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Hypotheken und Finanzierung

Ihre Fragen zu Hypotheken

Welche Hypothek passt zu mir?

Die Finanzierung eines Eigenheimes ist wie ein Handschuh: Sie muss passen. Die Hypothekarprodukte, die Sie heute auf dem Markt finden, erlauben sehr individuelle Lösungen – vorausgesetzt, Sie kennen Ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten sowie die Eigenschaften der verschiedenen Angebote.

Bedürfnisse und Möglichkeiten: Mit zwei Fragen zur richtigen Hypothek

Sie müssen sich zwei Fragen stellen, um einen ersten Eindruck zu erhalten, was für ein «Hypothekar-Typ» Sie sind: Wie viel Risiko Sie akzeptieren wollen und wie Ihr finanzieller Spielraum aussieht.

Nehmen Sie das Risiko in Kauf, dass die Kosten für Ihr Eigenheim gewissen Schwankungen unterliegen oder möchten Sie Überraschungen vermeiden?

Verfügen Sie über genügend finanziellen Spielraum, um plötzlich steigende Zinsen zu tragen? Oder müssen Sie aufgrund der persönlichen Situation genau planen können?

Mit den Antworten zu diesen Fragen können Sie die Angebote besser auf sich zuschneiden: Sie können die jeweiligen Eigenschaften beurteilen und finden so die individuell beste Lösung. Wenn Sie sich Hypothekarprodukte ansehen, gilt es, einen Blick auf die folgenden drei Punkte zu werfen.

Wie unterscheiden sich Hypothekar-Angebote?

Die verschiedenen Hypotheken unterscheiden sich zuerst nach dem Preis – dem Zinssatz. Allerdings sollte der Zinssatz nicht das einzige Kriterium sein, denn langfristig ist die günstigste Lösung nicht immer die beste. Es gibt weitere Unterschiede, die Sie bei der Entscheidung für eine Hypothek oder
eine Kombination von Hypothekarprodukten berücksichtigen sollten:

  • 1. Zinsanpassungen

    Die Zinssätze auf den Finanzmärkten unterliegen ständigen Schwankungen. In der Folge ändert sich für Sie die monatliche Belastung. Sie müssen sich fragen, wie langfristig Sie die Kosten für die Immobilie planen möchten oder müssen, abhängig von Ihrem finanziellen Spielraum.

    Bei variablen Hypotheken kann der Zinssatz jederzeit angepasst werden. Bei sinkenden Zinsen profitieren Sie von geringeren Kosten, bei steigenden Zinsen erhöhen sich Ihre Ausgaben. Sie benötigen einen gewissen finanziellen Spielraum, um zusätzliche Kosten tragen zu können.

    Die LIBOR-Hypothek basiert auf dem von Banken vereinbarten LIBOR-Zinssatz. Die Zinssätze werden wahlweise alle drei oder sechs Monate angepasst. Auch bei diesen Produkten kann sich Ihre monatliche Belastung erhöhen oder verringern. Dafür profitieren Sie von Zinssätzen, die teilweise markant unter den langfristigen Zinssätzen liegen.

    Bei Festhypotheken umgehen Sie dieses Risiko. Der Zinssatz wird für eine Laufzeit von 2 bis 10 Jahren festgelegt und Sie wissen genau, welche Ausgaben auf Sie zukommen. Das gibt Sicherheit und Planbarkeit, dafür würden Sie bei dieser Variante nicht von sinkenden Zinsen profitieren.

  • 2. Laufzeiten

    Die Hypothekenangebote unterscheiden sich bezüglich der Laufzeiten. Für eine variable Hypothek wird keine Laufzeit festgelegt, während eine Festhypothek meist über zwei bis 10 Jahre läuft, eine LIBOR-Hypothek häufig über drei Jahre.

    Es kann sinnvoll sein, Ihr Eigenheim mit mehreren Hypotheken zu finanzieren, die unterschiedliche Laufzeiten haben. So verhindern Sie, dass Sie bei Ablauf der Laufzeit die gesamte Finanzierung neu regeln müssen. Bei steigenden Zinsen können Sie auf diese Weise vermeiden, dass die Kosten für die gesamte Finanzierung auf einen Schlag ansteigen.

  • 3. Amortisation

    Je nach Produkt können Sie eine Hypothek direkt oder indirekt amortisieren. Das wirkt sich auf die Steuern aus, die Sie bezahlen müssen. «Direkt amortisieren» heisst, dass Sie die Hypothek Stück für Stück abbezahlen und dadurch die Zinsbelastung sinkt. Das bedeutet auch, dass Sie in der Steuererklärung weniger Kosten für das Eigenheim abziehen können unter Umständen bezahlen Sie deshalb zwar weniger Zinsen, dafür mehr Steuern.

    Bei der indirekten Amortisation bezahlen Sie nicht die Hypothek ab, sondern überweisen den entsprechenden Betrag auf ein Konto der Säule 3a. Die Hypothekarschuld verringert sich so nicht, die Zinslast und damit die steuerlich abziehbaren Kosten bleiben gleich. Ausserdem können Sie die Einzahlungen auf das 3a-Konto vom steuerbaren Einkommen abziehen. Wird das 3a-Konto aufgelöst, werden diese Mittel verwendet, um die Hypothek zu amortisieren.



Variable Hypothek  LIBOR-Hypothek  Festhypothek
Anpassungen des Zinssatzes
jederzeit möglich
wahlweise alle drei oder sechs Monate
fester Zinssatz für gesamte Laufzeit
Laufzeit keine feste Laufzeit
3 Jahre
2 bis 10 Jahre
Amortisation Direkt oder indirekt über Sparen 3-Konten
indirekt über Sparen 3-Konten
Direkt oder indirekt über Sparen 3-Konten
Kündigung Auf 3 Monate möglich
während der Laufzeit nicht möglich
während der Laufzeit nicht möglich
Ihre Bedürfnisse
Sie profitieren von sinkenden Zinsen, müssen aber auch allfällige höhere Zinskosten tragen können.
Sie profitieren von Zinssätzen, die teilweise markant unter den längerfristigen Zinsen liegen. Sie müssen aber genügend Spielraum haben, um Zinserhöhungen zu tragen.
Sie kennen die monatliche Belastung für die kommenden Jahre genau und können entsprechend planen.