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Brexit – das Unwahrscheinliche wurde Realität

Ein Riss geht durch Grossbritannien – alt gegen jung, Süden gegen Norden. Steiniger Prozess steht bevor.
Für Anleger heisst es: Ruhe bewahren

Innenpolitisches Fiasko in Grossbritannien

  1. Demographie: Umfragen zufolge haben insbesondere die Älteren den Brexit befürwortet. Die jüngere Bevölkerung, die die Folgen der Entscheidung länger zu tragen hat, wollte überwiegend in der EU bleiben.
  2. Regionen: Nordirland und Schottland haben mehrheitlich für einen Verbleib in der EU gestimmt, Wales und England dagegen. Somit wird ein neues Unabhängigkeitsreferendum der Schotten wahrscheinlicher, wollten doch 62% der Schotten in der EU bleiben.

 

Premierminister David Cameron hat am Freitagmorgen seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Da auch die Meinung der grossen Mehrheit der Parlamentarier nicht das Referendum-Ergebnis widerspiegelt, sind Neuwahlen wahrscheinlich. Es wird also eine ganze Weile dauern, bis klar ist, wie die Briten den EU-Austritt gestalten.

 

EU-Austrittsverhandlungen

Nach der Erklärung des Austritts haben Briten und EU mindestens zwei Jahre Zeit, sich auf neue Verträge zu einigen. Vorrangiges Verhandlungsthema wird der Verbleib Grossbritanniens im EU-Binnenmarkt sein. Beide Seiten dürften daran ein Interesse haben. Allerdings ist fraglich, ob die EU dafür die von den Briten gewünschte Bedingung der Personenfreizügigkeit aufgibt. Wir gehen davon aus, dass die EU eine harte Verhandlungsposition einnehmen wird. Ziel wird sein, einem Ausbreiten nationalistischer und separatistischer Strömungen in anderen EU-Ländern entgegenzutreten. Es wird ein steiniger Prozess werden. Im schlimmsten Fall stehen beide Parteien am Ende ohne gültige Verträge da.

 

Brexit – ein Knall, aber keine Explosion

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Entscheids bleiben abzuwarten. Insbesondere wird sich zeigen, ob sich die teilweise sehr düsteren Prognosen des britischen Schatzamtes im Vorfeld des Referendums als realistisch erweisen. Vielfach wurden diese besonders von den BREXIT-Befürwortern als Zweckpessimismus kritisiert. Die Finanzmärkte haben am frühen Freitagmorgen zunächst sehr heftig reagiert. Die europäischen Aktienmärkte sind um bis zu 11% eingebrochen, das britische Pfund hat stark an Wert verloren. Der Druck auf den Euro war dagegen überraschend moderat. Dieser wurde nur kurzzeitig um 1,06 Franken je Euro gehandelt, danach konnte er sich wieder deutlicher erholen. Auch Dank Interventionen seitens der SNB.

 

Was heisst der BREXIT für die Schweiz? 5% der Schweizer Exporte gehen nach Grossbritannien. Der EU-Austritt sollte jedoch die Handelsbeziehungen mit Grossbritannien kaum tangieren. Da sich auch die Aufwertung des Frankens bislang in einem sehr engen Rahmen bewegt, rechnen wir nicht mit einer direkten, negativen Auswirkung auf die Schweizer Wirtschaft.

 

Wir sehen die aktuellen Kursrückgänge nicht als Beginn einer nachhaltigen Korrektur bei Aktien. Selektiv ergeben sich entsprechend Kaufgelegenheiten in den ersten Tagen nach dem Referendum. Wir bevorzugen europäische und Schweizer Aktien und stellen gerne detaillierte Empfehlungen von Anlagefonds und Aktientitel zur Verfügung

 

BKB - Einschätzung zur aktuellen Lage

Sandro MerinoHören Sie hier eine Einschätzung von Sandro Merino, dem Chief Investment Officer der BKB: