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Was muss ich beachten, wenn ich Vorsorgegelder einsetzen will?

Zwei Möglichkeiten, die Vorsorgegelder zu nutzen

Was muss ich beachten, wenn ich Vorsorgegelder einsetzen will?

Sie haben bereits das Grundlagenkapitel zum Eigenkapital gelesen und wissen, dass Sie mindestens 20 Prozent des Immobilienpreises aus eigenen Mitteln einbringen müssen. Nebst den anderen beschriebenen Möglichkeiten möchten Sie gerne auf Gelder aus Ihrer zweiten und/oder dritten Säule zugreifen. Hier finden Sie eine Übersicht der Punkte, die Sie dabei beachten müssen

Als erstes sollten Sie Ihr persönliches Pensionskassenguthaben prüfen. Sie finden diese Angabe auf Ihrem Vorsorgeausweis unter dem Punkt «Freizügigkeitsleistung», bei manchen Kassen ist der Betrag unter dem Begriff «Austrittsleistung» aufgeführt. Nun haben Sie zwei Möglichkeiten, Ihr Eigenkapital zu ergänzen: Mit einem Vorbezug oder einer Verpfändung der vorhandenen Mittel.

Pensionskassengelder vorbeziehen: pro und kontra

Sie haben grundsätzlich die Möglichkeit, Mittel aus Ihrer Pensionskasse zu beziehen und damit Ihr Eigenkapital für die Immobilienfinanzierung zu erhöhen. Folgende Einschränkungen müssen Sie dabei beachten:

  • Das Geld darf nur für eine Liegenschaft eingesetzt werden, die Sie langfristig und dauerhaft selber bewohnen wollen.
  • Ein Bezug von Pensionskassenguthaben ist nur alle 5 Jahre möglich
  • Der Mindestbetrag für einen Bezug von Mitteln aus der Pensionskasse beträgt 20'000 Franken.

Auf den ersten Blick ist der Vorteil eines Bezugs offensichtlich: Sie haben mehr Eigenkapital zur Verfügung, infolgedessen können Sie den Betrag des Hypothekarkredits und damit die Zinsbelastung tiefer halten.

Allerdings bringt dieses Vorgehen auch Nachteile mit sich. Am augenfälligsten ist sicherlich der Umstand, dass ein Vorbezug von Pensionskassengeldern eine Leistungskürzung zur Folge hat: Ihre Altersrente verringert sich. Je nach Pensionskasse kann auch die Leistung im Invaliditäts- oder Todesfall reduziert werden. Weiter fallen beim Vorbezug von Vorsorgegeldern Steuern an. Und zu guter Letzt können Sie mit einer tieferen Hypothekensumme bei der Steuererklärung auch weniger Schulden geltend machen.

Ab 50 Jahren gelten andere Regeln

Sind Sie 50 oder älter, unterliegt Ihr Vorsorgeguthaben einer Bezugslimite: Ihre Pensionskasse darf Ihnen entweder maximal 50 Prozent der aktuellen Freizügigkeitsleistung auszahlen oder aber die 100 Prozent Ihres Freizügigkeitsanspruchs in Ihrem fünfzigsten Altersjahr. Massgebend ist, welcher der beiden Beträge höher ist – diesen können Sie beziehen. Falls Sie allerdings weniger als drei Jahre vor dem frühestmöglichen Pensionierungszeitpunkt stehen, dürfen Sie gar keine Bezüge mehr tätigen.

Die andere Möglichkeit: Das Pensionskassenguthaben verpfänden

Die Verpfändung des Freizügigkeitsguthabens gilt gemeinhin als empfehlenswerter. Das verpfändete Kapital gilt für die Bank als zusätzliche Sicherheit und reduziert nicht die Hypothekarschuld, hat aber gegebenenfalls Einfluss auf die Belehnungsrichtlinien (höhere Hypothekarbelastung möglich) oder die zur Anwendung kommenden Konditionen.

Da die zusätzlich verfügbaren Mittel wiederum aus geliehenem Geld bestehen, stellt die Verpfändung des Pensionskassenguthabens ganz genau betrachtet keine Aufstockung des Eigenkapitals dar. Die meisten Banken akzeptieren dies jedoch bis zu einem Anteil von 90% an Fremdkapital, da die dadurch gewährte Sicherheit sehr hoch ist. Allerdings wird oft verlangt, dass der entsprechende Anteil des Hypothekarkredits relativ rasch amortisiert wird, spätestens bis zur Pensionierung.

Die Verpfändung ist einerseits im Hinblick auf die Leistungen der Pensionskasse im Alter attraktiv, diese werden dadurch nämlich nicht beeinträchtigt; es wird weiterhin das ganze angesparte Alterskapital verzinst. In Punkto Steuern und Zinsbelastung spielen viele Aspekte eine wechselwirkende Rolle. Deshalb empfehlen wir unsere Finanzplanungs-Dienstleistung, um mit Ihnen die für Sie persönlich bestmögliche Finanz- Struktur zu erarbeiten.

Die dritte Säule anzapfen

Sie können auch Gelder aus der gebundenen Vorsorge 3a für die Finanzierung Ihres Eigenheims verwenden, sofern das Wohneigentum von Ihnen selber genutzt wird. Ein Bezug unterliegt denselben Bedingungen wie bei der zweiten Säule: Vorbezogenes Kapital ist steuerpflichtig, das Geld kann aber statt dessen auch als Sicherheit dienen, um ein Darlehen von einer Bank zu erhalten.

Anders als beim Bezug von Pensionskassengeldern gibt es bei einem Vorbezug aus der dritten Säule keinen Mindestbetrag. Sie können sich also auch Summen unter 20'000 Franken auszahlen lassen.

Jede Variante bietet Vor-und Nachteile, das Abwägen kann ohne fachkundige Beratung langwierig und verunsichernd sein. Mit einer erfahrenen Beratungsperson an Ihrer Seite finden Sie den besten und schnellsten Weg zu Ihrer ganz persönlichen Finanzierungslösung.

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