lebensmitteln, Nutz- und Medizinalpflanzen durch in der Stadt und der Agglo lebende Menschen. Ob selbst gemachtes Kombucha von der Marke Mimmis oder beim gemeinsamen Gärtnern im Landhof an der Riehenstrasse: Der Erhalt von Natur und Biodiversität steht stets im Fokus der Vereinsprojekte.

Von Wundercremes bis Wassermelonen

Stephan Schmucki hat den Weg zu seinem grünen Himmel unabhängig von Urban Agriculture Basel gefunden. Dass der Musiker eine «Maschine» ist, wenn’s ums Gärtnern geht, beweist ein Blick in seinen 235 Quadratmeter grossen Dschungel am Jakobsberg auf dem Bruderholz. «Ich arbeite gerne nach Mondphasen und Permakultur», erklärt der 31-Jährige. Das Wissen hat er sich grösstenteils selbst angeeignet.

Stephan konzentriert sich auf Nutzpflanzen. «Ich habe viele Pflanzen, die in der Heilkunde angewendet werden. Mit der Hilfe einer Naturheilerin produziere ich beispielsweise eigene Ringelblumensalben und Tinkturen. Aber auch Tees, Liköre, Lavendelsirup, Löwenzahnhonig und -kaffee Löwenzahnkaffee? Ja, das gibt’s. Und zwar wird er aus den Wurzeln der Pflanze hergestellt. «Eine aufwendige Angelegenheit, die bereits während des Zweiten Weltkriegs verbreitet war, so Stephan. Auch Obst und Gemüse sind in Hülle und Fülle vorhanden: Pro Jahr wachsen hier 20 Kilo Himbeeren, 200 Kilo Kartoffeln, Luftradieschen, Bohnen, Artischocken, Stachelbeeren, you name it. Die Samen zieht Stephan zum grossen Teil selbst. «Besonders stolz bin ich auf die Wassermelonen. Nachdem meine erste Saat neun Köpfe abwarf, haben auch meine Gartennachbarn plötzlich alle welche angepflanzt», lacht der Mann, der sich das Spielen von über zehn Instrumenten selbst beigebracht hat.

Dem alleinerziehenden Vater war es schon immer wichtig, seinem heute 13-jährigen Sohn die Entstehung von Lebensmitteln näherzubringen. Über die Plattform Spontacts gibt er zudem Jung und Alt die Möglichkeit, regelmässig in der Natur zu werkeln. Stephan bietet auch Gartenkurse an. Gratis – für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Erdbeeren vom Roboter

Von «Maschine» im Garten geht’s in eine von Robotern betriebene Hightechfarm. Neben Urban Gardening haben sich auch Begriffe wie Vertical Farming, Underground Farming und Urban Farming vermehrt in unser Vokabular geschlichen. Verseuchte Böden wie beispielsweise in Fukushima und die Folgen der Klimaerwärmung schreien nach neuen Lösungen. Aber wie soll das gehen?

Eine mögliche Antwort findet, wer ins Trämli Richtung St. Jakob steigt. Als würde man ein Raumschiff betreten: Die Räumlichkeiten von Growcer blenden in violettem Licht. In gerade mal sechs Wochen wachsen hier in verschiedenen «Towern» Schnittsalate, Mangold, Wasabi, Rucola, Grünkohl und Co. – jährlich bis zu einer Tonne. Einmal geerntet, stehen sie eine Stunde später in den Regalen von Migros. Frisch und grundsätzlich schadstofffrei. All dies ist möglich dank einer vollautomatisierten Vertical Farm: 90 Prozent der Arbeiten werden hier von Robotern ausgeführt, womit auch Arbeitskosten wegfallen.

Das ganze Jahr über wachsen und gedeihen die Pflanzen frei von Pestiziden und Herbiziden. Präzise Dosierung bringt zudem bis 95 Prozent Einsparung beim Wasserverbrauch. Ein weiterer Vorteil: Der Kohl schmeckt immer gleich. Und zwar verdammt gut. Nach Natur nämlich. Es ist drum wenig erstaunlich, dass das 2019 gegründete Basler Start-up die Migros als ersten Kunden gewinnen durfte. «Das ist natürlich ein Riesending», zeigt sich Marcel Florian, CEO von Growcer, stolz. «Die Qualität ist aber auch exzellent. Bei uns wachsen sogar Erdbeeren!» Zudem profitiere Growcer vom Standort Basel: «Am Dreiländereck bietet sich die Möglichkeit, einfach nach Frankreich und Deutschland zu liefern. Überhaupt ist Basel auch international sehr gut erschlossen. Als Showcase-Farm ziehen wir viele Touristen an

Ja, so eine eigene Ernte macht doch einfach stolz! Ob man nun selbst Hand anlegt oder den Roboter ranlässt: Hauptsache, da wächst (noch) was in Zukunft! 

Wir können davon ausgehen, dass im Jahr 2050 rund neun Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Die heutige Landwirtschaft wird nicht in der Lage sein, die Ansprüche dieser wachsenden Weltbevölkerung zu erfüllen. Growcer bietet einen neuen Ansatz.

Text: Valérie Ziegler

Ernten, was wir säen

Die BKB setzt erfolgreich auf Nachhaltigkeit – sowohl im Anlagegeschäft als auch bei Finanzierungen. Wie dies fuktioniert, erklären CIO Dr. Sandro Merino und Anlageberater Michael Bergmann.

