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Energetische Sanierung unter Dach und Fach

Ressourcen schonen, Attraktivität steigern

Energieeffiziente Gebäude leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb möchte auch die BKB ihre Bürogebäude nach und nach komplett sanieren. Damit folgt sie nicht nur den Zielen der internen Umwelt- und Klimapolitik, sondern erfüllt auch den gesetzlichen Leistungsauftrag, Umwelt- und Klimaaspekte in der Geschäftstätigkeit zu berücksichtigen. Jüngstes Beispiel ist die Komplettsanierung des Gebäudes am Brunngässlein.
Am 28.08.2020 in Die Bank von Ennio Perna
Fakt ist: Das Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz ist auch bei den Gebäude der BKB gross. Das hat sich bei der Untersuchung des Gebäudes am Brunngässlein gezeigt, die sich im Juli 2020 im Gebäudeausweis der Kantone (GEAK) niederschlug: Auf der Energieeffizienzskala von A (sehr energieeffizient) bis G (wenig energieeffizient) erhielt die Gebäudehülle nur ein D und die Gesamtenergieeffizienz ein C. Damit war der Sanierungsbedarf eine klare Sache. Bei dieser und bei allen anderen Sanierungen der BKB geht es aber nicht nur um die Erfüllung kantonaler Vorschriften – wir wollen die höchstmögliche Energieeffizienz erreichen und freiwillig den Minergie-P-Standard erfüllen, unabhängig davon ob wir Gebäude-Mieter oder -Besitzer sind.

Fast 50 Jahre auf dem Buckel

Das siebenstöckige Gebäude Brunngässlein mit über 3000 m2 Bürofläche wurde in den 70er-Jahren gebaut, in einer Phase der Hochkonjunktur. Klimapolitik und Klimabewusstsein waren zu dieser Zeit kaum ein Thema, Energie wurde in rauen Mengen verbraucht und die Autos waren noch enorme Spritfresser. Entsprechend dieser Verbrauchsmentalität wurde auch gebaut. Es ist daher kein Wunder, dass die Gebäudefassade am Brunngässlein ohne jegliche energetische Berücksichtigung konstruiert wurde – mit der Folge, dass sich eine zeitgemässe Dämmung als undurchführbar erwies. Deshalb wurden nur die Grundtragkonstruktion aus Beton und der Anschluss an das Fernwärmenetz erhalten. Wieso das Fernwärmenetz? Nun, dieses weist einen sehr klimafreundlichen Energieträgermix auf, den die BKB aber zusätzlich mit Zertifikaten aufwertet, sodass die bezogene Fernwärme als klimaneutral gilt.

Einsparpotenzial von über 50 %

Am Brunngässlein geht es also um eine Komplettsanierung der Gebäudehülle inklusive einer Verringerung der mechanischen Luftmenge. Eines ist jetzt schon klar: Die Arbeiten werden sich lohnen. Im kommenden Winter wird der Heizenergiebedarf um ganze 55 % niedriger sein. Und im Sommer sinkt der Kühlenergiebedarf um 25 %. Erzeugt wird die Kälte übrigens im Hauptgebäude der BKB an der Aeschenvorstadt, wo die Kältemaschine als Teil der Sanierungsmassnahmen erneuert wird. Das energetische Konzept für das BKB-Gebäuds umfasst auch die Sanierung der Lüftungsanlagen, eine Optimierung der Beleuchtung durch den Einsatz neuester LED-Technologie sowie die Installation einer 30kWp-Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäude-Dach.

Voraussichtlich ergeben sich am Brunngässlein folgende Ressourceneinsparung pro Jahr:

  • Heizungsanlage (Fernwärme): 120'000 kWh/a (55 % des bisherigen Verbrauchs)
  • Kälteanlage: 9'000 kWh/a (25 % des bisherigen Verbrauchs)
  • Lüftungsanlagen: 20'000 kWh/a (45 % des bisherigen Verbrauchs)
  • Beleuchtungsanlagen: 43'000 kWh/a (59 % des bisherigen Verbrauchs)
  • Photovoltaik-Anlage: 25'830 kWh/a (90 % Eigenverbrauchsrate) 

Bisherige Gebäudesanierungen 

Das Hauptgebäude an der Aeschenvorstadt 41 hat die BKB bereits im Jahr 2012 saniert. Es handelt sich dabei um die erste Massnahme dieser Art. Eine weitere folgte noch im selben Jahr, als die BKB als Mieterin in moderne Räumlichkeiten im Südpark eingezogen ist. Die dortigen Büros wurden mit speziell optimierter Gebäudetechnik ausgestattet. Nach der Sanierung am Brunngässlein sind bereits weitere Massnahmen geplant. In den nächsten drei Jahren ist die Sanierung der Gebäudehülle und eine energetische Optimierung mit einer PV-Anlage auf dem Dach des vierten (und letzten) Verwaltungsgebäudestandorts an der Dufourstrasse 38 geplant.

Unser Ziel ist es, bis 2023 alle Bürostandorte so zu sanieren, dass sie energetisch vorbildlich und auf dem aktuellen Stand der Technik sind. Danach werden selbstverständlich bei Bedarf weitere Optimierungen stattfinden. Wir sind auf einem sehr guten Weg.

Energetisch bauen – fundamental wichtig für das Klima

Gebäude verursachen etwa 1/4 der Treibhausgas-Emissionen in der Schweiz und liegen mit ca. 40 % beim Gesamtenergieverbrauch unseres Landes auf einem sehr hohen Niveau. Das liegt vor allem daran, dass die meisten aller Wohngebäude errichtet wurden, bevor es Vorschriften zur Energieeinsparung gab. Solche Einsparungen bieten ein enormes Potenzial, um die heutigen Klimaschutzziele zu verfolgen und den Klimawandel zu stoppen.

Gebäude unter der energetischen Lupe

Viele Gebäude weisen zu wenig Wärmeschutz bei Aussenwänden, Dach- und Deckenflächen sowie Fenstern auf. Auch bei der Heiztechnik gibt es jede Menge Verbesserungsmöglichkeiten, denn oft verpufft die Wärme im Heizungskeller und im Schornstein. Auch die Rohre in Gebäuden sind oft nicht richtig oder überhaupt nicht gedämmt. Kurzum: Im Gebäudesektor schlummert viel Potenzial, um klimaschädliches CO2 einzusparen.

Gebäude- und Wohnungseigentümer sind also gut beraten, ihr Gebäude energetisch einmal unter die Lupe nehmen zu lassen und entsprechend zu sanieren. Damit leisten sie nicht nur einen aktiven Beitrag zum Kilmaschutz sondern "schützen" auch ihr eigenes Portemonnaie, denn die Heiz- und Energiekosten sinken nach einer energetischen Sanierung deutlich.

Ennio Perna

Ennio Perna

Leiter Fachstelle Nachhaltigkeit

nachhaltigkeit@bkb.ch

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