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Was tun gegen finanziellen Missbrauch? – Von Vertrauen, Vorsorgeauftrag & Co.

Wem können wir vertrauen? Oder wem wollen wir vertrauen, sollten es aber nicht? Die Einsamkeit im Alter ist ein grosses Problem. Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit lässt viele ältere Menschen falsche Entscheidungen treffen oder falschen Leuten vertrauen, was vor allem auch auf der finanziellen Ebene gravierende Folgen haben kann.
Am 01.01.0001 in Rund ums Geld von lic. iur. Lisbeth Schellenberg
Viele Senioren und Seniorinnen sind einsam. Ein trauriger Fakt in unserer heutigen Gesellschaft. Das ist auch ein Grund, weshalb in der Schweiz die Fälle von finanziellem Missbrauch zunehmen. Zu diesem Thema ist im Herbst 2018 eine von Pro Senectute beim Institut zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität der Fachhochschule Neuenburg in Auftrag gegebene Studie erschienen. Leider mit alarmierenden Resultaten. Denn rund jede zehnte Person im Alter von 85 Jahren ist Opfer von finanziellen Übergriffen, meist begangen von nahestehenden Personen. Die Schadenssumme, resultierend aus allen Missbrauchsfällen bei Personen ab 55 Jahren, beläuft sich auf jährlich 400 Mio. Franken, so die Studie.

«Trau, schau, wem?»

Kann der gewählten Vertrauensperson wirklich vertraut werden? Oder geht es nur darum, z. B. der eigenen Tochter nicht sagen zu müssen, dass ihr nicht zu 100 % vertraut wird? Ein sehr schwieriges Thema – vor allem emotional. Es geht um Beziehungen, um Familie und Freunde. Unter anderem aufgrund dieser Entwicklung, auf die in der oben erwähnten Studie aufmerksam gemacht wird, ist die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit entscheidend. Denn wenn die eingesetzte Vertrauensperson bei wichtigen Themen wie einer Bank- resp. Generalvollmacht oder dem Vorsorgeauftrag das Vertrauen zu Ungunsten der älteren Person ausnutzt, kann dies schwerwiegende Folgen haben – nicht nur finanziell, sondern auch psychisch.

Alternativen prüfen

Bei der geringsten Unsicherheit lohnt es sich auf jeden Fall, eine neutrale Anlaufstelle wie zum Beispiel die Sozialberatung von Pro Senectute beider Basel anzufragen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir raten unseren Kundinnen und Kunden, wichtige Dokumente wie den Vorsorgeauftrag ca. alle fünf Jahre zu überprüfen. Stimmen alle Angaben mit der aktuellen Lebenssituation überein? Sind die für mich richtigen Personen eingesetzt?

Beratung der BKB

Finanzieller Missbrauch im Alter ist leider ein sehr aktuelles Thema. Es lohnt sich, darüber zu reden und Hilfe anzufordern. Die Spezialistinnen und Spezialisten im Bereich Erbangelegenheiten der Basler Kantonalbank unterstützen Sie gerne mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Wählen Sie die Telefonnummer +41 61 266 33 33 oder benutzen Sie das Online-Kontaktformular unter www.bkb.ch/kontakt.

Wir von der Basler Kantonalbank (BKB) stehen Ihnen als neutrale Vertrauenspersonen gerne mit unserem Wissen zur Verfügung.


Was ist eigentlich...

...der Vorsorgeauftrag?

Wird eine Person in Folge von altersbedingter Demenz, einem Unfall oder anderen Gründen urteilsunfähig, ist das Selbstbestimmungsrecht dadurch beeinträchtigt. Wichtige finanzielle und alltägliche Entscheidungen können im Gegensatz zu alltäglichen Dingen dann womöglich nicht mehr selbst getroffen werden. In einem solchen Fall von Urteilsunfähigkeit schützt der Berufsbeistand der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) das Wohl der Person und entscheidet in deren Sinn. Es sei denn, es wurde vorher in einem sog. Vorsorgeauftrag eine Person des Vertrauens bestimmt, die im Fall von Urteilsunfähigkeit die Dinge regelt. Dieser Person sollte man nach Möglichkeit zu 100% vertrauen.

...die Patientenverfügung?

Mit einer sog. Patientenverfügung lässt sich ebenfalls eine beauftragte Person bestimmen, welche medizinische Fragen für Sie regelt, sollten Sie einmal urteilsunfähig werden. Im Gegensatz zum Vorsorgeauftrag kommt die Patientenverfügung ausschliesslich im Bereich Gesundheit und bei allfälligen medizinischen Massnahmen zum Zug, während der handgeschriebene und notariell beglaubigte Vorsorgeauftrag für alle finanziellen Fragen (Verwaltung der Vermögenswerte, Erledigung des Zahlungsverkehrs, etc.) gilt.

Mehr zum Vorsorgeauftrag und zur Patientenverfügung lesen Sie hier.

Lisbeth Schellenberg

lic. iur. Lisbeth Schellenberg

Leiterin Erbangelegenheiten

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