 

 

Dr. Sandro Merino sorgt in seiner Funktion als Chief Investment Officer der BKB dafür, dass das Geld der Kundschaft nachhaltig angelegt wird.

Nachhaltig anlegen ist neu Standard bei der BKB. Warum ist das im Interesse der Kunden?

Aus zwei Gründen: Erstens zeigt der Vergleich von nachhaltigen mit klassischen Anlagen, dass die nachhaltigen mindestens gleich gut rentieren. Zweitens sind nachhaltige Anlagen zukunftsfähig aufgestellt. Die Kosten sind dieselben, ob nachhaltig oder klassisch. Ich bin stolz, dass wir mit unseren nachhaltigen Anlagelösungen und Mandaten unseren Kunden ohne Mehrkosten und ohne Performance-Einbusse echten Mehrwert liefern.

Was meinen Sie mit «zukunftsfähig» konkret?

Um dem Klimawandel zu begegnen, ist dringend die Abkehr von fossilen Brennstoffen notwendig. Eine nachhaltige, zukunftsfähige Welt braucht Wandel, auch beim Verkehr oder bei der Nahrungsmittelproduktion. Solche Veränderungen in kurzer Zeit bergen für Unternehmen hohe Verlustrisiken aus Altlasten. Diese Risiken reduzieren wir bei den nachhaltigen Anlagen durch den Ausschluss von Unternehmen mit besonders riskanten und kontroversen Geschäftsaktivitäten.

Wie lässt sich diese Zukunftsfähigkeit messen?

Intuitiv verständlich für unsere Kunden finde ich hier den CO2-Fussabdruck der Anlagen, den wir mit dem Tool yourSRI berechnen können. Dies schafft Transparenz über die Klimarisiken in jedem Portfolio, ob nachhaltig oder klassisch. In diese Richtung werden wir unser Kundenreporting demnächst erweitern.

Und wenn ich jetzt von einer klassischen zu einer nachhaltigen Lösung wechseln will?

Dann können Sie das bei der BKB jederzeit kostenlos tun.

 

Michael Bergmann vergibt als Kundenberater bei der BKB nachhaltige Kredite an Firmenkunden.

Warum und in welchen Bereichen sprechen Sie nachhaltige Finanzierungen?

Nachhaltige Finanzierungen gehören zum Leistungsauftrag der BKB. Unseren Fokus legen wir bewusst auf erneuerbare Energien. So können wir aktiv zur Dekarbonisierung unserer (Energie) Wirtschaft beitragen. Junge Firmen haben hier oft solide Businesspläne, aber noch keine Umsätze oder gar Gewinne und finden deshalb bei anderen Banken keine Finanzierung. Wir sind stolz, hier in die Bresche springen zu können.

Welche Kriterien gelten bei der BKB, um Projekte zu prüfen?

Bei den erneuerbaren Energien haben wir langjährige Erfahrung und ein grosses Netzwerk in der Region Nordwestschweiz. Das erlaubt uns, das technologische Risiko abzuschätzen, ob die geplante Produktion in der vorgesehenen Zeit realistisch ist. Gerade bei neuen Technologien, wie z.B. der Energiegewinnung durch Pyrolyse, ist das zentral. Um ein neues Projekt zum Erfolg zu führen, gehören auch Unternehmer mit dem notwendigen beruflichen, technischfachlichen Hintergrund dazu. Nicht zuletzt braucht es ein solides Finanzkonzept, auch ohne die klassischen Sicherheiten.

Welche Möglichkeit gibt es dann, um der Bank Sicherheit zu verschaffen?

Als Sicherheitspfand bieten sich gerade bei den alternativen Energien interessante Möglichkeiten. Beispiele sind staatlich zugesicherte Einspeisevergütungen für Strom aus  erneuerbaren Quellen oder langfristige Abnahmeverträge mit soliden Kunden für Wärmeenergie. Damit konnten wir schon mehrfach unser Ziel erreichen: nachhaltige Unternehmen finanzieren und Sicherheit für die Bank und unsere Eigner schaffen.

-50%

Nachhaltige Anlagelösungen oder Mandate haben im Durchschnitt einen halb so grossen CO2-Fussabdruck wie klassische Anlagen.

87 von 100

in Anlagelösungen investierte Franken fliessen in die nachhaltigen Varianten.

400 Mio.

Die BKB hat ein nachhaltiges Kreditportfolio von rund CHF 400 Mio. (gesprochene Kreditlinien) im Bereich der erneuerbaren Energien mit Schwerpunkt in der Region Nordwestschweiz aufgebaut. Sie finanziert unterschiedliche Technologien wie klassische Wasserkraft, Holzkraftwerke, Wärmeverbünde, Solarenergie bis hin zur neuesten Pyrolyse-Anwendung.

–33 500 Tonnen CO2

Als eines ihrer ersten Projekte hat die BKB das Holzkraftwerk Basel finanziert, das vor bald zwölf Jahren ans Netz ging. In der Heizperiode produziert es jeweils jährlich rund 150 Millionen Kilowattstunden Energie in Form von Strom und Wärme. Gegenüber einer fossilen Feuerungsanlage können so rund 33500 Tonnen CO2 eingespart werden.

Top Ratings für unsere nachhaltigen Anlagelösungen. Aufgrund ihrer ESG-Qualitäten werden alle unsere nachhaltigen Anlagelösungen mit einem MSCI-ESG-Rating von AA bewertet. Sie zählen mindestens zu den besten 20% aller Fonds weltweit (teilweise auch zu den besten 10% weltweit) hinsichtlich dem Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien.

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