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«Helden von Basel» #4: Sabrina (30) – Wir sagen DANKE!

Corona hat unsere Welt auf einen Schlag verändert und Basel blieb davon nicht verschont. Umso wichtiger ist, dass Risikogruppen jetzt von einer Ansteckung bewahrt werden. Hierfür sorgen zum Glück Freiwillige, die das Einkaufen für die meist älteren Menschen auf sich nehmen. Sponsoring-Fachfrau Sabrina (30) ist eine von ihnen.

Am 09.04.2020 in Von Basel. Für Basel. von Ekaterina Cámara

Eier, Paprika, Lauch, Ingwer, frisches Brot, Milch, abgepackter Caesar-Salad: Sabrina füllt den orangefarbenen Migros-Einkaufskorb und eilt in Richtung Kasse. Doch kauft sie die Lebensmittel nicht für ihr eigenes Abendessen. Seit das Coronavirus Basel vereinnahmt und stillgelegt hat, erledigt sie die Einkäufe regelmässig für ein älteres Ehepaar. Es zählt zur Risikogruppe.

«Das schlimmste für mich in der Coronakrise?», sagt sie nachdenklich. «Dass viele Menschen sich jetzt nicht trauen, um Hilfe zu bitten. Dabei gibt es so viele, die jetzt wirklich gerne helfen würden.»

Verständnis und Nähe – trotz 10 Meter Abstand

Die Eheleute, die Sabrina seit drei Wochen regelmässig unterstützt, Peter* und Marie* (*Namen geändert), wohnen in der schönen Basler Altstadt. Aus dem Haus zu gehen traut sich das Paar nicht – viel zu gefährlich wäre jetzt eine Corona-Ansteckung für sie. Denn beide haben Vorerkrankungen.

Die mit Liebe gemachten Besorgungen stellt Sabrina vor die Haustür, klingelt an der Tür und begibt sich auf etwa 10 Meter Entfernung – eine Bitte von Peter, die sie gerne erfüllt. Peters Frau Marie kennt Sabrina nicht: «Es holt immer nur Peter die Einkäufe unten ab. Einmal sagte er mir, er habe Angst, Corona nicht zu überleben, wenn es ihn trifft.»

Man freut sich einander zu sehen, grüsst, lacht, plaudert aus der Entfernung kurz über die Situation, übers Einkaufen. Über das, was wohl kommen mag. Dann geht Sabrina nach Hause. Das Geld, das sie für den Einkauf immer gern vorschiesst, erhält sie anschliessend in einem Couvert zurück. Erst nachdem Peter die Tür hinter sich zu macht, um die Einkäufe heraufzubringen, holt Sabrina es sich ab.

Die Sponsoring-Fachfrau übernimmt gern Verantwortung: «Es ist wichtig, die Hygiene-Bestimmungen so gut wie möglich einzuhalten und immer aufzupassen. Es geht hier um die Mitmenschen und das ist sehr ernst. Ansonsten kann es  jemandem letztendlich das Leben kosten.»

Sabrina (30), Basel:

«Ich wünsche mir, dass sich jetzt wirklich niemand schämt, Hilfe anzunehmen.»

Für andere da sein – aus Überzeugung

Sabrina hat Erfahrung mit gemeinnützigen Aufgaben. Seit Jahren engagiert sie sich für die Menschen in Basel: Wie zum Beispiel beim regelmässigen Deutsch lernen mit Migrantinnen und Migranten – einem Projekt, welches ebenfalls durch GGG Benevol auf die Beine gestellt wurde.

Als sie vor knapp drei Wochen angefragt wird, ob sie sich in Zeiten der Pandemie für Risikogruppen in Basel engagieren möchte, zögert sie keine Sekunde. «Es war für mich selbstverständlich – ich bin ja jung und gesund. Natürlich helfe ich da gerne. Für mich ist das Einkaufen gehen nicht mit so grossen Risiken verbunden, wie für andere.»

Sabrinas Einkaufsliste von letzter Woche

  • 1l Milch
  • 10 Eier
  • Frühlingszwiebeln
  • Rote und gelbe Paprikaschoten
  • Orangen
  • 2 Caesar-Salad von Betty Bossi
  • Schokolade
  • Frisches Brot von der Bäckerei
  • Shampoo

Dem Caesar-Salad auf der Spur

Ob beim Einkaufen immer alles rund geht? In letzter Zeit seien viele Sachen öfters mal ausverkauft, sagt Sabrina. «Einmal gab es den einen fertigen Caesar-Salad nicht mehr. Ich habe ihn dann solange in verschiedenen Filialen der Stadt gesucht, bis ich ihn endlich hatte. Peter und Marie waren wirklich sehr gerührt. Sie sagten mir, es wäre doch nicht nötig gewesen, dass ich so lange danach suche. Mir war es aber wichtig, möglichst alles zu bringen, was auf der Liste stand. Ich mache das gern.»

Freude schenken gibt Kraft

Sabrinas Zeit ist kostbar. Sie arbeitet Vollzeit und hat auch ausserhalb der Arbeitszeit immer etwas vor. Doch es ärgert sie nicht, Zeit für andere aufzubringen:

«Das gibt einem so viel! Ausserdem habe ich jetzt in Zeiten von Corona ja auch etwas mehr Zeit – meinen Hobbys wie dem Tennisspielen kann ich aktuell zum Beispiel nicht nachgehen. Da freue ich mich umso mehr, die gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen.», strahlt Sabrina.

«Ich empfehle es jedem: Schenkt einander in dieser besonderen Zeit viel Freude - auch durch kleine Dinge. Seid füreinander da. Das gibt sehr viel Kraft – ihr werdet es sofort merken.»

GGG Benevol: Füreinander da sein – gerade in schwierigen Zeiten

Sie möchten Baslerinnen und Baslern die Risikogruppen angehören in Zeiten der Corona-Krise Ihre Unterstützung anbieten? Oder sind Sie Risikopatient(in) und benötigen Unterstützung in ihrem Alltag? GGG Benevol bringt Helfer(innen) und Hilfesuchende zusammen. Melden Sie sich noch heute!

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